“Bayern ist nicht mehr dasselbe wie früher"

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“Bayern ist nicht mehr dasselbe wie früher"
“Bayern ist nicht mehr dasselbe wie früher"

Glen Johnson hat in seiner Karriere einiges erlebt. Der Engländer lief 54 Mal für sein Land auf, spielte sechs Jahre für den FC Liverpool und wurde mit dem FC Chelsea englischer Meister.

Am Samstag kommt es zum Duell seiner beiden Ex-Vereine, SPORT1 erreichte den heute 37-Jährigen im Vorfeld der Partie an seinem Geburtstag zum Interview (zur Verfügung gestellt von Wettfreunde.net).

“Ich werde nachher mit meiner Familie unten am Strand mit ein paar Bier feiern”, erklärt Johnson und berichtet dann, warum ihn Thomas Tuchel so beeindruckt, was Bayern und Real Madrid gemeinsam haben und was er über das Rassismus-Problem im englischen Fußball denkt.

SPORT1: Ihre Ex-Klubs FC Liverpool und FC Chelsea hatten an den ersten beiden Spieltagen der Premier League jeweils zwei Siege zu feiern. Welches Team auf der Insel hat Sie zum Saisonstart am meisten beeindruckt?

Johnson: Ich muss sagen, dass es Chelsea war. Es ist so wichtig einen guten Start zu erwischen. Sie sind in der letzten Spielzeit regelrecht geflogen und scheinen nun genau da weiterzumachen. Sie haben mich wirklich beeindruckt.

SPORT1: Ihre Meinung als Premier-League-Sieger, welche Mannschaft wird in dieser Saison den Titel holen?

Johnson: Das ist nach zwei Spieltagen natürlich schwer zu sagen. Es wird aber ein Duell zwischen Manchester City und dem FC Chelsea. Der Kader von City ist einfach zu gut, aber es könnte eine große Herausforderung für sie werden, wenn Chelsea die derzeitige Form bestätigt.

SPORT1: Sie glauben also nicht, dass Liverpool im Meisterrennen mitwirken kann?

Johnson: Ich denke, dass ihre Startelf mithalten kann. Sie sind aber nur zwei oder drei Verletzungen davon entfernt, in Schwierigkeiten zu kommen. Bei der Anzahl an Wettbewerben mit Premier League und Champions League braucht es einen sehr breiten Kader. Ich glaube, dass das für die Reds zum Problem wird.

SPORT1: Liverpools Abwehrchef Virgil van Dijk hatte auch einer schweren Verletzung zu kämpfen. Denken Sie, dass er nun so dominant zurückkommen kann, wie er es vor der Verletzung war?

Johnson: Ich glaube, dass er das auf jeden Fall kann. Leicht wird es aber nicht. Er hatte eine schlimme Verletzung, da ist es nicht leicht eine Match-Fitness zurückzuerlangen. Es wird auf jeden Fall einige Zeit brauchen, er kann aber auf jeden Fall wieder sein Level erreichen.

SPORT1: Sie haben Ihre Begeisterung für Chelsea zum Ausdruck gebracht. Mit Thomas Tuchel haben die Blues einen deutschen Coach. Sind Sie von ihm beeindruckt?

Johnson: Um ehrlich zu sein, bin ich sehr beeindruckt von ihm. Am Anfang war ich das noch nicht. Sie hatten zwar fünf Spiele gewonnen, aber in keinem davon sonderlich gut gespielt. Das wirkte so, als ob das viele Trainer hätten schaffen können. Seitdem hat er aber einen fantastischen Job gemacht. Er hat ein verunsichertes Team übernommen und stabilisiert. Jetzt hat er auch den Fußball der Mannschaft entwickelt. Er macht einen großartigen Job.

“Ich glaube nicht, dass Timo Werner gehen muss”

SPORT1: Chelsea wirkt derzeit ein wenig wie ein deutscher Klub auf der Insel. Timo Werner ist einer aus der deutschen Kolonie, hatte aber keine leichte erste Saison. Jetzt hat er mit Romelu Lukaku auch noch einen Superstar als Konkurrenten bekommen. Sollte Werner den Klub verlassen, oder kann er sich durchkämpfen?

Johnson: Ich glaube nicht, dass er gehen muss. Er muss sich mit Sicherheit verbessern, aber er muss Chelsea nicht verlassen. Man darf nicht vergessen, dass Lukaku und Werner zwei komplett verschiedene Spieler sind. Ich denke, dass Werner eher mit Flügelstürmern wie Hakim Ziyech konkurriert. Er muss sicherlich einiges tun, um sich zu verbessern. Ich glaube aber, dass er dazu in der Lage ist. Es geht um Selbstvertrauen.

SPORT1: Was genau kann Werner verbessern?

