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„...dann müssen sie schon sehr weit mit Haaland sein“

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„...dann müssen sie schon sehr weit mit Haaland sein“
„...dann müssen sie schon sehr weit mit Haaland sein“

Markus Feulner machte die ersten Schritte als Fußballprofi beim FC Bayern.

Beim FSV Mainz 05 hatte er seine längste Zeit (2006 bis 2009). Aktuell ist der 40-Jährige Co-Trainer bei der U19 des FC Augsburg und das überaus erfolgreich.

Vor dem Spiel der Mainzer gegen den FCB spricht Feulner im SPORT1-Interview über die Nullfünfer, den Rekordmeister, beide Trainer - und rüffelt einen Jungstar der Mainzer. (Bundesliga: Mainz 05 - FC Bayern, Sa., 15.30 Uhr im LIVETICKER)

SPORT1: Herr Feulner, Sie sind mit der U19 des FCA sehr erfolgreich. Erzählen Sie mal…

Markus Feulner: Wir haben jetzt noch einen Spieltag und können Staffelmeister werden. Wir sind punktgleich mit dem 1. FC Nürnberg. Frankfurt ist nur einen Zähler hinter uns, auch der VfB Stuttgart kann es theoretisch noch schaffen. Wir haben am Samstag das große Finale gegen Heidenheim und sollten wir unser Spiel gewinnen, sind wir aufgrund des Torverhältnisses Erster. Das wäre für uns in Augsburg ein Riesenschritt, das Halbfinale zu erreichen. Das wäre ein ganz großer Erfolg.

SPORT1: Sie gehen als Co-Trainer richtig auf, sind auch gerne mal der harte Hund, haben Sie im letzten Interview erzählt. Wie stolz macht Sie der aktuelle Erfolg?

Feulner: Sehr stolz. Unsere Jungs haben sich das über die ganze Saison erarbeitet. Wir hatten natürlich auch zahlreiche Ausfälle durch Corona oder aufgrund von Verletzungen. Unsere Spieler haben so viel weggesteckt und richtig Mentalität bewiesen, indem sie in den Spielen immer wieder zurückgekommen sind. Die Mannschaft hat eine extreme Qualität. Ich habe selten so viel Mentalität und so viele Persönlichkeiten in der Jugend auf einmal gesehen.

„Bayern hat wahnsinnige Qualität verloren“

SPORT1: Lassen Sie uns über das Spiel Mainz gegen Bayern sprechen, Ihre früheren Vereine. Die Münchner sind bereits Meister. Dennoch war es zu wenig in dieser Saison, oder?

Feulner: Ja. Der Anspruch von Bayern München ist in der Champions League mindestens ins Halbfinale zu kommen, das haben sie verpasst. Man ist zudem aus dem Pokal ausgeschieden und am Ende bleibt eben „nur“ noch die Meisterschaft. Das ist in München natürlich zu wenig. Man hat auch gemerkt, dass sich die Mannschaft in dieser Saison erst finden und sich vielleicht auch an den Trainer (Julian Nagelsmann, d. Red.) gewöhnen musste. Sie hatten tolle Spiele, aber es gab auch immer wieder diese extremen Tiefs wie das 0:5 in Gladbach oder das 0:1 bei Villarreal, in denen man fast chancenlos war. Solche Auftritte will man beim FC Bayern nicht sehen.

SPORT1: Fordert Julian Nagelsmann zu viel von seinen Spielern?

Feulner: Nein, ich denke nicht. Ich glaube, dass er den Spielern extrem viel abverlangt, vor allem Konzentration im Training. Er erklärt ihnen meines Wissens sein Spiel im Detail, wie er es haben möchte. Er fordert sie und fördert sie natürlich auch. Aber man darf nicht vergessen, dass der FC Bayern einfach eine wahnsinnige Qualität verloren hat, gerade mit David Alaba. Er hat das Spiel von hinten raus gemacht und diese Qualitäten dann 1 zu 1 zu ersetzen, ist extrem schwierig.

SPORT1: Nagelsmann baute im Verlauf der Saison immer wieder junge Spieler ein.

Feulner: Es ist schon so, dass der eine oder andere junge Spieler öfter zum Einsatz kommen soll und auch im Training immer wieder dabei ist. Die Talente sollen ihre Chance bekommen. Ich glaube, dass man bei Bayern auch jetzt bei so vielen jungen Talenten diese natürlich heranführen und sehen möchte, ob sie die Qualität haben.

