Skurriler Videobeweis schockt 96: "Wer diese Regel erfunden hat ..."

SPORT1, Sportinformationsdienst
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Neuer Trainer, alte Probleme: Auch bei der Premiere von Coach Kenan Kocak hat es für Hannover 96 nicht zum ersten Heimsieg der laufenden Spielzeit gereicht.

Nach einer enttäuschenden Leistung unterlagen die Niedersachsen zum Abschluss des 14. Spieltags in der 2. Bundesliga Darmstadt 98 mit 1:2 (1:2) und konnten damit Relegationsrang 16 nicht verlassen.

Kurz vor dem Schlusspfiff sorgte eine kuriose Szene für Aufregung.

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Ausgleich zählt nach Schiedsrichter-Berührung nicht

Hannover kam durch einen traumhaften Distanzschuss von Marc Stendera (87.) zum Ausgleich, Schiedsrichter Martin Thomsen (Kleve) nahm den Treffer allerdings nach Videobeweis zurück. "Ich weiß gar nicht, was da passiert ist", sagte Hannovers Hendrik Weydandt nach dem Schlusspfiff bei Sky

Tatsächlich sah zunächst alles nach dem 2:2 aus, der Ball war vor Stenderas Schuss allerdings an Thomsens Rücken geprallt. Laut dem Regelwerk handelte der Schiedsrichter also richtig, indem er den Treffer aberkannte und auf Schiedsrichterball entschied.

"Ich habe erst auf der Bank erfahren, dass es diese Regel gibt", verriet ein enttäuschter Kocak und reagierte mit Unverständnis: "Wer diese Regel erfunden hat... aber es ist halt so."

Der ebenfalls sehr frustrierte Stendera sah zudem noch Gelb-Rot wegen unsportlichen Verhaltens (90.+2).

"Tiefe Enttäuschung" bei 96

"Wir machen es am Anfang gut, aber wir kriegen zu einfache Gegentore. Letztlich verlierst du wieder zuhause, und das darf nicht sein", sagte 96-Torjäger Weydandt bei Sky: "Es herrscht tiefe Enttäuschung, mal schauen, wie es weitergeht."

Darmstadts Trainer Dimitrios Grammozis meinte: "Der Sieg ist gar nicht mal so unverdient, wir sind sehr glücklich."

Dass die Gäste durch ein Eigentor von Innenverteidiger Waldemar Anton schon in der vierten Minute in Führung gingen, war symptomatisch für die aktuelle Situation des Bundesliga-Absteigers. Zwar konnten die Norddeutschen in der 14. Minute durch Genki Haraguchi ausgleichen. Doch Tobias Kempe traf in der 29. Minute zur erneuten Führung für die Hessen.

Schon nach 45 Minuten hatten die 22.100 Zuschauer die Geduld mit den Platzherren verloren, ein Pfeifkonzert begleitete die 96-Profis in die Kabine. Auch Kocak wirkte genervt von den Leistungen seiner Schützlinge und verschwand umgehend in den Katakomben. Der 38-Jährige ist nach Andre Breitenreiter, Thomas Doll und Mirko Slomka bereits der vierte Trainer bei Hannover in diesem Kalenderjahr.

Hannover verpasst Blitzstart

Möglicherweise hätte die Begegnung einen anderen Verlauf genommen, wenn 96-Torjäger Hendrik Weydandt nach 34 Sekunden für die Gastgeber per Kopfball getroffen hätte. Doch insbesondere in der ersten Halbzeit wirkte das Team verunsichert und ideenlos. Am Samstag (13.00 Uhr/Sky) kommt es für die "Roten" nun zum Nordduell beim FC St. Pauli.

Nach dem Seitenwechsel änderte sich zunächst wenig am Geschehen auf dem feuchten Rasen. Trotz Feldüberlegenhelt kam Hannover kaum zum Abschluss, nur Marvin Ducksch hatte eine Einschussmöglichkeit (55.), drosch den Ball aber über die Querlatte. Kocak reagierte auf die Misere und ersetzte Edgar Prib durch den offensiveren Emil Hansson (58.), was aber auch keine entscheidende Wendung brachte.

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