Autogrammjäger Nico Rosberg: "Als Kind gab es nur die DTM"

Rebecca Friese

Nico Rosbergs Formel-1-Titel 2016 muss Schicksal gewesen sein. Schließlich ist das auch schon seinem Vater Keke 1982 gelungen. In den Adern der Rosbergs muss Formel 1 fließen. Formel 1? Rosberg Junior klärt jetzt auf: Die Begeisterung für Motorsport kam von der DTM! Und noch mehr: Die Formel 1 kann sich noch einiges von der DTM abschauen!

"Das Tolle an der DTM ist für die Fans diese Nähe. Sie schätzen sehr, dass man ins Fahrerlager kommt. Das gibt es auch in der Formel 1, aber nicht für normale Fans, sondern für Paddock-Club-Mitglieder. Das ist ein Riesenmehrwert, dass man so nahe an die Autos, an das Geschehen und an die Fahrer kommt. Da kann die Formel 1 noch immer etwas dazulernen."

Nach seiner Formel-1-Karriere wechselte Keke Rosberg 1992 in die DTM. Schon 1994 gründete er dort sein eigenes Team, das bis heute besteht. Der kleine Nico war damals schon dabei.

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Wer auf seiner Autogramm-Liste stand

"Ich bin ja schon als Achtjähriger den ganzen Tag im Fahrerlager hin und hergelaufen - mit meinem kleinen Roller. Arno Zensen (Teamchef, Audi-Team Rosberg; Anm. d. Red.) war damals auch schon dabei. Und so ist auch die Geburt meiner Leidenschaft gekommen, indem ich das alles erlebt habe."

Mit den 1990er-Jahren hat sich Rosberg auch ein gutes DTM-Jahrzehnt ausgesucht. "Das waren ganz große Zeiten", schwärmt er noch heute. "Das waren wunderschöne Erlebnisse. Ich war sogar Autogrammjäger. Ich hatte da meine 32 DTM-Fahrer, und mein Ziel war am Ende des Rennwochenendes in Hockenheim, dass alle 32 unterschrieben haben. Da bin ich herumgelaufen wie ein Wahnsinniger - und habe es auch geschafft."

Dem Papa sei Dank: Nico Rosberg konnte schon früh Motorsport-Luft schnuppern

Dem Papa sei Dank: Nico Rosberg konnte schon früh Motorsport-Luft schnuppern <span class="copyright">Motorsport Images</span>
Dem Papa sei Dank: Nico Rosberg konnte schon früh Motorsport-Luft schnuppern Motorsport Images

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Wer damals auf seiner Liste stand: "Wahrscheinlich Bernd Schneider. Uwe Alzen war cool damals. Klaus Ludwig natürlich. Und dann noch einen von den Italienern - den Larini im Alfa. Die waren auch immer stark unterwegs. Stuck natürlich - und so weiter."

Warum er nicht in der DTM landete

1996 saß Rosberg dann bereits im Kart. Dass sein Vater auch einen Rennstall in der Formel BMW besaß, erleichterte den Einstieg in den Formelsport. Dem folgte er bis in die GP2 (heute Formel 2), wo er 2005 Meister wurde. Der logische Schritt danach: nicht die DTM!

Dabei hat es für ihn nicht andres gegeben. Verfolgt habe er "nur die DTM - wegen Team Rosberg natürlich, und weil mein Vater damals in der DTM unterwegs war. Es gab für mich eigentlich fast nur die DTM. Das war echt ein Traum. Und vieles ist ja bis heute so geblieben wie damals. Diese Nähe im Fahrerlager, das ist schon toll."

Rosberg gelang aber der Aufstieg in die Formel 1. Elf Jahre wartete er dort auf seinen Weltmeister-Titel. Danach hing er den Helm an den Nagel. In der "Königsklasse des Motorsports" vermisst er bis heute den gewissen DTM-Flair mit der Fannähe:

"Es ist ja bekannt, dass das in den vergangenen Jahren nicht unbedingt die Stärke der Formel 1 war. Sie arbeiten jetzt dran und verbessern sich, aber da sind noch Riesenschritte zu machen. Das ist ein ganz entscheidendes Thema, warum die DTM so erfolgreich ist: Es ist Rennsport zum Anfassen."

Mit Bildmaterial von Audi.

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