Aprilia-Rennchef: "Als Aleix Espargaro würde ich auch nervös werden"

Juliane Ziegengeist

In der Hersteller- und auch in der Teamwertung landete Aprilia in der vergangenen MotoGP-Saison erneut hinter KTM. Und das obwohl die österreichische Marke selbst mit den unbefriedigenden Leistungen von Johann Zarco und dessen vorzeitigem Weggang zu kämpfen hatte. Dennoch sieht Massimo Rivola den Vergleich entspannt.

"Wenn ich mir unsere Performance anschaue, ist sie nicht allzu weit weg. Im Vergleich zu KTM sind wir recht konkurrenzfähig", urteilt der Aprilia-Rennchef im Gespräch mit 'Motorsport.com'. "Vielleicht passen einige Strecken besser zu ihnen, andere wiederum besser zu uns. Zu den Topteams fehlt uns gewiss noch viel, es klafft eine große Lücke."

Um diese zu schließen, scheint KTM jedoch mehr zu testen als Aprilia. Täuscht der Eindruck? "KTM hat an sich nicht wirklich mehr getestet als wir, aber womöglich mehr neue Teile, mehr neue Dinge ausprobiert - mit Sicherheit sogar. Schon in Misano sah ich sie das 2020er-Bike testen, Pol fuhr zudem mit einem weiteren Hybrid-Motorrad", weiß Rivola.

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Massimo Rivola verspricht, das Testprogramm 2020 zu intensivieren

Massimo Rivola verspricht, das Testprogramm 2020 zu intensivieren <span class="copyright">Motorsport Images</span>
Massimo Rivola verspricht, das Testprogramm 2020 zu intensivieren Motorsport Images

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Der Italiener gibt zu: "Würde ich in den Schuhen von Aleix stecken und meinen Bruder so viele verschiedene Dinge testen sehen, während ich selbst nur an der Elektronik und ein paar Details arbeiten kann, würde ich auch etwas nervös werden." Bei den jüngsten Testfahrten stand Aleix Espargaro die 2020er-Maschine noch nicht zur Verfügung.

Das sorgte beim Spanier verständlicherweise für Unmut. Aprilia-Rennchef Rivola ist sich der schwierigen Situation durchaus bewusst. "Tatsächlich finde ich, dass wir das Testteam etwas mehr nutzen sollten. Da stimme ich zu. Zu Beginn des nächsten Jahres wird das allerdings schwierig sein, weil es noch kein neues Motorrad gibt", sagt er.

Doch Rivola gelobt Besserung: "Während der Saison erwarte ich, dass wir das Testteam recht häufig nutzen werden. Mehr als in diesem Jahr." Dabei wird man wieder auf die Hilfe von Testfahrer Bradley Smith setzen. "Bradley leistet gute Arbeit. Er ist ein netter Kerl und ein guter Fahrer", lobt der Rennleiter die Arbeit des Briten.

Er soll auch 2020 wieder einige Renneinsätze bestreiten. "Wir haben bereits einige Wildcard-Einsätze geplant", verrät Rivola. "Sie müssen noch offiziell genehmigt werden. Aber es sind mindestens vier oder fünf geplant. Mir wäre es natürlich recht, vor allem in Italien mehr Motorräder auf der Strecke zu haben. Das wäre ein schönes Ziel."

Mit Bildmaterial von LAT.

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