Andreas Seidl stellt klar: McLaren-Teilnahme war nie gefährdet!

Norman Fischer
motorsport.com

Trotz aller Hiobsbotschaften in den vergangenen Wochen und Monaten war die Teilnahme von McLaren an den Formel-1-Saison 2020 und 2021 nie gefährdet, betont Teamchef Andreas Seidl. McLaren war seit dem Beginn der Coronakrise von einer Negativschlagzeile in die andere geraten.

Erst sorgte man mit einem positiven Coronafall dafür, dass der Auftakt in Australien ausfallen musste, dann mussten Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt und 1.200 von ihnen sogar entlassen werden. Und in der vergangenen Woche wurde publik, dass man dringend 280 Millionen Pfund braucht, um weitermachen zu können - dafür ging man sogar vor Gericht.

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"Es war eine herausfordernde Zeit, weil wir natürlich auch in finanziellen Engpässen gesteckt haben", erklärt Seidl in einem Videocall mit ausgewählten Medien. "Wir mussten frühzeitig drastische Maßnahmen ergreifen wie das Kürzen der Gehälter unserer Mitarbeiter und auch der Fahrer."

"Wir mussten unsere Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken, was zum Glück parallel mit dem Formel-1-Shutdown passiert ist, sodass wir uns hier keinen Rückstand eingefangen haben. Aber es war einfach sehr, sehr schwierig, das Team dort durchzusteuern - vor allem, weil es auch nicht möglich war, viele dieser wichtigen Gespräche persönlich zu führen, sondern über Video oder E-Mail. Das ist etwas, das auch mir grundsätzlich widerstrebt. Aber es gab keine andere Möglichkeit."

Trotz Finanzspritze: Vorsicht bei Bauprojekten

Auch Infrastruktur-Projekte wie der Bau eines neuen Windkanals und eines neuen Simulators mussten erst einmal auf Eis gelegt werden. Aufgrund der finanziell angespannten Lage ist auch dort noch nicht klar, in welcher Form es weitergehen wird. Zwar würde Seidl gerne weiter daran arbeiten, weil man Defizite zu den Topteams erkannt hat, doch aktuell wartet man auf grünes Licht. "Wir sind vorsichtig", sagt er.

Denn über allem stehen noch die Berichte, dass McLaren dringend Geld braucht, um die Saison 2021 angehen zu können. Das wurde in der vergangenen Woche deutlich: "Es ist notwendig, dass weitere Liquiditäten bis spätestens 17. Juli 2020 verfügbar sind", heißt es in einem Statement.

Carlos Sainz Jr., McLaren walks the track with members of the team

Carlos Sainz Jr., McLaren walks the track with members of the team <span class="copyright">Glenn Dunbar / Motorsport Images</span>
Carlos Sainz Jr., McLaren walks the track with members of the team Glenn Dunbar / Motorsport Images

Glenn Dunbar / Motorsport Images

"Ich glaube, dass das einfach die beste Option für uns ist. Es gibt uns einfach Sicherheit, dass wir die Mittel haben, um diese und die nächste Saison optimal zu bestreiten und auch am Budgetcap zu operieren im nächsten Jahr, was sehr, sehr wichtig ist, um nächstes Jahr optimal zu performen und uns optimal auf die Regularien 2022 vorzubereiten."

Zudem betont der Deutsche, dass die finanziellen Krisennachrichten keinen sportlichen Einfluss haben werden: "Wir sind noch im Plan, den wir über den Winter erdacht haben", stellt er klar. "Wir werden ab Österreich regelmäßig Updates ans Auto bringen und arbeiten parallel auch daran, das Auto für das kommende Jahr fertig zu bekommen."

Zwar sind die Fahrzeuge für 2021 im Grunde die gleichen, doch McLaren muss sein Auto von Renault- auf Mercedes-Motoren umrüsten.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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