Bank-Mitarbeiterin wird für gute Tat gefeuert

Willy FlemmerFreier Autor für Yahoo
Yahoo Finanzen

Eine gute Tat kurz vor Weihnachten kostete einer Bank-Mitarbeiterin im US-Bundesstaat Oregon ihren Job. Sie hatte einem Kunden mit etwas Bargeld ausgeholfen. Ihr Chef bestrafte sie dafür mit einer fristlosen Kündigung.

Symbolbild: Getty Images
Symbolbild: Getty Images

Emily James arbeitete beim Kundendienst einer Filiale der U.S. Bank in Portland, als sie am 23. Dezember der Anruf eines Bankkunden erreichte. Marc Eugenio war verzweifelt. Der Gehaltscheck seines neuen Arbeitgebers in Höhe von knapp über 1.000 US-Dollar war angeblich geplatzt. Plötzlich stand er mittellos da – und das kurz vor Weihnachten.

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Nachdem ihm keiner der Mitarbeiter der U.S.-Bank-Filiale in Clackamas County helfen konnte, hatte er beim Kundendienst endlich Emily James in der Leitung. Auch sie versuchte, das Problem zu lösen. Vergeblich – weshalb sie jene Entscheidung traf, die ihr ihren Job kostete.

Eugenio wollte von der Bank nur 20 Dollar haben, um wenigstens nach Hause zu kommen. Er hatte von einer Tankstelle aus angerufen, wo er nicht genug Geld für Benzin hatte. James suchte den Ort auf, gab ihm das Geld, wünschte ihm frohe Weihnachten und begab sich wieder zu ihrem Arbeitsplatz, wie sie in einem Interview mit dem US-Sender KOIN 6 erklärte.

Als sie am nächsten Tag, an Heiligabend wohlgemerkt, in der Arbeit erschien, wurde ihr gekündigt. Und das nicht etwa, weil das Geld aus der Unternehmenskasse stammte; die 20 Dollar gehörten ihr. Grund war vielmehr eine "unerlaubte Interaktion mit einem Kunden", wie man ihr mitteilte. "Sie machten sich Sorgen um meine Sicherheit. Er hätte mich entführen oder erschießen können", so James.

In einem Statement der US Bank klingt die Sorge um die Mitarbeiter so: "Bei der US Bank haben wir Richtlinien und Verfahren zum Schutz unserer Kunden und Mitarbeiter eingeführt." Die Untersuchung des Falls hätte ergeben, "dass Frau James die verfügbaren Lösungen nicht zur Verbesserung der Situation des Kunden nutzte, sondern mit ihren Handlungen sich selbst und die Bank in Gefahr brachte."

Eugenio hält die Entscheidung für lächerlich. Er finde es traurig, dass der einzige Mensch, der helfen wollte, gerade deswegen seinen Job verloren habe, sagte er in einem Interview. Und James? Sie bereut ihre Entscheidung nicht. Ihre wäre es lieber, sagt sie, "ihre Moral würde sich mit jemandem verbünden, der bereit ist, jemanden wie [Eugenio] zu unterstützen, als mit jemandem, der bereit ist, zweieinhalb Jahre und eine Menge Engagement wegzuwerfen."

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