„Musiala bringt frischen Wind“

SPORT1: Glauben Sie, dass sich da womöglich sogar eine neue Philosophie entwickelt?

Feulner: Nein, soweit wird es nicht kommen. Ich glaube, dass beim FC Bayern immer die Elf spielt, die die beste Qualität hat. Man wird jetzt nicht von heute auf morgen den Stil ändern und sagen ‚Okay, wir wollen jetzt nur noch junge Spieler fördern‘, denn dafür ist der Verein viel zu ehrgeizig. Es gibt immer das Ziel, Meister zu werden und in der Champions League möglichst weit zu kommen. Den Pokal will man natürlich auch gewinnen. Da können es sich die Bosse nicht erlauben zu sagen ‚Ich brauche jetzt zwei, drei Jahre und fördere junge Spieler‘. Ich glaube nicht, dass man so viel Geduld hat mit einem Trainer, der das dann vielleicht anstrebt. Am Ende geht es darum Titel zu gewinnen. Dafür kommen Spieler zu Bayern München. Eine andere Philosophie kann ich mir bei Bayern nicht vorstellen. (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)

SPORT1: Wer hat Sie in dieser Saison bei den Bayern am meisten überzeugt?

Feulner: Definitiv Jamal Musiala. Er hat natürlich auf der 6er und 8er-Position noch Luft nach oben, aber er ist immer wieder derjenige, der reinkommt und frischen Wind bringt, der die Bälle haben will und sie auch fordert. Er hat die Qualität, sich im Eins gegen Eins durchzusetzen oder auch mal einen tiefen Ball zu spielen auf den einlaufenden Spieler. Man sieht einfach den Spielwitz von Musiala, aber auch die Qualität bei der Ballkontrolle und das genau ist die Qualität, die Bayern München braucht.

„... dann müssen sie schon sehr weit mit Haaland sein“

SPORT1: Braucht Bayern München weiter Robert Lewandowski? Oder glauben Sie, dass man tatsächlich mit dem Gedanken spielt, ihn ziehen zu lassen, um dann Erling Haaland zu holen? Lewandowskis Berater Pini Zahavi war am Donnerstag in München. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Feulner: Ich habe in Dortmund mit Lewy zusammengespielt und seine Qualitäten sind unangefochten. Ich glaube, wenn Bayern München diesen Plan hat und ihn wirklich ziehen lässt, dann müssen sie schon sehr weit sein mit Haaland. Es ist definitiv so, dass ich so einen Stürmer wie Lewy nicht gehen lassen, dass haben die Bayern ja auch immer wieder betont. Er hat in den vergangenen Jahren bewiesen, was für eine brutale Qualität er einfach hat und dass er deshalb nicht zu ersetzen ist.

SPORT1: Würden Sie lieber versuchen Lewandowski über 2023 hinaus zu halten oder eher alles dransetzen, um Haaland zu bekommen?

Feulner: Ich kenne die Qualitäten von Lewy und würde natürlich alles daran setzen, ihn zu halten. Auch, wenn er vielleicht schon ein hohes Alter hat für einen Bundesligaspieler. Aber diese Qualitäten, die er hat, kann er immer noch drei, vier Jahre in die Waagschale werfen. Er wird weiter seine Tore erzielen. Also: Bayern sollte Lewy mit aller Macht halten.

SPORT1: Lassen Sie uns über Mainz 05 sprechen. Der Klub hat eine solide Runde gespielt und mit dem Abstieg nichts zu tun. Wie sehen Sie die Entwicklung unter Bo Svensson, mit dem Sie ja noch zusammengespielt haben.

Feulner: Er hat der Mannschaft dieses Selbstverständnis und Selbstvertrauen wiedergegeben, um souverän Spiele zu gewinnen. Die Mainzer haben eine hervorragende Runde gespielt, das 0:5 vergangene Woche in Wolfsburg war eine Ausnahme. Das kann passieren, nur hat Bo Svensson diesen Anspruch, jedes Spiel gewinnen zu wollen. Und wenn man es nicht gewinnt, dann will er zumindest ein Gegner sein, der immer wieder unangenehm ist.

