LIVE auf SPORT1 im TV & Stream: Bayern will die Kurve kriegen

Christian Paschwitz, Stefan Junold
Sport1

Zumindest das Selbstverständnis klingt noch FC-Bayern-like:

"Wir dürfen jetzt nicht rumheulen. Es ist fast egal, gegen wen wir spielen", sagt Paul Zipser vor dem Viertelfinal-Hinspiel in den BBL-Playoffs gegen die MHP Riesen Ludwigsburg am Mittwoch trotzig. (easyCredit BBL: FC Bayern Basketball - MHP Riesen Ludwigsburg ab 20.15 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVETICKER).

Mag die Vorrunde beim Meisterturnier in der eigenen Halle nach so "mittelprächtig" gewesen sein, wie die Münchner um ihren Shooting Guard selbst einräumen. (SERVICE: Spielplan, Zeiten und Ergebnisse)

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"Phasenweise haben wir zuletzt sehr gut gespielt, phasenweise auch sehr schlecht - das ist uns zum Verhängnis geworden", sagt Zipser bei SPORT1

Der verpatzte Turnierauftakt gegen Ulm und die Pleite im Gruppenfinale gegen Oldenburg (81:89), durch die die Bayern nur als Dritter in die K.o.-Runde eingezogen sind, soll nicht weiter von Bedeutung sein. "Wir sehen uns nicht als Underdog", meint Coach Oliver Kostic. "Wir leben noch."


Bayerns unerklärlicher Leistungsabfall

Und dennoch: Vor dem ersten Playoff-Showdown gegen die Riesen wirken gerade die Bayern wider Erwarten ziemlich geschrumpft. Schon zu Beginn der K.o.-Phase droht der hochgehandelte Titelverteidiger zu straucheln.

Weniger wegen der noch immer schlagkräftig klingenden Namen ungeachtet der Ausfälle von Topscorer-Duo Nihad Djedovic und Greg Monroe. "Die Bayern haben immer noch mit Abstand die besten Spieler in den Reihen und alle Möglichkeiten, hier Meister zu werden, ohne Probleme", sagt Marco Baldi dazu.

Doch auch dem Geschäftsführer des noch unbesiegten Teams von ALBA Berlin dürfte keineswegs entgangen sein, wie lang die To-Do-Liste des Starensembles ist auf dem Weg zum erhofften Titel-Hattrick.

Was beim "Heimteam" besonders ins Auge sticht ist der Leistungsabfall in der Crunchtime.


Lucic - aber sonst kein Anführer

Gegen Oldenburg hatten die Münchner eine Führung aus der Hand gegeben und ungewöhnlich teilnahmslos die Aufholjagd der Gäste über sich ergehen lassen.

Vladimir Lucic gab hierzu bei Magentasport einen erstaunlichen Einblick in die Psyche des Teams in jenem Moment: "Wir hatten zwar eine gute Phase, aber als wir fünf oder sechs Zähler hinten lagen, hatte man das Gefühl, das Spiel ist vorbei." 

Bis auf den Small Forward war bei den Bayern, die nach einer zwischenzeitlichen 56:47 einen 0:14-Lauf hinlegten, denn auch kein wirklicher Anführer zu erkennen.

Mehr noch: Manch kritischer Beobachter hatte den Eindruck, einige Akteure seien teilweise unmotiviert, als wäre die Saison bereits abgeschlossen - beispielhaft dafür, als Leon Radosevic in Spiel 1 gegen ratiopharm Ulm (85:95) sich gleich zwei Fouls binnen 10 Sekunden leistete.

"Wir ziehen grundsätzlich an einem Strang, die Chemie stimmt. Aber in einer schlechten Phase fallen wir im Moment zu schnell auseinander. Da müssen wir zusammen bleiben und besser reagieren", so Zipser bei SPORT1.

Charaktertest gegen Ludwigsburg

"Wir müssen fokussierter sein und zusammenstehen", mahnt Trainer Kostic. Und Kapitän Danilo Barthel ergänzt mit Verweis auf die Lethargie von Außen: "Wir brauchen auch mehr Energie von der Bank. "Wir müssen mehr als Team agieren, sowohl offensiv als auch defensiv."

Der nun zu bestehende Charaktertest ist das eine - das andere sind die spielerischen Defizite, über die auch die Siege gegen die ersatzgeschwächten Merlins Crailsheim (110:79:110) und das deutlich schlechter besetzte BG Göttingen (90:53) nicht hinwegtäuschen. 


16 Turnover gab es zuletzt, darüber hinaus ließ Bayern 15 Oldenburger Offensiv-Rebounds zu. "Wir haben einige Statistiken, mit denen man kein Spiel gewinnen kann", haderte Kostic, der während der Partie immer wieder verzweifelt "Box out!" gebrüllt hatte und vergebens hoffte, dass seine  - aber seine Spieler die Niedersachsen am Rebound hinderten.

"Wir haben zu viele Fastbreaks hinnehmen müssen - gegen Ludwigsburg müssen wir uns schneller organisieren, viel mehr miteinander reden", mahnt Zipser.

Eine Erkenntnis, die auch den früheren NBA-Akteur selbst miteinschließt. "Die Spieler, die Erfahrung haben, müssen sich ein bisschen mehr fokussieren", fordert Nationalspieler Barthel - und  hofft auf eine andere Einstellung, die aber durch die besondere Brisanz in der K.o.-Phase "ein bisschen von allein" komme. 

"Wenn wir uns weiterentwickeln bis zum Finale, ist es egal, wer als Gegner kommt. Ich schaue nicht weiter auf andere Teams.", sagt Zipser.

Bayern-like eben.

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