AlphaTauri blüht in Imola auf: Wie sehr hat der Juni-Test geholfen?

Norman Fischer
·Lesedauer: 3 Min.

AlphaTauri war die positive Überraschung der Qualifikation von Imola. Pierre Gasly und Daniil Kwjat fuhren auf die Startplätze vier und acht und unterstrichen damit die gute Form des Red-Bull-Juniorrennstalls. Doch die Jungbullen hatten auch einen kleinen Vorteil: Als einziges Team hatten sie im Vorfeld in Imola "getestet".

Hatte AlphaTauri dadurch einen Vorteil? Die Formel-1-Teams hatten sich darauf verständigt, keine Testfahrten auf neuen Strecken im Kalender zu absolvieren. Die Ausfahrt von AlphaTauri Ende Juni war aber bereits deutlich bevor das Rennen überhaupt in den Kalender aufgenommen wurde und die Abmachung getroffen wurde.

Und ob das Team wirklich einen Vorteil hatte, ist zu bezweifeln. Denn das Team hatte lediglich einen Filmtag absolviert, bei dem man nur 100 Kilometer fahren darf und dabei spezielle Reifen von Pirelli bekommt. "Ich glaube nicht, dass das ein großer Vorteil war", winkt Kwjat ab.

Das sieht auch Gasly so: "Wir sind 15 Runden gefahren, die weit weg von der Pace waren, die wir heute hatten. Es war nicht repräsentativ", so der Franzose. Man habe lediglich einen Eindruck vom Layout und der Beschaffenheit der Randsteine und so weiter bekommen. "Am Ende mussten wir uns unser Set-up immer noch selbst erarbeiten", betont Kwjat.

Doch woran lag es dann, dass AlphaTauri in Imola plötzlich so gut war? "Das ist vermutlich eine Mischung von vielen Dingen", meint Gasly. "Das Auto hat sich von Beginn an gut angefühlt, wir haben Informationen aus Portimao mitgenommen, und das Paket scheint auf dieser Strecke gut zu funktionieren."

Kwjat ergänzt: "Vielleicht liegen uns ja die schönen herbstlichen, knackigen, goldenen Blätter besonders gut."

Für den Russen war Startplatz acht ein besonderes Erfolgserlebnis: Zum ersten Mal in dieser Saison zog er überhaupt in Q3 ein. Auf dem Weg dahin traf er sogar eine mutige Entscheidung und beließ es in Q1 bei nur einem Versuch. Dadurch konnte er sich einen Satz weiche Reifen für den letzten Abschnitt sparen. "Das hat sich ausbezahlt."

Von seiner letzten Q3-Runde hätte er sich aber etwas mehr erhofft, denn eigentlich fühlte sie sich gut an. "Trotzdem war es eine saubere Runde. Ich war ziemlich zufrieden damit", sagt er.

Und Gasly? Der hat wieder einmal das Vertrauen gerechtfertigt, das man in ihn setzt. "Pierre fährt schon die ganze Saison auf Topniveau, steigert sich. Jetzt nach der Vertragsverlängerung scheint das noch einmal einen Schub gegeben zu haben", sagt Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko.

"Umso wichtiger ist, dass er bei uns AlphaTauri anführt. Das Team hat den Anspruch, im nächsten Jahr an der Spitze des Mittelfeldes zu fahren. Und da brauchst du so einen Topfahrer."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.