Bayern-Boss schlägt Kahn als DFL-Zukunftsplaner vor

Sportinformationsdienst, dpa
Sport1

Präsident Herbert Hainer vom FC Bayern München hat den langjährigen Nationaltorwart und aktuellen Vorstand Oliver Kahn als Mitglied der geplanten Task Force "Zukunft Profifußball" vorgeschlagen.

"Spontan würde ich sagen, dass Oliver Kahn als derjenige, der in Zukunft die Verantwortung für die FC Bayern München AG trägt, auch der Richtige für diese Gruppe ist", sagte Hainer im Interview mit dem Kicker.

Kahn gehört seit Anfang des Jahres dem Vorstand des Rekordmeisters an, ab Januar 2022 soll er Karl-Heinz Rummenigge als Vorsitzender des Gremiums nachfolgen.

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Bundesliga soll stabiler und demütiger werden

Die Task Force hatte unlängst DFL-Geschäftsführer Christian Seifert ins Gespräch gebracht, um den Fußball nach der Coronakrise finanziell stabiler und demütiger zu machen.

"Die am stärksten wahrnehmbare Kritik findet sich derzeit an der Schnittstelle Sport und Wirtschaft. Da geht es um Spielergehälter, schamlos zur Schau gestellten Reichtum, Ablösesummen sowie Berater, die Millionen kassieren für einen Musterarbeitsvertrag, den sie bei uns aus dem Internet herunterladen können", sagte Seifert der FAZ.

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Bayern-Boss Hainer verteidigt Coronatests für Spieler

Ein großer Kritikpunkt zum für Mai geplanten Bundesliga-Neustart sind auch die geplanten bis zu 20.000 Coronatests.

Hainer verteidigt das Vorgehen der Liga und erklärt: "Die DFL hat nach Überzeugung aller Experten ein sehr gutes Hygiene- und Gesundheitskonzept vorgelegt. Wir müssen den Menschen nahebringen, dass durch die Wiederaufnahme des Spielbetriebes nur ein minimaler Prozentsatz der derzeit noch freien Kapazitäten für Corona-Tests beansprucht wird. Wir müssen erklären, dass den Bürgern dadurch also nicht ein einziger Test vorenthalten wird."

Außerdem müsse man hervorheben, "dass sich die meisten Menschen darauf freuen, samstags wieder Fußball im TV schauen zu können. Und wir müssen deutlich machen, dass sonst der gesamte Fußball wirtschaftlich in größte Probleme gerät, insbesondere kleinere und viele Traditionsvereine."

Ein zeitiger Neustart, auch mit den ungeliebten Geisterspiele, sie auch deshalb unumgänglich. "Wenn wir nicht bald wieder anfangen zu spielen, wird die Bundesliga hinterher nicht mehr so aussehen wie heute", warnte der Bayern-Boss.


Sonderstellung für den Fußball? "Nein"

Er fürchtet in der Diskussion um eine mögliche Sonderrolle des Fußballs in der Corona-Krise keinen Imageschaden. "Nein", antwortete er auf eine entsprechende Frage: "Und ich verstehe ohnehin nicht, wieso in diesem Zusammenhang von einer Sonderstellung gesprochen wird. Die Profifußballer gehen ihrem Beruf nach, wie das in anderen Branchen auch der Fall ist - solange es aus gesundheitlichen Aspekten zu verantworten ist." In allen anderen Bereichen werde es genauso gehandhabt, sagte Hainer.

Die Liga erhofft sich von der Videokonferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit dem Ministerpräsidenten der Länder an diesem Donnerstag entsprechende Signale.

Ein Wiederbeginn wäre frühestens ab dem 9. Mai mit Geisterspielen denkbar.

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