„Svensson war schon auf dem Platz ein Stratege“

SPORT1: Wann haben Sie damals gemerkt, dass er mal in der Bundesliga Trainer werden kann?

Feulner: Er war damals schon ein Stratege auf dem Platz. Auch als Innenverteidiger hat er Räume erkannt und sehr viel gesprochen. Er hat in der Viererkette immer die Kommandos gegeben, ich habe super gerne mit ihm gespielt, weil ich immer wusste ‚Ok, Bo ist hinter mir und organisiert das schon‘. Das gab mir als Mittelfeldspieler ein Gefühl der Sicherheit. Er hat sehr viel kommuniziert und wie war immer unglaublich ehrgeizig.

SPORT1: Svensson ist also ein Glücksfall für die Mainzer?

Feulner: Auf jeden Fall. Er hat natürlich auch einen wahnsinnig tollen Charakter und kann mit vielen Persönlichkeiten auch umgehen. Ich kann mir vorstellen, dass er einen guten Draht zu den Spielern hat, aber sicher auch verdammt viel abverlangt. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

„Ich halte es für falsch, jetzt ein Fass aufzumachen

SPORT1: Welcher Mainzer ist Ihr Spieler der Saison?

Feulner: In Mainz war immer das Kollektiv der Star. Also zu meiner Zeit war das auf jeden Fall so. Es gab nie den einen Spieler, der herausragte. Man hat immer als Team für Furore gesorgt. So ist das heute auch noch. Deshalb will ich da eigentlich keinen einzelnen Spieler rauspicken. Wenn ich einen Spieler aber nennen muss, dann natürlich Robin Zentner (Torwart von Mainz 05, d. Red.), der eine große Persönlichkeit und ein sehr guter Kommunikator außerhalb des Platzes ist. Diese Typen sind einfach wichtig die aus dem Klub kommen und sich damit identifizieren, für diese Stadt für diesen Verein zu spielen. Wenn man drei, vier solcher Stützen in der Truppe hat, dann ist es auch leichter, neue Spieler zu integrieren.

SPORT1: Wat Mainz Ihre schönste Zeit als Profi?

Feulner: Würde ich schon sagen. Ich hatte in der 2. Liga ein herausragendes Jahr mit dem Aufstieg in die erste Liga. Dadurch konnte ich den Schritt zu Borussia Dortmund wagen. Es war eine sehr schöne Zeit in Mainz und ich denke sehr gerne daran zurück.

SPORT1: Jonathan Burkhardt ist erst 21 und schon der Star in Mainz. Jetzt sagte er, dass er nicht weiß, was in der nächsten Saison wird,. Er müsse sich mit seinem Berater mal besprechen. Dabei hat er noch zwei Jahre Vertrag. Das kam bei Svensson gar nicht gut an.

Feulner: Ich habe dazu eine klare Meinung. Wenn du als Spieler noch zwei Jahre Vertrag hast, dann kannst du dich vielleicht mit deinem Berater austauschen. Ich halte es aber für falsch, jetzt ein Fass aufzumachen und etwas nach außen zu tragen. Es entsteht nur Unruhe in der Mannschaft. Ob das jetzt gewollt oder ungewollt ist, spielt für mich keine Rolle. Der Junge hat noch einen gültigen Vertrag, hat sich sicher gut entwickelt, aber der Markt ist so offen. Wenn das richtige Angebot kommen würde und der richtige Preis bezahlt werden würde, ist jeder verkäuflich. Ich finde es falsch, sich so zur Schau zu stellen und in die Öffentlichkeit zu gehen, um auf sich aufmerksam zu machen.

SPORT1: Können Sie Svenssons Unmut verstehen?

Feulner: Auf jeden Fall. Als Trainer brauchst du diese Diskussionen um offene Abgänge nicht, vor allem nicht nach einer bitteren Niederlage und vor einem Spiel gegen die Bayern. Da möchtest du dich mit anderen Themen befassen.

SPORT1: Wie geht es aus am Samstag?

Feulner: Es ist immer gefährlich, wenn die Bayern auch nochmal durchmischen, weil die Spieler, die bisher hinten dran standen und weniger gespielt haben, absolut heiß sein werden. Die Bayern werden hochmotiviert sein und am Ende auch verdient gewinnen.

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