Baumann gesteht: Spieler-Kauf hätte Werder-Ende bedeutet

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Baumann gesteht: Spieler-Kauf hätte Werder-Ende bedeutet
Baumann gesteht: Spieler-Kauf hätte Werder-Ende bedeutet

Abstieg! Werder Bremen muss in die 2. Bundesliga, das Horrorszenario ist nunmehr seit einer Woche bittere Realität für den Traditionsklub.

Jetzt wird klar: Der bittere Abschied aus Liga eins ist offenbar aber noch nicht mal das Schlimmste, was den Grün-Weißen hätte passieren können. Werder steckt nicht nur sportlich tief in der Krise - wie schlimm es finanziell um den Klub bestellt ist, zeigen die Aussagen von Geschäftsführer Sport, Frank Baumann.

Das Budget für Spielverpflichtungen habe vor der Saison "exakt null Euro" betragen, sagte der Ex-Profi im Interview mit der Bild. Ein Neuzugang selbst zu günstigen Konditionen wäre "wirtschaftlich unverantwortlich und existenzbedrohend gewesen".

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Baumann stellt unmissverständlich klar: "Der Preis wäre gewesen, dass es Werder jetzt nicht mehr geben würde." Man habe mit den "null Euro" sechs Spieler geholt, die zusammen weniger verdienten, als ein einziger der Spieler, die abgegeben wurden.

Immer wieder wurde die Kaderstellung im Laufe der Abstiegssaison kritisiert. Baumann kontert: "Ich habe eine Gesamt-Verantwortung. Aber wir lagen bei Spielern wie Schmid, Mbom, Erras, Agu oder Chong nicht daneben – wenn man berücksichtigt, welche Möglichkeiten wir hatten und welche Erwartungen wir an die Spieler hatten. Es waren keine Fehleinkäufe."

Baumann: "Wenn wir einen Neuen geholt hätten ..."

Der Abstieg sei zwar dramatisch, aber eben nicht das Werder-Aus: "Wenn wir irgendwann die Rechnungen nicht zahlen können, dann ist das das Ende. Und das wäre passiert, hätten wir einen Neuen geholt." Der Gang ins Fußball-Unterhaus sei "auch eine Riesen-Chance, die wirtschaftliche Situation wieder in den Griff zu bekommen. Wir wollen und wollten den Verein nicht gegen die Wand fahren".

Baumann selbst steht nach Absturz in den letzten Wochen selbst in der Schusslinie, möchte aber bei Werder bleiben.

"Ich bin überzeugt, dass ich in dieser Situation der Richtige für Werder Bremen bin", sagte Baumann vergangenes Wochenende im CHECK24 Doppelpass bei SPORT1. Er sei "grundsätzlich mit mir im Reinen, dass ich Entscheidungen zum jeweiligen Zeitpunkt sehr sorgfältig vorbereitet habe und es sehr gute Argumente gab".

Seine wichtigste Aufgabe nun ist die Suche nach einem neuen Trainer - und da ist der 45-Jährige offenbar schon sehr weit. In einem Interview auf der eigenen Homepage erklärte er, dass Anfang nächster Woche mit einer Entscheidung zu rechnen sein soll. Die Auswahl falle zwischen drei Kandidaten, Namen nannte Baumann nicht.

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