Der Anti-Griezmann

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Der Anti-Griezmann
Der Anti-Griezmann
Der Anti-Griezmann

Der Abgang von Antoine Griezmann kam am Deadline Day überraschend, die Verpflichtung von Luuk de Jong aber wohl noch überraschender.

Der FC Barcelona holte mit dem Mittelstürmer einen Spieler, der eigentlich gar nicht recht zu der Spielweise des Klubs zu passen scheint. Genau das räumte nun auch Präsident Joan Laporta bei Esport 3 ein, erklärte den Last-Minute-Deal allerdings auch:

„Aber auch Johan Cruyff hatte Lösungen, die nicht seinem Modell oder seiner Philosophie entsprachen. Und das galt auch für Pep Guardiola. So ein Spieler, der dir manchmal helfen kann, der die Verteidiger unter Druck setzen kann. Ich erinnere mich an Julio Salinas aus der Zeit des Dream Teams.“

Ein Verweis auf Cruyff ist nicht das Schlechteste zum Start im Camp Nou.

De Jong als Panikknopf für Landsmann Koeman

De Jong wurde von Barca für ein Jahr vom FC Sevilla ausgeliehen. Die Katalanen besitzen auch eine Kaufoption für den 31-Jährigen. In der vergangenen Spielzeit erzielte der Niederländer vier Tore in 34 Spielen in La Liga. Auch nicht unbedingt Werte, welche die Barca-Fans jubeln lassen dürften.

Es wirkt daher vielmehr, als sei de Jong eine Art Panikknopf für seinen Landsmann Ronald Koeman, der bei Barca auf der Trainerbank sitzt. Der Mittelstürmer erzielte für Oranje acht Tore in 38 Länderspielen und wurde auch unter Koeman eingesetzt, der von 2018 bis 2020 Bondscoach war.

„Ich weiß, dass ich nicht in jedem Spiel spielen werde. Koeman kennt mich und weiß, wann er einen Spieler in der Schlussphase des Spiels braucht, falls er Lufthoheit braucht“, ordnete de Jong im Barca-TV selbst seine Rolle ein.

Er weiß, dass er nicht gerade prädestiniert für das Spiel der Katalanen ist: „Ich bin anders als die Stürmer, die Barca hat. Ich bin groß und habe ein gutes Kopfballspiel.“

De Jong ein Flop bei Borussia Mönchengladbach

Tatsächlich könnte de Jong dem FC Barcelona mit seiner Kopfballstärke etwas geben, was dem Klub in den letzten Jahren fehlte. Er gibt Koeman neue Möglichkeiten und stellt auch einen Gegenentwurf zu Antoine Griezmann dar, der laut Laporta in Katalonien fehl am Platz war.

Die knallharte Analyse des Präsidenten bezüglich des Franzosen: „Ich glaube, wir haben alle mehr von ihm erwartet, aber er hat alles gegeben. Fußballerisch passte er nicht in unser System. Er war kein Spieler, den wir brauchten. Aber seine Einstellung war immer gut.“

In seiner Karriere hat de Jong vor allem in seiner Heimat getroffen. Für die PSV Eindhoven erzielte er 112 Tore in 204 Pflichtspielen. Für Twente Enschede 59 Treffer in 120 Pflichtspielen. In den Top-Ligen Europas fällt seine Trefferquote aber deutlich spärlicher aus.

Auch in der Bundesliga floppte de Jong. Bei Borussia Mönchengladbach erzielte er nur acht Tore in 45 Pflichtspielen und verließ die Fohlen 2014 nach zwei Saisons wieder. In der zweiten war er für ein halbes Jahr zu Newcastle United ausgeliehen gewesen, wo ihm gar kein Tor gelang.


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