Ballack über Sane: "Wird einer der Schlüsselspieler für Deutschland"

Mit den Citizens muss der Ex-Schalker am Mittwoch beim Tabellenführer ran. Der Ex-Chelsea-Star zeigt sich von der Entwicklung Sanes beeindruckt.

Das Top-Spiel der Premier League findet am Mittwoch an der Stamford Bridge statt: Tabellenführer Chelsea empfängt die Gäste von Manchester City und ihren Trainer Pep Guardiola, die vor der Saison noch als großer Titelkandidat gehandelt wurden. Mittlerweile aber haben sich die Blues an der Spitze des Klassements einen ordentlichen Vorsprung erarbeitet - sehr zur Freude des ehemaligen Chelsea-Stars Michael Ballack, der im Namen von BT Sports exklusiv mit Goal über die Begegnung, die beiden Teams und insbesondere Citys Neuzugang Leroy Sane gesprochen hat.

Das Top-Duell zwischen Chelsea und City

"Das ist ein großes Spiel, mit unterschiedlichen Erwartungen auf beiden Seiten. Chelsea führt die Tabelle an und will den ersten Platz absichern, besonders nach der Niederlage vom Wochenende. Sie wollen mit Sicherheit beweisen, dass sie zurecht dort oben stehen."

"Manchester City kämpft um die Champions-League-Plätze, deshalb ist es ein kniffliges Spiel für beide Mannschaften. Es sind zwei fantastische Teams mit viel individueller Klasse. Auf dem Platz wird richtig viel Qualität stehen, hoffentlich sehen wir dann auch einige Tore und offensiven Fußball."

"Niemand hat solch eine Saison von Chelsea erwartet. Die Teams dahinter sind eng zusammen, besonders Tottenham macht es richtig gut."

Warum spielt City in dieser Saison nicht um den Titel mit?

"Ich hatte nicht erwartet, dass Chelsea nach einer schwierigen Saison so schnell und so stark zurückkommen würde. Ich dachte eigentlich, dass Man City das Team ist, das es zu schlagen gilt. Aber manchmal ist es für einen neuen Trainer nicht einfach. Es ist eine lange Saison, mit der Champions League zwischendurch, Dinge verändern sich, es ist eine andere Art, Fußball zu spielen, und das Team muss sich auch an den Trainer gewöhnen."

"Manchmal klappt das alles - wie bei Chelsea. Und manchmal klappt es nicht so schnell - wie bei City. Ich bin mir aber sicher, dass Guardiola die Qualität hat und dass Manchester City die Qualität hat, um im nächsten Jahr den Titel zu holen."

Ist das Duell mittlerweile zum größten Spiel in England geworden?

Natürlich hat im Fußball und im englischen Sport ein Match zwischen Liverpool und Manchester United eine gewisse Geschichte. Allerdings muss man sagen, dass sich Chelsea in den letzten Jahren entwickelt hat. Das Team war in den letzten zehn Jahren sehr erfolgreich, hat die Meisterschaft geholt, den Champions-League-Titel und war oft international in Halbfinals vertreten. Manchester City muss das erst noch zeigen. Das ist ein Klub, der noch wachsen muss, besonders auf internationaler Ebene. Dort warten sie noch auf die Erfolge und auf die Konstanz. Trotzdem ist das natürlich ein Spiel, das sexy ist. Die Spieler sind fantastisch, die Qualität ist vorhanden. Aktuell ist das Spiel nicht weniger attraktiv als ein Duell zwischen Liverpool und United."

"Liverpool spielt auch guten Fußball, deshalb gibt es nur wenig Unterschiede zwischen den Spitzenmannschaften. Es gibt viele gute Teams, fünf oder sechs Stück. Arsenal spielt offensiv, Tottenham auch. Es ist schwer, im Moment ein Spiel herauszunehmen, das das größte ist."

Könnte Eden Hazard von Chelsea zu Real Madrid gehen?

"Bei den Leistungen und der Klasse, die er in dieser Saison gezeigt hat, will ihn wohl jeder Klub auf der Welt haben. Wenn Real Madrid für ihn so viel Geld ausgeben will, dann zeigt das nur, wie gut er ist. Allerdings sollte er sich auch darüber im Klaren sein, was er bei Chelsea hat. Er hatte letztes Jahre eine schwierige Saison, manchmal sah er nicht motiviert aus. Ihm hat Fußball nicht mehr richtig Spaß gemacht, so sah es damals aus. Aber natürlich ist er ein Superstar des Teams."

"Chelsea ist immer darauf aus, die Champions League zu gewinnen. Der Klub sieht immer zu, dass er stark genug ist, um dieses Ziel auch erreichen zu können. Wenn man ein Schlüsselspieler bei Chelsea ist, sollte man das immer bedenken. Wenn man jahrelang dafür gekämpft hat, in solch eine Ausgangslage zu kommen, und dann weg will, in diesem Fall zu Real Madrid, dann würde dort alles von Neuem losgehen. Natürlich hat er die Qualität, sich dort durchzusetzen, aber neben ihm spielen dann ein, zwei oder drei ganz andere Kaliber. Er müsste in diesem Team erneut um seinen Platz kämpfen. Und man kennt die Geschichten, die Spieler bei Real Madrid erlebt haben. Dort ist es nicht einfach. Natürlich ist es ein fantastischer Verein, aber ich kann ihm nichts raten. Er muss das alleine entscheiden."

"Wenn man in der Premier League spielt, dann ist LaLiga etwas ganz anderes. Wenn wir über den Titel in der Champions League reden, liegt Real Madrid im Vergleich mit Chelsea vorne. Das könnte für einen Spieler ein Faktor sein, dass er weiß, dass sein Verein viel Geld ausgibt, um zwei oder drei Spieler zu holen, die das Team auf ein neues Level führen. Man zeigt den Schlüsselspielern, die schon da sind, dass sie mit dem gesamten Kader zufrieden sein können. Das sollte er auch bedenken."

Wie schlägt sich Leroy Sane bislang bei Manchester City?

"Mich beeindruckt seine köperliche Entwicklung. Als er gewechselt ist, war er noch ein Junge, der von Schalke kam. Er hat sich aber schnell an die Premier League gewöhnt und das Selbstbewusstsein, ins Dribbling zu gehen. Er läuft auf die Verteidiger zu. Manchmal bekommt er einen mit, aber er steht dann wieder auf und versteckt sich nicht. Er stellt die Abwehrspieler sofort wieder vor Probleme und hat keine Angst vor den Tacklings. Sein Spiel hat er stark verbessert, weil er jetzt in der Lage ist, lange Sprints zu gehen. Manchmal spielt er Außenverteidiger, manchmal im Mittelfeld auf Außen und manchmal als Flügelstürmer. Ich habe schon fantastische Spiele von ihm gesehen, als er viel defensiver agiert hat und dann lange Läufe mit und ohne Ball gestartet hat."

"Seine Übersicht ist toll, sein linker Fuß auch, er hat eine starke Ballbehandlung: Ich bin mir sicher, mit Pep Guardiola als Trainer wird er immer mehr dazu lernen. Das hat er bei der Nationalmannschaft schon bewiesen, als er dort in den letzten Monaten gespielt hat. Er war stark, nicht nervös und hat sofort Leistung abgeliefert. Ich bin mir ziemlich sicher, dass er in Zukunft einer der Schlüsselspieler für Deutschland sein wird."

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