Alle Infos zur Rugby-Weltmeisterschaft

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Die Dimensionen dieses zweimonatigen Sport-Spektakels sind gewaltig.

Mehr als 400.000 Gästefans aus aller Welt, die 1,8 Millionen Stadion-Tickets beinahe vergriffen, bis zu drei Milliarden TV-Zuschauer rund um den Globus und ein kalkulierter Umsatz von rund vier Milliarden Dollar im Gastgeberland: Die seit dem 20. September laufende Rugby-WM in Japan ist ein Weltereignis. Nur auf Deutschland wird der Funke wohl auch diesmal nicht überspringen.

"Die erste Rugby-WM in Asien wird Rekorde brechen", kündigte der Weltverbandsvorsitzende Bill Beaumont jüngst vollmundig an. Wurde bei der letzten Austragung 2015 in England noch ein gewaltiges Fest im Mutterland des kampf- und körperbetonten Sports gefeiert, steht diesmal der Aufbruch in ein neues Zeitalter bevor.

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Die Faszination für den Rugby-Sport soll einen neuen Kontinent erobern.


Vor vier Jahren hatte Japan sein Erweckungserlebnis. Damals schlugen die Asiaten in der Vorrunde des Turniers in England als 1000:1-Außenseiter den zweimaligen Champion Südafrika und sorgten damit für die größte Sensation der WM-Geschichte. In Japan brach daraufhin das Rugby-Fieber aus. Nach lediglich 2,7 Millionen TV-Zuschauern beim Coup gegen Südafrika sahen die folgende Begegnung gegen Tonga mehr als 25 Millionen.

Rugby-Hype in Japan

Obwohl die Japaner anschließend auf tragische Weise und als erstes Team überhaupt mit drei Siegen aus vier Gruppenspielen ausschieden, hatte der Rugby-Virus fortan Nippon erfasst.

Das Heim-Turnier, das bis zum 2. November in insgesamt zwölf Städten ausgetragen wird, soll nun der vorläufige Höhepunkt des japanischen Rugby-Booms werden.

Seit vielen Monaten rüstet sich Japan für das Großereignis, das von den Gastgebern auch als Testlauf für die Olympischen und Paralympischen Spiele in Tokio im kommenden Jahr gesehen wird. Teilweise mit kuriosen Mitteln: So verschickten die Organisatoren etwa eine Mitteilung an die Gastgeberstädte mit der Anweisung, ausreichend Biervorräte anzulegen, um auf den Ansturm der trinkfesten Rugby-Fans vorbereitet zu sein.

Die "Rugby-Kultur" sei in Japan eben "noch nicht weitläufig" bekannt, erklärten die Offiziellen ihre Maßnahme.


Sportlich verspricht die WM - wie selten zuvor - Spannung, was vor allem mit der ungewöhnlichen Schwächephase Neuseelands zu tun hat. Die legendären "All Blacks", die in England als erste Mannschaft überhaupt ihren Titel erfolgreich verteidigt hatten, kassierten zuletzt mehrere bittere Niederlagen. Vor allem ein desaströses 26:47 gegen Erzrivale Australien, für die heimischen Medien eine "Blackocalypse", sorgte für eine vorübergehende Schockstarre beim traditionellen Topfavoriten.

Südafrika, England und Australien favorisiert

Die Verfolger wittern ihre Chance. Dazu zählen vor allem Südafrika, Wales, Irland, England und Geheimfavorit Fidschi.

In Deutschland wird der ganze Trubel allerdings trotz aller sportlichen Brisanz wohl nur wenige Sportfans mitreißen. Obwohl der TV-Sender ProSiebenMaxx insgesamt 31 der 48 Spiele live im Free-TV überträgt, bleibt das nach Olympia und Fußball-WM drittgrößte Sport-Ereignis der Welt hierzulande in der Nische.

Deutschland wieder nicht qualifiziert

Die deutsche Nationalmannschaft hatte die erstmalige Qualifikation im Vorjahr denkbar knapp durch eine Niederlage gegen Kanada verpasst und sich damit für bislang keine der seit 1987 ausgetragenen WM-Endrunden qualifiziert. So knapp wie diesmal war es allerdings noch nie.

Am Grünen Tisch hatten die "Schwarzen Adler" durch Regelverstöße der Konkurrenz eine Chance auf das letzte Ticket für Japan erhalten. Im November 2018 verloren sie beim finalen Repechage-Turnier einzig gegen Kanada knapp. Der Abstand zur Weltspitze ist aber trotzdem weiterhin groß.

