Die Auferstehung des Weltmeisters

Christopher Michel
·Lesedauer: 3 Min.

Es war Schwerstarbeit, die Erik Durm in den rund 92 Minuten gegen RB Leipzig zu verrichten hatte. Sein Gegenspieler war der aktuell wohl stärkste Linksverteidiger der Bundesliga: Angelino!

Und einmal erwischte der Spanier den Weltmeister auf dem falschen Fuß, seine präzise Flanke fand Yussuf Poulsen, der den Endstand zum 1:1 erzielte.

Durm überzeugt trotz unglücklicher Figur beim 1:1

Es war einer der wenigen Momente, in denen der in den vergangenen Monaten zuvor so böse abgestürzte Weltmeister von 2014 nicht auf der Höhe des Geschehens war. Ansonsten aber wusste Durm gegen RB zu überzeugen, vor allem im Zweikampf (60 Prozent der Duelle gewonnen) blieb der 28-Jährige stabil. Totgesagte leben also länger, der überraschende Schachzug von Trainer Adi Hütter ist geglückt.

Lob gab es von Kevin Trapp: “Für Erik freut es mich sehr. Er hat eine sehr gute Leistung gezeigt. Am Gegentor will ich ihm nicht die Schuld geben."

Durm selbst ordnete die Aktion etwas selbstkritischer ein: "Die Situation war nicht so einfach. Ich wusste nicht, ob ich rausverteidigen soll. Das ist blöd gelaufen, und ich kann es nicht rückgängig machen. Es ist ein Tor entstanden, also habe ich das nicht optimal verteidigt."

Hütter sah es auf Nachfrage von SPORT1 ähnlich: "Da muss er mehr Druck auf den ballführenden Spieler machen und die Flanke verhindern."

Hütter belohnt starke Trainingsleistung

Doch das positive Gefühl überwiegt beim ersten Startelfeinsatz seit dem 24. Februar gegen Union Berlin (1:2). Durm kam nach dem Re-Start nur noch einmal als Einwechselspieler in die Partie beim FC Bayern München (2:5), in dieser Saison stand er noch nicht einmal im Kader.

Die Rückkehr in die Startelf war so nicht zu erwarten. "Erik Durm hat außergewöhnlich gut trainiert und hat auch im Testspiel gegen Nürnberg zu den besten Spielern gezählt. Trotz der unglücklichen Figur beim Gegentor hat er seinen Einsatz rechtfertigt", begründete Hütter seine Entscheidung.

Dabei war Durm in diesem Sommer eigentlich schon auf dem Absprung, er stand mit Mannschaften aus dem Ausland im Kontakt. Doch ein Wechsel kam bis in den Oktober hinein nicht zustande. Kommt der bis 2023 gebundene Außenverteidiger mit Verspätung doch noch in Frankfurt an?

"Ich freue mich natürlich, wenn die Trainingsarbeit belohnt wird. Ich habe im Training Gas gegeben und alles rausgehauen. Jetzt habe ich die Chance erhalten. Das hat mich sehr gefreut und viel Spaß gemacht", erklärte Durm, der sich nie aufgegeben hat.

Durm: "Ein schönes Gefühl"

Er war einer von vier Frankfurter Startelfdebütanten, auch Aymen Barkok (Tor erzielt), Evan N’Dicka und Djibril Sow wussten zu gefallen. Doch die Leistung von Durm war nach neun Monaten ohne Spielpraxis besonders bemerkenswert und so nicht zu erwarten.

Der gebürtige Pirmasenser jedenfalls kann mit einem guten Gefühl nach vorne blicken: "Es ist für einen Fußballer das schönste Gefühl, wenn er auf dem Platz stehen darf." Möglicherweise wird Hütter die Karte Durm in naher Zukunft wieder häufiger ziehen.