Johnson: Er muss irgendwie sein Selbstvertrauen zurückbekommen. Das geht nur über harte Arbeit. Er braucht vielleicht auch ein erzwungenes Tor, viele Stürmer fangen dann an regelmäßig zu treffen. Wenn das passiert, kann er sich entspannen. Momentan spürt er viel Druck und versucht es zu erzwingen.

SPORT1: Mit Kai Havertz und Antonio Rüdiger spielen noch zwei weitere deutsche Spieler bei Chelsea. Was halten Sie von Ihnen?

Johnson: Ich mag sie beide. Havertz gewöhnt sich langsam an die Premier League und zeigt nun viele ansprechende Leistungen. Ich mag auch Rüdiger, obwohl er immer mal wieder einen Fehler macht und manchmal etwas schlampig spielt. Dafür spielt er mit Leidenschaft und man kann sich in wichtigen Spielen auf ihn verlassen.

Johnson setzt auf Tuchel im Duell mit Klopp

SPORT1: Am Samstag kommt es zum Showdown zwischen Ihren Ex-Klubs Liverpool und Chelsea. Wer gewinnt?

Johnson: Ich glaube, dass es Chelsea machen wird. Man weiß es aber nie, es sind zwei fantastische Mannschaften. Ich hoffe, dass es ein offener Schlagabtausch wird. Beide Mannschaften wollen attackieren, weswegen es ein richtig gutes Spiel werden könnte.

SPORT1: Ihr Karriereende liegt nun rund drei Jahre zurück. Drücken Sie einem Team die Daumen oder sind Sie bei der Partie neutral?

Johnson: Ich bin mittlerweile neutral. Ich hatte bei beiden Klubs großartige Jahre. Ich habe den großen Vorteil, dass ich mich hinsetzen und das Spiel genießen kann. Ein Unentschieden wäre sicherlich das ideale Ergebnis für mich, ich werde aber einfach das Spiel ansehen und mich darüber freuen.

“Bayern, Real und Barca sind nicht mehr dasselbe wie früher”

SPORT1: Die englischen Klubs haben in den letzten Jahren die europäischen Wettbewerbe dominiert. Werden die Premier-League-Klubs die Champions League auch in diesem Jahr dominieren?

Johnson: Ich glaube schon, dass die englischen Klubs die Champions League dominieren werden, die Frage ist, ob auch eine englische Mannschaft gewinnen wird. Bayern München, Real Madrid und der FC Barcelona sind nicht mehr dasselbe wie früher. Es gibt viele große Klubs, die nicht mehr so gut performen. Interessant ist der Blick auf Paris Saint-Germain. Wenn ich auf den Kader blicke, denke ich mir: ‚Die haben ja jeden!’ Es wird darauf ankommen, ob die Stars zusammenspielen können. Wenn das der Fall ist, dann können sie ohne Zweifel jede Mannschaft besiegen.

“Das große Problem ist, dass die Plattformen den Idioten eine Stimme geben”

SPORT1: Ein großes Thema auf der Insel sind rassistische Anfeindungen gegenüber den englischen Nationalspielern Marcus Rashford, Jadon Sancho und Bukayo Saka. Diese resultierten aus dem verlorenen EM-Finale der Three Lions, doch sind noch immer allgegenwärtig und scheinen nicht aufzuhören. Kann das einen Einfluss auf die Karriere der jungen Spieler haben?

Johnson: Ja, das ist möglich. Es gibt so viele Plattformen, dass es so ist, wie Sie sagen: Es hört nicht auf. Die Anfeindungen gibt es jeden Tag wieder. Ich würde den Spielern raten, nicht alles zu lesen und sich von den Social-Media-Kanälen fernzuhalten. Das ist aber natürlich nicht die Lösung. Es ist sehr schwierig, aber ich hoffe, dass es nicht die Leistungen der Spieler beeinflusst.

SPORT1: Was kann gegen die Anfeindungen unternommen und wie können sie gestoppt werden?

Johnson: Wow, das ist sehr schwierig. Das große Problem ist, dass die Plattformen den Idioten eine Stimme geben. Sie sollten von den Plattformen verbannt werden, sobald sie sich nicht an Regeln oder Gesetze halten. Es ist der einzige Weg, wie das gestoppt werden kann, doch dann können einfach neue Profile angelegt werden. Es ist wirklich schwierig.

SPORT1: Sie sind nun 37 Jahre alt und rund drei Jahre raus aus dem Fußball-Business. Wie geht es für Sie weiter?

Johnson: Ich bin bei einigen TV-Übertragungen als Experte dabei, vor allem bei Spielen der Premier League. Ansonsten spiele ich ein bisschen Golf und versuche mein Leben zu genießen.

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