Anderbrügge: FCB wird Nübel nicht zwei Jahre auf der Bank lassen

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Beim FC Schalke 04 läuft es nach Maß. Die Hinrunde wurde auf Platz fünf mit 30 Punkten abgeschlossen, zum Rückrundenauftakt wurde mit Borussia Mönchengladbach der Zweite der Hinrunde der Bundesliga bezwungen.

Das hatte nach der schwachen Vorsaison bei den Königsblauen wohl kaum einer für möglich gehalten. Doch mit dem neuen Trainer David Wagner läuft es.

Schalke-Legende und "Eurofighter" Ingo Anderbrügge kennt die Gründe. "David ist jemand, der auf die Spieler eingeht, der auch den Mensch für sich gewinnen möchte, um ihn von seinem System zu überzeugen", erklärte Anderbrügge bei Magenta Sport: Arena auf SPORT1.

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Anderbrügge und Wagner hatten im Jahr 1997 im Trikot der Königsblauen gemeinsam den UEFA-Cup gewonnen. Die beiden kennen sich gut. "Ich habe ihn nicht nur als Spieler im Kader von 1997 erlebt, wir haben 2006/2007 in Köln zusammen für den Fußball-Lehrer gelernt und hatten ein Zimmer zusammen. Er ist ein ganz feiner Mensch", erklärte Anderbrügge.

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Wagner wisse, was die Spieler bräuchten, weil er in Gedanken selbst noch ein Stück weit Fußballer sei. "Er hat jeden Spieler hinter sich bekommen, sowohl die älteren wie Omar Mascarell, als auch die jüngeren wie Weston McKennie oder Amine Harit."

Anderbrügge über Wagner: "Sehr authentisch, sehr clever"

Gerade die jungen Spieler profitieren von Wagner. Dazu hat er auch Leistungsträger wieder in Form, gebracht. Harit blüht nach einer schwachen Vorsaison inklusive persönlicher Probleme neu auf. "Junge Spieler brauchen den Trainer, brauchen klare Leitplanken, ein klares Spielsystem", erklärte Anderbrügge, der über 350 Pflichtspiele für die Königsblauen absolvierte.


Auch die Position junger Spieler ist für Anderbrügge entscheidend. "Sie dürfen auch positionstechnisch nicht immer hin- und hergeschoben werden, das ist in der Vergangenheit häufig passiert", erklärte er. "Beim David ist das nicht so. Er hat zum einen den Mensch für sich gewinnen können, und er hat ein klares Spielsystem."

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Auch als Person schätzt Anderbrügge den neuen Schalke-Trainer. "David wirkt sehr authentisch, ist sehr clever", erklärte er. Die Mannschaft zahle es ihm zurück. "Das Publikum hat schnell gespürt, dass da wieder eine Mannschaft auf dem Platz steht. Das hilft natürlich. Das sind auf Schalke immer ein paar Prozent, wenn das Publikum hinter der Mannschaft steht."

Bayern wird Nübel "nicht zwei Jahre auf der Bank sitzen lassen"

Ein Thema, das die Schalke-Fans die letzten Wochen beschäftigt hat, ist der Wechsel von Torwart Alexander Nübel im Sommer zum FC Bayern. Die Verkündung des Transfers, in deren Folge Nübel das Kapitänsamt bei den Knappen verlor, überraschte Anderbrügge nicht. "Als das erste Interview mit Nübel kam, er müsse überlegen, war in meinen Augen klar, dass er gehen wird."


Den Unmut mancher Schalke-Fans könne der 56-Jährige zwar verstehen, aber man solle sich in den Spieler hineinversetzen: "Bei ihm wird auch irgendwann auf der Autogrammkarte stehen: acht oder neun oder zehn Titel." Für Anderbrügge ist Nübel "ein klasse Spieler, ein klasse Torwart - und wenn Bayern München ruft, da geht jeder hin".

Nübel, dem beim FC Bayern Einsätze ab der kommenden Saison schriftlich zugesichert worden, wie SPORT1 exklusiv berichtete, werde aus Anderbrügges Sicht viele Spiele für den deutschen Rekordmeister machen. "Ich glaube, man wird ihn aufbauen und nicht zwei Jahre auf der Bank sitzen lassen. Und selbst wenn das so wäre, ist er dann immer noch 25 und wird erfolgreich Fußball spielen können."

Insgesamt mahnt Anderbrügge, die Personalie nicht zu überbewerten. "Man darf es nicht nur emotional sehen."

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