"Jetzt wissen die anderen ...": RB macht den Bayern Feuer

SPORT1
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BIELEFELD, GERMANY - MARCH 19: Stefan Ortega Moreno, keeper of Bielefeld safes the ball with his team mate Amos Pieper against Christopher Nkunku of Leipzig during the Bundesliga match between DSC Arminia Bielefeld and RB Leipzig at Schueco Arena on March 19, 2021 in Bielefeld, Germany. (Photo by Lars Baron/Getty Images)
Leipzig hatte in Bielefeld Mühe, holte aber die drei Punkte. (Bild: Lars Baron/Getty Images)

Es war ein hartes Stück Arbeit, aber RB Leipzig hält den Meisterkampf der Bundesliga spannend.

"Wenn du Freitag spielst, dann ist es wichtig, dass du gewinnst. Jetzt wissen die anderen, dass sie sich nicht zurücklehnen können", brachte es Matchwinner Marcel Sabitzer bei DAZN auf den Punkt.

Die Roten Bullen von Trainer Julian Nagelsmann mühten sich bei der Generalprobe für den Showdown mit Bayern München zu einem 1:0 (0:0) bei Arminia Bielefeld, der Rückstand auf den Rekordmeister schrumpfte so zumindest bis Samstag auf einen Punkt. 

"Wir sind zufrieden, dass wir gewonnen haben. Wir waren anfangs ein Tick zu ungeduldig. Beim Tor haben wir gesehen, dass wir ein bisschen mutiger sein müssen. Es war kein Feuerwerk, es war aber auch schwer heute", zeigte sich Nagelsmann zufrieden.

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Marcel Sabitzer (46.) erzielte eine Woche nach dem Dämpfer gegen Eintracht Frankfurt (1:1) mit seinem 50. RB-Treffer das Tor für die Sachsen, die nach der Länderspielpause am 3. April den Tabellenführer aus München zum Gipfeltreffen empfangen. Bielefeld wurde für großen Kampf nicht belohnt. 

Arminia-Coach Frank Kramer ärgerte sich bei DAZN vor allem über die Entstehung des einzigen Treffers: "Die Situation ärgert uns. Wir kommen aus der Kabine und haben einen leichten Ballverlust, den man gegen so eine Mannschaft nicht haben darf. Da waren sie sofort da, das macht die Klasse so einer Mannschaft aus."

Krösche: "Haben es unnötig spannend gemacht"

"Das war schon ein Stück Arbeitssieg. Wir haben es unnötigt spannend gemacht, aber Bielefeld hat leidenschaftlich verteidigt. Über die gesamten 90 Minuten haben wir verdient gewonnen", analysierte Leipzigs Sportdirektor Markus Krösche bei DAZN.

"Wir haben leider verloren, aber jeder Spieler hat alles gegeben", sagte Bielefelds Arne Maier: "Es war sehr laufintensiv und wir gucken in die Zukunft. Wir haben in der Halbzeit umgestellt. Leipzig ist eine der besten Mannschaften der Bundesliga, wir müssen jetzt nach vorne gucken."

Der Aufsteiger aus Ostwestfalen kassierte fünf Tage nach dem befreienden 2:1 bei Bayer Leverkusen wieder einen Rückschlag, auch wenn dieser nicht allzu überraschend kam. Die Mannschaft von Trainer Frank Kramer könnte nach dem 26. Spieltag wieder auf einen Abstiegsplatz abrutschen.

"Wenn wir noch einmal verlieren, sind die Bayern weg" – Nagelsmanns mahnende Worte vor dem Spiel hatten seine Mannschaft augenscheinlich erreicht, die Leipziger machten sofort Druck. Kevin Kampl, der nach seiner fünften Gelben Karte gegen die Bayern fehlen wird, agierte vor der RB-Dreierkette als Ballverteiler, Arminia stand insgesamt aber dicht gestaffelt und betrieb großen läuferischen Aufwand.

Chancen gab es dennoch: Der spanische Nationalspieler Dani Olmo kam in der Anfangsphase vor Stefan Ortega zum Abschluss, verzog aber (4.). Kurz darauf musste der einmal mehr überzeugende Arminia-Keeper erstmals beim Abschluss von Emil Forsberg (12.) eingreifen.

Bielefeld befreite sich nur kurzzeitig aus den langen Ballbesitzphasen der Gäste und setzte selbst vorsichtige Akzente, gefährlich wurden diese aber nicht. Die schnellen RB-Profis fanden auf der Gegenseite wiederum nur wenig Räume, für die Gäste entwickelte sich ein wahres Geduldsspiel.

Bielefeld lauerte auf Konter

Die Versuche von Marcel Halstenberg (30.) und Tyler Adams (40.) waren zu unpräzise, Christopher Nkunku machte bei seinem Abschluss aus spitzem Winkel dann eigentlich alles richtig, doch Ortega lenkte den Ball mit einem starken Reflex an die Latte (43.). Hinten ließ Leipzig, die beste Defensive der Liga, zunächst nicht mehr als einen abgeblockten Abschluss des Japaners Ritsu Doan (41.) zu.

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Sabitzers Tor aus kurzer Distanz nach starker Vorarbeit von Olmo gab den Gästen kurz nach Wiederanpfiff dann Sicherheit. Die Leipziger, die in dieser Saison nicht nur in der Bundesliga, sondern auch im DFB-Pokal dem ersten großen Titel ihrer Vereinsgeschichte hinterherjagen, drängten sofort auf ihr zweites Tor.

Die zunehmend müden Bielefelder lauerten auf Konter, Kapitän Fabian Klos schenkte einen solchen fahrlässig her (56.). Auf zunehmend schlechterem Rasen auf der Alm blieb es erfrischend spannend, beim Distanzschuss von Amadou Haidara (64.) fehlten RB nur wenige Zentimeter für die Vorentscheidung. Zwölf Minuten später blieb auch der eingewechselte Hwang Hee-chan erfolglos.

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