Bayern-Bosse müssen sich an eigenen Worten messen lassen

Pit Gottschalk
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Anfang 2019 war die Aufregung beim FC Bayern groß. Bundestrainer Joachim Löw war an die Säbener Straße gekommen und hatte seinen Weltmeistern Jérôme Boateng, Thomas Müller und Mats Hummels ihr Karriereende in der Nationalmannschaft angekündigt.

Die Bayern-Bosse ließen anschließend kein gutes Haar an Löw, bemängelten sowohl den Stil und Zeitpunkt des Abschieds als auch die fachliche Begründung. Immerhin: Löw hatte das persönliche Gespräch mit seinen Spielern gesucht.

So viel Mühe machten sich die Bayern-Bosse bei ihren eigenen Personalentscheidungen nicht. Boateng musste aus der Bild erfahren, dass der Vorstand keine gemeinsame Zukunft mehr beim FC Bayern sieht. Der Berater hätte durchaus mehr Mitgefühl erwartet.

Hummels und Boateng auch beim FC Bayern aussortiert

Boateng gewann zweimal die Champions League mit dem Verein und zeigte zuletzt, als die Abwehr einen Personalmangel beklagte, Verlässlichkeit und Tatendrang. Das allein zählte offenbar nicht mehr.

Im Nachhinein wirkt die damalige Aufregung beim FC Bayern umso erstaunlicher. Zwei der drei Löw-Entscheidungen sind längst in den eigenen Reihen vollzogen. Hummels floh als Erster, als ihm das Abstellgleis drohte. Boateng, schon im Mai 2019 von Uli Hoeneß öffentlich angeprangert, folgt ihm als Zweiter.

Bliebe nur noch Thomas Müller. So falsch kann also Joachim Löws Planung zur EM 2020/2021 nicht gewesen sein: Bayern macht's ihm ja nach.

Bayern-Bosse haben den Ball verstolpert

Damit man die Kommentierung nicht falsch versteht: Personalwechsel im Profifußball sind etwas ganz Selbstverständliches und lösen bei denen, die gegen ihren Willen den Verein verlassen sollen, fast immer Groll oder Enttäuschung aus.

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Wenn man einerseits aber dem Bundestrainer Zeitpunkt und Vorgehen beim Generationswechsel vorwirft, muss man sich andererseits an den eigenen Worten messen lassen.

Im Fall Boateng haben die Bayern-Bosse den Ball verstolpert.