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Arp: Bei Bayern hat es mich zerdrückt

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Arp: Bei Bayern hat es mich zerdrückt
Arp: Bei Bayern hat es mich zerdrückt

Er kam als großes Versprechen und ging als Missverständnis: Fiete Arp blickt auf zwei frustrierende Jahre beim FC Bayern zurück.

In einem Interview mit 11Freunde sprach der junge Stürmer ausführlich über die schwere Zeit in München und seinen Glücksgriff Holstein Kiel. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur 2. Bundesliga)

„Ganz ehrlich: Nichts gegen die Stadt oder den Verein, aber ich habe mich schon in Meppen gesehen. Kiel ist nicht meine Rettung, sondern ein Sechser im Lotto“, sagte der ehemalige Junioren-Nationalspieler. Im Sommer war Arp vom deutschen Rekordmeister an den Zweitligisten verliehen worden.

In Kiel kommt er auch regelmäßig zum Einsatz, wenn auch fast nie über die volle Distanz. Dass er überhaupt in der zweiten Liga gelandet ist, hat ihn selbst ein wenig überrascht.

„Man kann sich auch mit sehr viel Geld alleine fühlen“

„Ich bin im letzten Jahr freiwillig zu den Amateuren vom FC Bayern in die 3. Liga gegangen. Da habe ich fünf Saisontore geschossen und wir sind abgestiegen“, erinnerte sich Arp: „Nicht die besten Bewerbungsunterlagen, oder?“ (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der 2. Bundesliga)

2019 war der 21-Jährige vom Hamburger SV zum FCB gekommen, wo er einen hochdotierten Vertrag unterschrieb - obwohl er auch beim HSV vor seinem Wechsel keine große Rolle mehr gespielt hatte.

„Ich sag Ihnen: Man kann sich auch mit sehr viel Geld alleine fühlen“, erklärte Arp nun. „Erzählen darf ich das aber nicht. Wenn ich sage, es geht mir schlecht, ich habe Schlafprobleme oder bin sonst wie schwach, dann heißt es: Ja, aber der verdient ja so viel Geld.“

Zu Beginn seiner ersten Saison habe er sich noch recht gut gefühlt und eine gute Vorbereitung absolviert. „Dann ging‘s in die Pflichtspielsaison und der Trainer (Niko Kovac, Anm.) nahm mich nicht mit zur ersten Pokalrunde nach Cottbus. Ein Tiefschlag.“

Gefangen zwischen den Welten

Immer häufiger wurde er bei der zweiten Mannschaft der Bayern eingesetzt: „Das war keine einfache Zeit. Immer erst am Abend entschied sich, ob ich am nächsten Tag mit der ersten oder der zweiten Mannschaft trainieren würde. Ich musste mein Zeug jeden Tag mit nach Hause nehmen, weil ich keine eigene Kabine hatte.“ (DATEN: Die Tabelle der 2. Bundesliga)

Arp war gefangen zwischen zwei sehr unterschiedlichen Welten: „In der Zweiten musste ich beweisen, dass ich nicht der arrogante Profi bin, in der Ersten musste ich zeigen, dass ich nicht der Typ bin, der am Wochenende die Kicker-Note Fünf gegen Halle bekommen hatte.“

Dass er mit den Superstars des FCB nicht immer mithalten konnte, wollte Arp dabei gar nicht abstreiten, „da muss ich mir ja nicht in die Tasche lügen. Ich hatte kein Selbstvertrauen, keine Spielpraxis, keine Kontinuität, war mental nicht stark genug. Mich hat es dann irgendwann zerdrückt.“

Letztlich habe er freiwillig auf Einsatzchancen beim Profi-Team verzichtet. Als Fehler wollte er den Gang nach Bayern nicht bezeichnen - obwohl er sich eine Zukunft beim HSV durchaus auch vorstellen hätte können.

Arp wäre lieber beim HSV geblieben

„Ein Berater erzählte mir erst nach Monaten vom Münchner Interesse. Und ich wollte zu dem Zeitpunkt nicht unbedingt nach München wechseln. Die Bayern haben aber nicht lockergelassen. Zeitgleich ging es mit dem HSV immer tiefer rein in den Keller, ich spielte unter dem neuen Trainer Bernd Hollerbach keine Rolle mehr, obendrein wurde mir vom HSV zugetragen, dass ein Verkauf von mir ja auch das eine oder andere finanzielle Loch füllen würde.“

So sei es aus seiner Sicht zu einem „Missverhältnis“ gekommen: Ich hätte für den HSV den FC Bayern ausgeschlagen. Aber nach meinem Gefühl kamen vom HSV nicht mehr die richtigen Signale“, sagte Arp.

Seine Vorstellung davon, Fußballer zu sein, war „auch nie beim besten Verein der Welt zu spielen, sondern beim Hamburger SV. Ich habe es von der U11 bis in die Bundesliga geschafft, war bei der U17-WM dabei, stand jubelnd vor der Nordtribüne, auf der ich wenige Monate zuvor noch als Fan unterwegs gewesen war.“

Nach den turbulenten Jahren beim HSV und bei Bayern zog Arp Bilanz: „Wenn ich mir meine Karriere mal vorrechne, geht das so: Vier Spielzeiten, zweimal abgestiegen, einmal Meister, zig Trainerwechsel.“

Entsprechend fällt seine Zielsetzung für die nächsten Karriereschritte aus, die Bayern spielen dabei derzeit wohl keine große Rolle: „Kann ich nicht einfach mal ein normales Jahr spielen? Mit zehn, zwölf Scorerpunkten und am Ende ein solider Platz im oberen Drittel?“

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