"Hygienezuschlag" bei Privatpatienten

Sandra AlterFreiberufliche Journalistin
Yahoo Nachrichten Deutschland

Die Bundesärztekammer und der Verband der Privaten Krankenversicherungen haben sich auf einen „Hygienezuschlag“ geeinigt. Niedergelassene Ärzte können nun 14,75 Euro verlangen.

Niedergelassene Ärzte können nun 15 Euro verlangen. (Symbolbild: Getty)
Niedergelassene Ärzte können nun 15 Euro verlangen. (Symbolbild: Getty)

Der Gang zum Arzt wird für Privatpatienten teurer. Grund: Wegen der Corona-Pandemie müssen Ärzte für zusätzliche Schutzausrüstung sorgen. Kittel, Atemschutzmasken, Desinfektionsmittel und Einmal-Handschuhe müssen aus hygienischen Gründen in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. Die Anschaffungskosten dafür sind nicht gerade gering.

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Deshalb haben sich die Bundesärztekammer (BÄK) und der Verband der Privaten Krankenversicherungen (PKV) nun auf Sonder-Abrechnungsregelungen geeinigt. 14,75 Euro dürfen niedergelassene Ärzte nun zusätzlich auf die Rechnung schreiben. Die Regelung gilt rückwirkend ab 5. Mai. Die Extravergütung ist befristet bis Ende Juli dieses Jahres und gilt bei „unmittelbarem, persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt“.

Zuschlag ist erstattungsfähig

Zur Vereinbarung mit der Bundesärztekammer erklärt der Vorsit­zende des PKV-Verbandes, Ralf Kantak: „Die Leistungen der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte sind auch in der Corona-Pandemie ein unverzichtbarer Beitrag zur Tragfähigkeit des deut­schen Gesundheitssystems insgesamt. Der Schutz unserer Kran­kenhäuser und des gesamten Gesundheitssystems vor einer Überlastung beginnt in jeder Arzt- und Facharztpraxis. … Die Vereinbarungen zwi­schen Bundesärztekammer und PKV-Verband zeigen einmal mehr, dass der private Bereich im Gesundheitswesen seiner Ver­antwortung für die medizinische Versorgung gerecht wird.“

Privatpatienten bekommen den Hygienezuschlag von ihrer Versicherung erstattet.

Für gesetzlich Versicherte hat sich der GKV-Spitzenverband mit der Kassenärztlichen Vereinigung sowie mit der Kassenzahnärztlichen Vereinigung bereits im März über die Ausstattung und Abrechnung von Arztpraxen mit Schutzausrüstung geeinigt.

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