Aprilia RS-GP: Warum ein Reihenmotor keine Alternative zum V4-Motor war

Sebastian Fränzschky
motorsport.com

Aprilia baute im vergangenen Winter ein komplett neues MotoGP-Bike. Der Motor der 2020er-Aprilia ist eine der größten Änderungen im Vergleich zum Vorjahr. Bis Ende 2019 war Aprilia der einzige Hersteller, der einen V4-Motor mit einem spitzen Winkel (unter 90°) einsetzte.

Für 2020 folgte Aprilia den Konzepten der Konkurrenz von Honda und Ducati und baute ebenfalls einen 90°-V4-Motor. Aber warum hat Aprilia nicht an einen Wechsel zum Reihenmotor gedacht, wie er von Yamaha und Suzuki eingesetzt wird?

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"Aprilia hat eine Geschichte, was V-Motoren angeht", kommentiert Technikchef Romano Albesiano beim 'MotoGP RoundTable'. "Ich denke an die RSV Mille und selbst die Offroad-Maschinen hatten V-Motoren. Wir sind diesem Konzept ergeben. Wir haben nie daran gedacht, etwas anderes zu machen."

Romano Albesiano steht voll hinter dem V4-Konzept

Romano Albesiano steht voll hinter dem V4-Konzept <span class="copyright">LAT</span>
Romano Albesiano steht voll hinter dem V4-Konzept LAT

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In Sachen Handling und Platz-Management sind Reihenmotoren aber den V-Motoren aber überlegen. "Der Reihen-Vierzylinder-Motor hat einige offensichtliche Vorteile. In der Geschichte der MotoGP gab es Zeiten, in denen gesagt wurde, dass die Zeit des Reihen-Vierzylinder-Konzepts vorbei ist."

"Dann wenige Jahre später hieß es, der V4-Motor ist nicht die richtige Wahl. Ich denke nicht, dass es bei dieser Frage ein richtig oder falsch gibt", bemerkt Albesiano.

"Es geht darum, die gewählte Konfiguration zu optimieren. Wir sind voll davon überzeugt, dass man mit einem V4-Motor gewinnen kann. Und tatsächlich wird damit gewonnen (lacht; Anm. d. Red.)", spielt der Italiener die Erfolge von Honda und Ducati an und bekennt sich klar zum V4-Motor: "Andere Motorkonfigurationen interessieren uns beim MotoGP-Projekt im Moment nicht."

Mit Bildmaterial von Aprilia Racing Team.

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