Arroganz? Darum ließ Tuchel erneut Kepa spielen

SPORT1
·Lesedauer: 2 Min.

Es läuft für Thomas Tuchel und den FC Chelsea. Der 2:0-Erfolg am Montagabend gegen Newcastle United war bereits der fünfte Pflichtspielsieg in Folge für die Blues. Damit verbesserte sich Chelsea auf den vierten Platz und ließ den FC Liverpool hinter sich.

Tuchel musste in seinen sechs Partien als Coach erst einen Gegentreffer hinnehmen. Nachdem in den ersten vier Begegnungen Édouard Mendy zwischen den Pfosten stand, gab der 47-Jährige nun zweimal etwas überraschend Kepa Arrizabalaga - dem teuersten Torwart der Welt - das Startelf-Mandat.

Der Spanier war Medienberichten zufolge einer der Gründe, warum Frank Lampard entlassen wurde. Der ehemalige Blues-Boss war von Kepa nicht überzeugt und entschied sich daher, Mendy letztes Jahr zu verpflichten. (Ergebnisse und Spielplan Premier League)

Tuchel: "Wir brauchen einen starken Kepa"

"Wir brauchen einen starken Kepa in unserem Kader. Er hatte ein gutes Spiel im Pokal, also haben wir uns entschieden, ihm ein weiteres Spiel zu geben, um ein wenig Rhythmus und Vertrauen aufzubauen, denn er hat sich sehr gut geschlagen", begründete Tuchel seine Entscheidung bei Sky Sports.

Nichtsdestotrotz bleibt Mendy für Tuchel weiterhin die Nummer eins. Das bestätigte der Deutsche nach der Partie.

Lob für Kepa gab es dennoch vom Übungsleiter: "Ich bin froh, dass Kepa mit seinem zweiten Spiel ohne Gegentor weitergemacht hat. Es war der Moment, ihn den Rhythmus spüren zu lassen und sein Selbstvertrauen aufzubauen."

Obwohl der 80 Millionen-Mann zuletzt zweimal seinen Kasten sauber hielt, glaubt Sky Sports-Experte Gary Neville nicht, dass Kepa die Qualität besitzt, um die Nummer eins auf Dauer zu sein.

DAZN gratis testen und die Champions League live & auf Abruf erleben | ANZEIGE

Der ehemalige ManUnited-Kapitän sagte: "Ich dachte, wir sehen Kepa nicht mehr." Aber: "Manager, wenn sie kommen, besonders Top-Manager, glauben, dass sie Spieler verbessern können, also denkt Tuchel vielleicht, dass er Kepa etwas abgewinnen kann."

Neville wirft Tuchel Arroganz vor

Auf die Frage, was die Gründe für Tuchels Entscheidung sein könnten, antwortete Neville: "Ich denke, da gibt es eine Reihe von Dingen. Erstens: Der Verein wird wahrscheinlich sagen: 'Wir wollen, dass du das Beste aus diesen Spielern herausholst, für die wir ein Vermögen bezahlt haben' - das könnte also ein Teil des Briefings auf dem Weg hierher sein." (Tabelle der Premier League)

Neville fügte kritisch hinzu: "Zweitens gibt Tuchel jedem eine Chance. Und drittens ist es wahrscheinlich die Arroganz eines Top-Managers, der denkt, dass er jeden verbessern kann, nur weil sie jetzt mit ihm arbeiten, während der letzte Manager nicht das Beste aus ihnen herausholen konnte."

Neville denkt nicht, dass Kepa bei Chelsea noch sein Glück finden wird: "Ich muss sagen, er sah nicht so aus, wie ich denke, dass ein Torwart aussehen sollte, nämlich dominant in jedem einzelnen Bereich, in seinem Kasten, seiner Präsenz, und das ist er einfach nicht."