"Alfa oder Maserati": Warum Berger an DTM-Rennen in Italien festhält

Sport1


Das Rennen in Misano, das dieses Jahr zum zweiten Mal stattfand, zählt zu den Sorgenkindern im DTM-Kalender. Immer dann, wenn die Rennen weit entfernt vom deutschen Kerngebiet stattfinden, tut sich die Serie schwer, Zuschauer anzulocken. Dennoch will DTM-Boss Gerhard Berger auch in Zukunft an Italien festhalten.

"Uns ist klar, dass diese Dinge Zeit brauchen, um sich zu entwickeln", zeigt sich der Österreicher geduldig. "Italien ist ganz klar Teil unseres Plans. Wir werden das vorantreiben." Es ist kein Geheimnis, dass der Vorsitzende des DTM-Dachverbands ITR hinter den Kulissen hart daran arbeitet, einen italienischen Hersteller in die DTM zu bekommen.

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Wen er im Auge hat? "Alfa Romeo", zögert Berger nicht lange. "Oder Maserati." Der ehemalige Ferrari-Formel-1-Pilot hat es also auf die FIAT-Chrysler-Gruppe abgesehen, die derzeit neben der Formel 1 vor allem im GT-Bereich aktiv ist.

Alfa Romeo 1993 auf Anhieb DTM-Meister

Alfa Romeo hätte mit der eben erst neu aufgelegten Giulia auch ein zur DTM passendes Modell in der Produktpalette. Wie die 2016 neu aufgelegte Giulia im DTM-Design aussehen könnte, zeigt der polnische Medienkünstler Janusz Kocierz in einer seiner beliebten RC-Workchop-Rendergrafiken.

Zudem würde Alfa Romeo viel DTM-Historie mitbringen: Die Turiner stiegen 1993 mit den legendären 155 V6 TI werksseitig in die alte DTM ein und holten mit Nicola Larini auf Anhieb den Titel. Auch Alessandro Nannini, der nach seinem Hubschrauberabsturz von der Formel 1 in die DTM einstieg holte, holte sieben Siege für die Italiener. Auch in der ITC war man 1995 und 1996 erfolgreich, ehe man sich wegen der hohen Kosten zurückzog.

Berger gibt zu: Norisring und Misano zwei unterschiedliche Welten

Berger will nun dafür sorgen, dass Italien wieder ein fester Bestandteil der DTM wird, auch wenn er weiß, dass mit seiner Vision noch am Anfang steht. Auch die Bemühungen um MotoGP-Superstar Valentino Rossi als Gastfahrer sind Teil dieses Plan, in Italien für Begeisterung zu sorgen.

"Wenn man zum Beispiel das Norisring-Wochenende mit Misano vergleicht, dann ist das eine andere Welt", spielt Berger darauf an, dass die Ränge trotz Andrea Doviziosos DTM-Gaststart im Juni alles andere als voll waren.

Misano ein Wackelkandidat?

"Ich bin daher ein wenig frustriert", sagt er, um sich im nächsten Atemzug zu verbessern. "Frustriert ist vielleicht das falsche Wort. Wir haben es einfach noch nicht richtig hinbekommen. Wir werden trotzdem weiter daran arbeiten. Und ich werde nicht aufgeben, italienische Hersteller in die DTM zu holen."

Ob die MotoGP-Strecke in Misano langfristig der perfekte Ort für die DTM ist? "Wir wollen in Italien bleiben, was auch immer das bedeutet: Monza, Vallelunga, Misano, Mugello", will sich Berger nicht festlegen.

© Motorsport-Total.com

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