Andreas Seidl: Schritt ins PayTV keine Überraschung

Norman Fischer
motorsport.com

Nur noch den Rest der Saison und dann geht eine echte TV-Ära zu Ende. Seit gut 30 Jahren ist die Formel 1 in Deutschland bei RTL zuhause, doch ab 2021 müssen die Fans bezahlen, um die Königsklasse sehen zu können. PayTV-Sender Sky hat sich die exklusiven Übertragungsrechte für Deutschland gesichert.

Für McLaren-Teamchef Andreas Seidl kommt der Schritt jedoch nicht überraschend: "Es ist ein Schritt, der in anderen Ländern - zum Beispiel England, Frankreich, Spanien, Italien - schon vollzogen worden ist", sagt er. Auch dort ist die Formel 1 bereits hinter die Bezahlwand verschwunden oder zumindest nur noch teilweise im FreeTV zu sehen.

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Der Grund dahinter ist klar: Geld. Selbst "König Fußball" ist mit der Bundesliga oder der Champions League in Deutschland nur im PayTV zu finden - wie nun auch die Formel 1. "Am Ende ist es auch ein Teil unseres Businesscases und des ganzen Geschäfts in der Formel 1, dass diese Einnahmen ein wesentlicher Beitrag zur Finanzierung sind - so wie in vielen anderen Sportarten auch", weiß Seidl.

Die Frage ist, wie viele Fans dem Sport dadurch verloren gehen. Beim Fußball ist man daran gewöhnt, dass es nur eine Auswahl von Spielen im FreeTV gibt, doch der Otto-Normal-Fan ist es gewohnt, Sonntagnachmittag frei empfangbar die Formel 1 bei RTL ins Haus geliefert zu bekommen. Seidl weiß: "Dieser Wechsel ist natürlich immer schwierig."

Podium: winner Sebastian Vettel, Ferrari with Kai Ebel

Podium: winner Sebastian Vettel, Ferrari with Kai Ebel <span class="copyright">Sutton Images</span>
Podium: winner Sebastian Vettel, Ferrari with Kai Ebel Sutton Images

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"Die Kunst wird sein, wie man es schafft, möglichst viele Fans über diese Barriere des Bezahlens zu bekommen und weiterhin die Formel 1 zu verfolgen", sagt er weiter. "Ich glaube, da sind wir als Teams auch gefordert, und die Formel 1 natürlich." Man müsse einen spannenden Sport bieten, dann könne man Fans bei der Stange halten und auch neue gewinnen.

Trotzdem findet es der Deutsche auch aus persönlicher Sicht schade, dass RTL den Weg nach so langer Zeit nicht mehr mitgehen wird: "Ich selbst bin natürlich auch ein RTL-Kind und mit RTL groß geworden. Ich habe dort meine Leidenschaft für den Sport und die Ambition entwickelt, einmal in der Formel 1 arbeiten zu wollen", sagt er.

"Ich hoffe natürlich, dass die Kollegen, nicht nur die, die im Fernsehen zu sehen sind, sondern auch die ganze Mannschaft im Hintergrund, auch in Zukunft spannende Herausforderungen finden werden."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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