Manchester United droht eine bittere Pointe

Lukas Scherbaum
Sport1

José Mourinho steht vor seiner ersten Rückkehr ins Old Trafford - und als Trainer von Tottenham Hotspur könnte er nun für das Aus seines Nachfolgers Ole Gunnar Solskajer sorgen.

Eine brisante Konstellation, die in den englischen Medien ein entsprechend großes Thema ist. Zumal nicht wenig dafür spricht, dass die höchst ironische und aus United-Sicht bittere Pointe tatsächlich eintritt. (Premier League: Manchester United - Tottenham Hotspur ab 20.30 Uhr LIVE im SPORT1-Ticker)


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Bei den Spurs hat sich der Wechsel von Mauricio Pochettino zu Mourinho bislang durchaus bezahlt gemacht: In drei Spielen unter Mourinho gab es drei Siege (obwohl es in jedem dieser Spiele zwei Gegentore gab), zudem findet der Portugiese die richtigen Worte im Umgang mit seinem neuen Team.

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Solskjaer mit schlechterer Bilanz als Mourinho?

Kein Wunder, dass er vor der Rückkehr an die alte Wirkungsstätte bester Laune ist. Er habe nach wie vor ein "großartiges Verhältnis zu den United-Fans". Der 56-Jährige erwartet einen freundlichen Empfang von den Rängen. Zweieinhalb Jahre leitete er die Geschicke bei United, bis er im Winter 2018 seine Entlassung hinnehmen musste.


Und sein Gegenüber? Solskjaer steckt in immer größeren Schwierigkeiten, das zeigt schon der schlichte Blick auf die Zahlen. Denn als Mourinho beim englischen Rekordmeister gehen musste, hatten die Red Devils nach 17 Spielen 26 Punkte auf ihrem Konto.

Will Solskjaer (aktuelle Bilanz: 18 Punkte aus 14 Partien) in dieser Hinrunde nicht schlechter abschneiden als sein Vorgänger, müsste United die kommenden drei Begegnungen alle gewinnen. (SERVICE: Tabelle der Premier League)

Das dürfte schwierig werden in der aktuellen Verfassung der "Red Devils", die den Aufschwung der ersten Solskjaer-Monate (14 Siege in 19 Pflichtspielen) nicht in die neue Saison herüberretten konnte.

Zuletzt enttäuschte Solskjaers Truppe gleich bei zwei Aufsteigern in Folge. Gegen Sheffield United und Aston Villa kam United nicht über ein Remis hinaus. Nach dem Spiel gegen die Spurs steht zudem das Manchester-Derby an. Gegen die übermächtig scheinenden Skyblues gab es für United in den letzten fünf Duellen lediglich einen Sieg.

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Mourinho wollte sich auf der Pressekonferenz vor der Partie allerdings nicht weiter zur Situation seines Kontrahenten äußern. In klassischer Mourinho-Manier würgte er die Fragesteller bestimmt ab: "Für euch ist es so, als hätte ich United gestern verlassen. Aber es war nicht gestern, es war vor fast einem Jahr. Ich bin bei Tottenham."

Mourinho mit Mandela-Zitat über seine Zeit bei United

Der neue Spurs-Boss führte sein Team in nur acht Tagen von Rang 14 auf Rang 5, überholte damit seinen Ex-Klub und sicherte zudem das Weiterkommen in der Champions League. Zu seiner United-Vergangenheit zitiert er abschließend sogar Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela. Mourinho bereue seine Zeit bei den Red Devils keineswegs. "Wie Herr Mandela mal gesagt hat: 'Du verlierst nicht, du gewinnst oder lernst'. Bei United habe ich gewonnen und gelernt."

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Aus dem Mund von Solskjaer - im vergangenen März mit einem Dreijahresvertrag von der Interims- zur Dauerlösung befördert - ertönen derweil Durchhalteparolen. Über die kommenden Gegner Tottenham und City meinte er: "Ich fokussiere mich nur auf meinen Job, das ist alles, was ich tun kann."


Sollte Solskjaer bis zur Winterpause nicht einen ähnlichen Sprung in der Tabelle hinbekommen, wie Mourinho ihn in Tottenham vollbrachte, wird United wohl noch vor dem Jahreswechsel erneut auf Trainersuche gehen.

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