Die Eckdaten zur Rugby-WM:

Wo wird die Rugby-WM gespielt?

Die WM wird in insgesamt zwölf Stadien in ganz Japan ausgetragen. Besonders bemerkenswert: Acht Jahre nach ihrer völligen Zerstörung durch das schwere Erdbeben und den anschließenden Tsunami ist die japanische Stadt Kamaishi einer der Spielorte.

Wie ist der Modus der Rugby-WM?

Insgesamt nehmen 20 Teams an der Endrunde teil. Nach der Vorrunde mit vier Fünfergruppen qualifizieren sich jeweils die beiden Erstplatzierten für das Viertelfinale. Dort geht es ab dem 19. Oktober im K.o.-Modus um den Titel.

Gibt es die Rugby-WM live im TV zu sehen?

Nachdem Eurosport bei der WM in England vor vier Jahren gute Quoten verzeichnete, überträgt diesmal der TV-Sender ProSieben Maxx 31 der 48 Spiele live im Free-TV.

Der Zeitplan der Rugby-WM 2019:

Freitag, 20. September
12:45 Uhr: Japan-Russland 30:10

Samstag, 21. September
06:45 Uhr: Australien-Fidschi 39:21
09:15 Uhr: Frankreich-Argentinien 23:21
11:45 Uhr: Neuseeland-Südafrika 23:13

Sonntag, 22. September
07:15 Uhr: Italien-Namibia 47:22
09:45 Uhr: Irland-Schottland 27:3
12:15 Uhr: England-Tonga 35:3

Montag, 23. September
12:15 Uhr: Wales-Georgien 43:14

Dienstag, 24. September
12:15 Uhr: Russland-Samoa 9:34

Mittwoch, 25. September
07:15 Uhr: Fidschi-Uruguay 27:30

Donnerstag, 26. September
09:45 Uhr: Italien-Kanada 47:7
12:45 Uhr: England-USA 45:7

Samstag, 28. September
06:45 Uhr: Argentinien-Tonga 28:12
09:15 Uhr: Japan-Irland 19:12
11:45 Uhr: Südafrika-Namibia 57:3

Sonntag, 29. September
07:15 Uhr: Georgien-Uruguay 33:7
09:45 Uhr: Australien-Wales 25:29

Montag, 30. September
12:15 Uhr: Schottland-Samoa 34:0

Mittwoch, 2. Oktober
09:45 Uhr: Frankreich-USA 33:9
12:15 Uhr: Neuseeland-Kanada 63:0

Donnerstag, 3. Oktober
07:15 Uhr: Georgien-Fidschi 10:45
12:15 Uhr: Irland-Russland 35:0

Freitag, 4. Oktober
11:45 Uhr: Südafrika-Italien 49:3

Samstag, 5. Oktober
07:15 Uhr: Australien-Uruguay 45:10
10 Uhr: England-Argentinien 39:10
12:30 Uhr: Japan-Samoa 38:19

Sonntag, 6. Oktober
06:45 Uhr: Neuseeland-Namibia 71:9
09:45 Uhr: Frankreich-Tonga 23:21

Dienstag, 8. Oktober
12:15 Uhr: Südafrika-Kanada 66:7

Mittwoch, 9. Oktober
06:45 Uhr: Argentinien-USA 47:17
09:15 Uhr: Schottland-Russland 61:0
11:45 Uhr: Wales-Fidschi 29:17

Freitag, 11. Oktober
12:15 Uhr: Australien-Georgien 27:8

Samstag, 12. Oktober
06:45 Uhr: Neuseeland-Italien abgesagt wegen Taifun "Hagibis"
10:15 Uhr: England-Frankreich abgesagt wegen Taifun "Hagibis"
12:45 Uhr: Irland-Samoa 47:5

Sonntag, 13. Oktober
05:15 Uhr: Namibia-Kanada abgesagt wegen Taifun "Hagibis"
07:45 Uhr: USA-Tonga 19:31
10:15 Uhr: Wales-Uruguay 35:13
12:45 Uhr: Japan-Schottland 28:21

Samstag, 19. Oktober
09:15 Uhr: Viertelfinale 1
12:15 Uhr: Viertelfinale 2

Sonntag, 20. Oktober
09:15 Uhr: Viertelfinale 3
12:15 Uhr: Viertelfinale 4

Samstag, 26. Oktober
10 Uhr: Halbfinale 1

Sonntag, 27. Oktober
10 Uhr: Halbfinale 2

Freitag, 1. November
10 Uhr: Spiel um Platz 3

Samstag, 2. November
10 Uhr: Finale

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