Baum blickt zurück auf Schalke-Zeit

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Baum blickt zurück auf Schalke-Zeit
Baum blickt zurück auf Schalke-Zeit

Manuel Baum besitzt eine berufliche Bandbreite als Trainer, die sich sehen lassen kann.

Er war Spielertrainer in der Landesliga, Torwarttrainer bei 1860 München, Teamchef des Drittligisten Unterhaching, NLZ-Leiter beim FC Augsburg, wo er auch drei Jahre das Bundesligateam trainierte. Zuletzt saß Baum beim Traditionsklub Schalke 04 für vier Monate auf der Trainerbank, nachdem er zuvor Chef der U-20-Nationalmannschaft des DFB gewesen war.

Im SPORT1-Podcast "Leadertalk" spricht Baum mit Business-Coach und Autor Mounir Zitouni unter anderem über Wertevermittlung bei Fußballprofis, das Schubladendenken der Öffentlichkeit und seine Konfliktfähigkeit auf Schalke.

In Gelsenkirchen erlebte Baum keine leichte Zeit: Im September 2020 der Amtsantritt auf Schalke und im Dezember bereits wieder der Abgang.

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Baum: "Harte Entscheidungen auf Schalke"

Der Fußball-Lehrer deutet an, wie konfliktreich die Zeit bei den Königsblauen war: "Ich bin nicht zwingend ein Freund, der die ganze Zeit über Kompromisse kommt. Ich weiß das selber und musste harte Entscheidungen auf Schalke treffen. Es war schon so, dass du vor harten Entscheidungen mit dem Mannschaftsrat offen kommunizierst, um ein Gefühl dafür zu bekommen. Aber mir war es selbst auch immer lieber, wenn ich einen habe, der tatsächlich Entscheidungen trifft, die auch mal hart sein können, als wenn er die ganze Zeit sagt, hier ein Kompromiss und dort einer."

Grundsätzlich sieht Baum Defizite in der Werteskala von Bundesligaprofis:

"Spieler wissen heute extrem viel über Werte, aber nur als Worthülsen. Die können gut einzelne Werte herunterbeten. Was dahintersteckt, das steht wieder auf einem anderen Blatt. Das gilt es herauszuarbeiten."

Er sagt deshalb: "Mir ist es wichtig, ein einheitliches Wertesystem in der Mannschaft zu haben. Das erarbeitet sich die Mannschaft im ersten Schritt. Die Mannschaft braucht etwas Gemeinsames. Es gilt in Gruppen herauszuarbeiten, wofür wir stehen wollen. Für mich steht das Wort 'gemeinsam' an vorderster Stelle. Werte sind der Kitt, der eine Mannschaft zusammenhält. Als Trainer muss man aber auch Werte vorleben."

Baum: "Du musst kreativ sein"

Klassisches Mentaltraining steht für den Trainer nicht so sehr im Vordergrund. Es gehe eher darum, wie die Spieler ticken und ihre Stärken hervorzuholen: "Wenn du verstehst, was hinter jedem einzelnen Spieler steht, dann kannst du die Wahrscheinlichkeit um ein Vielfaches erhöhen, dass sie Mentalität auf den Platz bringen. Das hat etwas mit Wertschätzung zu tun."

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Ständiges Hinterfragen, Fort- und Weiterbildung sind für den Münchner elementar: "Du musst als Trainer aufpassen, dass dir das Ganze nicht einschläft. Du musst kreativ sein. Du hast etwa 200 Besprechungen im Jahr mit der Belegschaft, sprich mit den Spielern, wer hat das schon in einer Firma? Wenn du 200-mal gleich dasitzt, 200-mal das gleiche Bild an die Wand wirfst, die gleiche Tonalität hast, dann kann schon eine Müdigkeit bei den Spielern eintreten, die dann sagen: Den kann ich mir nicht mehr anhören. Du musst deshalb schauen, dass es lebt, dass es dynamisch ist."

Mounir Zitouni (50) war von 2005 bis 2018 Redakteur beim kicker und arbeitet seit dem 1. Januar 2019 als Businesscoach, betreut Sportler, Trainer und Führungskräfte in punkto Auftreten, Kommunikation und Persönlichkeitsentwicklung. Der ehemalige Profifußballer (OFC, SV Wehen, FSV Frankfurt, Esperance Tunis) hat zuletzt die Autobiographie von Dieter Müller verfasst und veröffentlicht regelmäßig eine Kolumne auf www.sport1.de.

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