Bankschließfächer im Test: Nicht alle sind versichert

Sandra AlterFreiberufliche Journalistin
Yahoo Finanzen
(Bild: Getty)
(Bild: Getty)

Im Bankschließfach sind Wertsachen sicher aufgehoben. Stiftung Warentest hat Schließfächer von 32 Banken und anderen Anbietern getestet. Nicht bei allen ist eine Versicherung dabei.

Ob Schmuck, Münzen, Goldbarren oder wichtige Dokumente – in einem Bankschließfach sind solche Dinge sicher aufgehoben. Nur der Mieter selbst hat Zugang zu seinem Fach – es gibt keine Verpflichtung Informationen zum Inhalt herauszugeben.

Scrollen, um mit dem Inhalt fortzufahren
Anzeige

Stiftung Warentest hat für das Verbrauchermagazin Finanztest Schließfächer bei 29 Banken und drei weiteren Anbietern überprüft. Die Experten verglichen die Mietpreise und Größen der Fächer und wollten wissen, ob und in welcher Höhe sie versichert sind.

Coronavirus: Was Bankkunden jetzt wissen sollten

Demnach ist der Inhalt eines Schließfachs nicht automatisch versichert. „Bei 6 der 29 Banken ist im Mietpreis keine Versicherung dabei: Deutsche Bank, Hannoversche Volksbank Kreissparkasse München Starnberg Ebersberg, den Sparkassen Hannover und KölnBonn sowie der Stadtsparkasse München. Bei den anderen liegt die Versicherungssumme zwischen 500 und 128.000 Euro“, heißt es im Testbericht.

Versicherung gegen Aufpreis

Bei den meisten Anbietern sei es aber möglich, den Versicherungsschutz gegen Aufpreis dazu zu buchen oder zu erhöhen. Auch sei es lohnenswert einen Blick in die Hausratversicherung zu werfen, möglicherweise seien da Wertgegenstände in Schließfächern mit abgesichert.

Für den Versicherungsfall sei es zudem wichtig, eine Bestandsliste zum Inhalt zu erstellen und an einem sicheren Ort zu hinterlegen. Auch Fotos und Kaufbelege helfen im Ernstfall den Beweis anzutreten. Zudem sei es empfehlenswert, die Gegenstände auf einer Tageszeitung zu fotografieren, um das Datum festzuhalten.

Bargeld sei bei vier der getesteten Banken nicht versichert. Komme es zum Schadensfall, werde es aber auch bei den anderen Banken schwer nachzuweisen sein, wie viel Geld tatsächlich im Schließfach war. Deshalb sei es aus Sicherheitsgründen nicht empfehlenswert, Bargeld in einem Schließfach zu lagern, so die Meinung der Verbraucherschützer.

„Um einen Nachweis über die Höhe des deponierten Geldes zu erhalten, verlangen die Sparda-Banken im Test, die Seriennummern der Geldscheine zu fotografieren“, so Stiftung Warentest.

Das kosten die Schließfächer

Für die Untersuchung haben die Tester bei den Anbietern die Jahresmieten für Schließfächer abgefragt, in die ein Aktenordner passt. Mit 40 Euro am günstigsten ist demnach die Volksbank Mittelhessen. Das teuerste Angebot kam von der Ostseesparkasse Rostock, sie verlangt 200 Euro im Jahr.

Zum Teil habe es im Vergleich zu einer Untersuchung im Jahr 2018 Preiserhöhungen gegeben. Bei der Berliner Bank kostete das Schließfach in 2018 noch 119 Euro, aktuell verlangt sie 159 Euro. Die Hamburger Sparkasse hat von 64 auf 89 Euro erhöht.

Ausnahmezustand: So geht es bei Post und Lieferdiensten weiter

Fünf Banken im Test verlangten von Nichtkunden höhere Mieten. Bei der Förde Sparkasse etwa koste das Schließfach für Kunden 110 Euro, für Nichtkunden das Doppelte.

Neben Banken gibt es auch private Schließfachanbieter. Stiftung Warentest fragte bei neun Unternehmen an, aber nur drei hätten brauchbare Daten geliefert: Pro Aurum, EMS Werteinlagerung und Safe Lounge. Bei diesen Anbietern können Mieter anonym bleiben und bar bezahlen.

Der Nachteil: Die Fächer sind sehr viel teurer, als bei Banken. „In unserem Test kostet das Schließfach für einen breiten Aktenordner bei Pro Aurum 327 Euro, bei Safe Lounge knapp 400 Euro und bei EMS Werteinlagerung sogar 485 Euro“, so Stiftung Warentest.

Heimtresor nicht empfehlenswert

Von einem Tresor zu Hause raten die Experten ab. Denn der könne für Einbrecher ein Hinweis sein, dass in der Wohnung Wertsachen lagern. Bei einem Test von Heimtresoren von vor drei Jahren habe sich zudem gezeigt, dass billige Modelle aus dem Baumarkt leicht zu entwenden und zu öffnen seien.

Tipp der Experten: Der Heimtresor sollte ein Sicherheitszertifikat haben. Geprüfte Tresore haben eine Plakette, auf der die Sicherheitsstufe steht. Der Stahlbehälter sollte nach Möglichkeit an einem nicht sofort sichtbaren Ort in der Wohnung an Boden und Rückwand verankert werden.

Den vollständigen Bericht von Stiftung Warentest zum Thema „Bankschließfächer“ finden Sie hier (kostenpflichtig).

Lesen Sie auch