Bald Testfahrten: Prodrive beleuchtet Hintergründe des neuen Dakar-Projekts

Gerald Dirnbeck
motorsport.com

Bei der Rallye Dakar 2021, die wieder in Saudi-Arabien stattfinden wird, tritt ein neues Team mit einem neuen Auto an. Das Königreich von Bahrain hat bei Prodrive ein Auto in Auftrag gegeben. Finanziert wird das Projekt von der Mumtalakat Holding Company, dem Staatsfond von Bahrain.

Dieses neue Team nennt sich Bahrain Raid Xtreme (BRX). Seit Mitte 2019 entwickelt Prodrive in Banbury (Großbritannien) den neuen Prototypen. Es handelt sich um ein Fahrzeug mit Allradantrieb. Beim Motor hat man sich für einen V6 Turbobenziner mit 3,5 Litern Hubraum entschieden.

Im kommenden Januar sollen mindestens zwei BRX-T1-Autos bei der Rallye Dakar am Start stehen. "Über das dritte Fahrzeug haben wir noch nicht entschieden", sagt Prodrive-Chef David Richards im Gespräch mit 'Motosport-Total.com'. "Zwei Autos werden es sein, ein drittes ist möglich."

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Umfangreiches Testprogramm geplant

Die Coronavirus-Pandemie hat die Pläne um sechs Wochen verzögert. Trotzdem will man bald mit den ersten Testfahrten beginnen, denn das erste Auto konnte vergangene Woche fertig aufgebaut werden. Bis zur Dakar-Premiere bleibt noch ein knappes halbes Jahr Zeit.

"Die Ingenieure sagen mir, dass sie sich noch einige Aspekte des Autos genauer anschauen können, für die sie nicht so viel Zeit hatten", sieht Richards die Verzögerung nicht negativ. "Deshalb denke ich, dass wir am Ende sogar noch ein besseres Produkt haben werden."

Kris Meeke wird auch als möglicher Kandidat gehandelt

Kris Meeke wird auch als möglicher Kandidat gehandelt <span class="copyright">LAT</span>
Kris Meeke wird auch als möglicher Kandidat gehandelt LAT

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Prodrive verfügt über sehr viel Erfahrung im Rallye-Sport. In den 1990er-Jahren war das Team für das Subaru-Engagement in der WRC verantwortlich. Mit Colin McRae, Richard Burns und Petter Solberg wurden drei WM-Titel gewonnen.

Die Rallye Dakar ist für Prodrive allerdings Neuland. "Wenn man in eine neue Motorsport-Kategorie einsteigt in der es Wettbewerber mit viel Erfahrung gibt, muss man akzeptieren, dass man viel lernen muss", sagt Richards über die neue Herausforderung.

"In den nächsten sechs Monaten werden wir tausende Testkilometer zurücklegen. Wenn wir dann die Dakar starten, wird das Auto robust und ausgetestet sein. Ich habe keine Zweifel, dass wir konkurrenzfähig sein werden. Aber die Dakar ist eine lange Veranstaltung und alles kann passieren."

Gegner müssen Prodrive als potenziellen Sieger sehen

"Man muss seine Siegchance realistisch einschätzen", so Richards. "Den Motorsport habe ich immer so gesehen, dass man von den Gegnern als potenzieller Sieger eingeschätzt werden muss, wenn man an der Startlinie steht."

"Nach dem Start ist es eine andere Geschichte, weil so viel passieren kann. Ich wäre aber enttäuscht wenn unsere Gegner bei der Startlinie nicht sagen würden: 'Das ist ein potenzieller Sieger'.", setzt sich Richards doch hohe Ziele.

Die Rallye Dakar ist für Prodrive-Chef David Richards ein neues Projekt

Die Rallye Dakar ist für Prodrive-Chef David Richards ein neues Projekt <span class="copyright">Motorsport Images</span>
Die Rallye Dakar ist für Prodrive-Chef David Richards ein neues Projekt Motorsport Images

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Prodrive hat neben der Rallye-WM auch viele weitere Motorsportprojekte betrieben. Von Tourenwagenrennen über Rallycross und Sportwagen. Richards ist Anfang des neuen Jahrtausends auch in der Formel 1 Teamchef von BAR gewesen.

"Warum die Dakar? Weil es eine der wenigen Kategorien im Motorsport ist, an denen Prodrive noch nicht teilgenommen hat. Das Tolle an der Dakar ist das Technische Reglement und die Freiheiten. Die meisten Motorsport-Kategorien sind sehr restriktiv geworden."

"Für Prodrive passt diese offenere Formel sehr gut, denn wir können ein Auto komplett neu entwickeln und sind für jeden Aspekt davon verantwortlich", sagt Richards. "Ari Vatanen hatte auch etwas damit zu tun, denn er hat mich immer ermutigt, die Dakar in Angriff zu nehmen."

"Er ist ein großer Fan der Dakar", sagt der Prodrive-Chef über den viermaligen Dakar-Sieger. "Ari und ich sind sehr gute Freunde und sprechen oft. Er war einer der Personen, die mich für dieses Projekt ermutigt haben. Wir sprechen beim Essen oft darüber."

Mit Bildmaterial von Bahrain Raid Xtreme.

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