Bayern-Rückkehr? Das sind Schweinsteigers Optionen

Carsten Arndt
Sport1

Am Ende eines denkwürdigen Abends kündigte Bastian Schweinsteiger an, was die Fans des FC Bayern seit jeher träumen lässt.

"Ich werde auf jeden Fall zurückkommen in die Heimat", versprach er nach seinem emotionalen Abschiedsspiel in der Münchner Allianz Arena im August 2018: "Nur wann, weiß ich noch nicht."

Etwas mehr als ein Jahr später, stellt sich die Frage, ob nun die Zeit gekommen ist. Schweinsteiger absolvierte am Wochenende mit Chicago Fire womöglich das letzte Spiel seiner Karriere.

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Doch wie geht es nun weiter? Welche Optionen hat Schweinsteiger überhaupt? SPORT1 nennt mögliche neue Aufgaben.

- Führungsrolle beim FC Bayern

Wenn es einer wissen muss, dann Jupp Heynckes.

"Bedenkt man sein Renommee, sein Image, seinen Charakter und seine Historie im Fußball, so ist er wirklich prädestiniert dafür, eine Führungsposition bei Bayern einzunehmen", sagte Bayerns Triple-Trainer über seinen ehemaligen Spieler Schweinsteiger. 

Karl-Heinz Rummenigge hat schon des Öfteren betont, dass er ihn im Klub integrieren würde.

"Ich habe zu Basti relativ viel Kontakt. Wir texten regelmäßig und telefonieren auch mal. Ich habe ihm gesagt, er soll sich mal gedanklich damit auseinandersetzen, ob das eine reizvolle Option für ihn ist", verriet der Bayern-Boss.

Die Frage bleibt aber, welcher Posten für Schweinsteiger überhaupt zur Verfügung stehen würde. Die Nachfolge von Rummenigge als Vorstandsvorsitzender übernimmt ab 2021 Oliver Kahn, Herbert Hainer löst im November Uli Hoeneß als Präsident ab und Sportdirektor Hasan Salihamidzic könnte womöglich in naher Zukunft in den Vorstand aufrücken.

Denkbar wäre vielleicht noch ein Modell à la Sebastian Kehl, der bei Borussia Dortmund in seiner Funktion als Leiter der Lizenzspielerabteilung das Bindeglied zwischen Vorstand und Mannschaft bildet.

- Privatier in Chicago

Dass Bastian Schweinsteiger nach seinem möglichen Karriereende nicht mehr zwingend arbeiten muss, um bis zur Rente gut über die Runden zu kommen, dürfte klar sein.

Zahlreiche Werbeverträge (u.a. Adidas, Funny Frisch, Deutsche Automatenwirtschaft) sichern ihm schon jetzt zusätzliche Einnahmen. Dazu ist seine Frau Ana Ivanovic, ehemalige Nummer eins im Tennis, finanziell ebenfalls ausreichend bestückt. 

"Ich werde mit meiner Frau reden und dann entscheiden", sagte der Weltmeister von 2014 schon nach der letzten Saison auf die Frage, ob er vielleicht sogar unabhängig vom Fußball in Chicago bleiben wolle: "Mir gefällt es hier."

Schweinsteiger schätzt die Ruhe, die er mit seiner Frau und den beiden Kindern in der US-Metropole am Lake Michigan genießt. Er kann auch mal unerkannt durch die Straßen schlendern, da Fußball in den USA nicht einen derartigen Stellenwert genießt wie in Deutschland.

Gut möglich, dass der bayerische Fußballgott also erst einmal die Zeit mit seiner Familie genießt und die Rückkehr nach Deutschland auf unbestimmte Zeit hinausschiebt.

- Trainer in der Jugend des FC Bayern

Pep Guardiola, Jupp Heynckes, José Mourinho und viele mehr: Schweinsteiger hat in seiner Karriere unter einigen der besten Trainer der Fußball-Geschichte gearbeitet und gelernt.

Als Vater von zwei Söhnen sammelt er zudem fleißig Erfahrung mit Kindern. Die Münchner haben in Miroslav Klose (U17) und Martin Demichelis (U19) zuletzt bereits zwei ehemalige Mitspieler Schweinsteigers als Nachwuchstrainer installiert.

Aber: Schweinsteiger hat vor einiger Zeit erklärt, in der Zukunft eigentlich nicht als Trainer arbeiten zu wollen. "Ich sehe mich nicht in dieser Rolle", sagte er im Februar der Sport Bild: "Trainer werden überall entlassen, egal, wie groß ihr Name ist."

Das musste auch Bruder Tobias Schweinsteiger erfahren, der 2017 als Jugendtrainer in München begann, im Sommer 2018 aber etwas überraschend aussortiert wurde und über den Umweg Österreich mittlerweile als Co-Trainer beim HSV fungiert.

- DFB-Traumduo mit Philipp Lahm

Schweinsteiger und Philipp Lahm prägten eine der erfolgreichsten Epochen in der Geschichte des FC Bayern und der Nationalmannschaft.

Gemeinsam galten sie als die perfekte Mischung als Führungsspitze beider Teams. "Wir haben uns zum Ende hin sehr gut ergänzt und wirkliches Vertrauen zueinander entwickelt", bestätigte Lahm vor einem Jahr in einem Interview.

Inzwischen ist der ehemalige Rechtsverteidiger als Organisationschef der Europameisterschaft 2024 tätig und ist auf dem Weg zu einem der wichtigsten deutschen Fußball-Funktionäre. Nicht wenige sehen ihn ihm den zukünftigen DFB-Präsidenten.

Ob ihn sein alter Gefährte auf diesem Weg begleiten darf beziehungsweise will?

- Repräsentant des FC Bayern

Lothar Matthäus macht es, Giovane Elber auch, Luca Toni ebenfalls.

Der FC Bayern schmückt sich seit geraumer Zeit mit Vereinslegenden, die den Klub als Markenbotschafter in allen Ecken der Welt repräsentieren und in Sachen Bekanntheit weiter voranbringen sollen.

Schweinsteiger genießt weltweit große Popularität, spricht hervorragend Englisch und steht als Bayer so sehr für die Münchner wie kaum ein anderer Spieler seiner Generation.

Ein Job, der für ihn wie gemacht zu sein scheint, bei dem allerdings nicht klar ist, wie ausfüllend er wirklich ist.

 

Kapitän der DFB-All-Stars

Was war das für ein Spektakel, das die Zuschauer am Montag in Fürth erleben durften! Die DFB-All-Stars erkämpften sich bei ihrer Premiere ein torreiches 3:3 gegen zahlreiche Legenden aus Italien.

Ob mit Schweinsteiger noch mehr drin gewesen wäre gegen Luca Toni, Andrea Pirlo und Co.? Jürgen Klinsmann warb jedenfalls schon mal kräftig um den 35-Jährigen.

"Wenn der Basti zu uns stoßen würde, hätten wir einen Trumpf in der Hand. Das wäre sensationell", sagte der ehemalige Bundestrainer im Gespräch mit SPORT1. Er wünscht sich allerdings auch, dass die Ikone des FC Bayern das Karriereende noch ein wenig aufschiebt.

"Ich hoffe, dass der Bastian noch das eine oder andere Jahr weiterspielt, weil er in der MLS einen super Job macht. Er repräsentiert dort nicht nur den deutschen Fußball. Er ist auch ein Teamspieler, der in die Liga passt und den jungen Spielern dort viel beibringt", lobt Klinsmann.

"Aber dann ist er hier super willkommen, denn wir hoffen, dass es beim DFB noch weitere dieser All-Star-Spiele gibt."

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