Fall Peng: "IOC muss Farbe bekennen"

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Fall Peng: "IOC muss Farbe bekennen"
Fall Peng: "IOC muss Farbe bekennen"

Der Verein Athleten Deutschland hat dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) wegen des Umgangs mit dem Fall der zwischenzeitlich verschwundenen chinesischen Tennisspielerin Peng Shuai falsche Prioritäten vorgeworfen.

„Das scheinbar absichtliche Ausklammern des dreiwöchigen Verschwindens Peng Shuais und der von ihr erhobenen Missbrauchsvorwürfe in seinen beiden Stellungnahmen lässt befürchten, dass das IOC politischen und wirtschaftlichen Interessen größeren Stellwert beimisst als dem Schutz von Athlet*innen“, heißt es in einem Statement vom Montag.

Der Fall Peng Shuai bestätige ein "wiederkehrendes Verhaltensmuster im Umgang mit Athlet*innen, deren fundamentale Rechte verletzt werden und die von Gewalt, Diskriminierung, Verfolgung oder Repressionen betroffen sind", so Athleten Deutschland weiter: "Das IOC weicht aus, zögert oder weist Verantwortung von sich."

Maximilian Klein, bei Athleten Deutschland zuständig für internationale Sportpolitik, erklärte: "Die weltweit mächtigste Organisation des Sports muss unmissverständlich klarstellen, dass der Schutz der Athletinnen und Athleten, und nicht der Schutz von wirtschaftlichen und politischen Interessen, oberste Priorität hat. Das IOC muss jetzt Farbe bekennen, seiner menschenrechtlichen Verantwortung nachkommen und endlich im Einklang mit seinen Idealen handeln."

Die Athleten kritisierten weiter: "Das IOC weicht aus, zögert oder weist Verantwortung von sich." Für sie ist die "stille Diplomatie" Bachs eine Ausrede, um die politischen und wirtschaftlichen Interessen zu schützen.

Peng (35) hatte Anfang November im Twitter-ähnlichen Medium Weibo berichtet, vom ehemaligen chinesischen Vizepremier Zhang Gaoli sexuell missbraucht worden zu sein. Der Eintrag wurde ebenso gelöscht wie zahlreiche Internet-Einträge über Peng. Obwohl sie sich nach ihrem Verschwinden mittlerweile wieder zu Wort gemeldet hat, blieben Zweifel an ihrem Wohlbefinden und der Freiheit ihrer Aussagen.

Das IOC hatte am vergangenen Mittwoch nach eigenen Angaben ein weiteres Video-Gespräch mit Peng Shuai geführt. Zum ersten war es am 21. November gekommen. Zu den von Peng geäußerten Vorwürfen fiel in beiden Pressemitteilungen kein Wort, weswegen sich das IOC harsche Kritik von Athletenvertretungen und Menschenrechtsorganisationen gefallen lassen musste, nicht zur Aufklärung beitragen zu wollen. China mit seiner Hauptstadt Peking ist Gastgeber der in weniger als zwei Monaten beginnenden Olympischen Winterspiele (4. bis 20. Februar 2022).

Deutlich rigider hatte die WTA in der Vorwoche agiert. Die Spielerinnen-Organisation setzte alle Tennis-Turniere in China und Hongkong mit sofortiger Wirkung aus. WTA-Boss Steve Simon gehe weiterhin davon aus, dass Peng Shuai „nicht frei sprechen darf und anscheinend unter Druck gesetzt wurde, ihren Vorwurf der sexuellen Übergriffe zurückzunehmen“, hieß es.

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