Schrecksekunde um Coman bei Bayerns Finalniederlage

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Sport1

Der FC Bayern München hat die erste Trophäe der Saison knapp verpasst - und eine Schrecksekunde wegen Kingsley Coman erlebt, der sich zunächst erneut schwer verletzt zu haben schien.

Drei Tage vor dem mit Spannung erwarteten Duell um den Supercup bei Borussia Dortmund unterlag der deutsche Rekordmeister, der eine gute Stunde lang mit einer B-Mannschaft spielte, im Finale des Audi Cup dem englischen Champions-League-Finalisten Tottenham Hotspur mit 5:6 i.E. (1:2, 0:1).


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Jerome Boateng unterlief der entscheidende Fehlschuss.

Coman erneut verletzt - aber wie schwer?

Überschattet worden war die Niederlage zuvor wegen eines Schockmoments um Coman: Der in der 71. Spielminute eingewechselte Franzose verletzte sich bereits zwei Minuten später am Knie, als er nach einem Zweikampf mit Juan Foyth auf der linken Außenbahn unglücklich wegknickte und niedersank. Foyth war Coman beim Fallen Coman noch unabsichtlich mit den Stollen auf das Knie getreten. 

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Eine genaue Diagnose stand am Abend noch aus. Bayerns Mannschaftsarzt Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt verneinte am späten Mittwochabend die Frage, wonach die Verletzung allzu schwer wiegen könnte.  

Coman, der das Stadion nach Spielende bandagiert und humpelnd verließ, hat dem Vernehmen jedoch eine schwere Prellung erlitten - neben dem linken Knie ist wohl auch die Wade in Mitleidenschaft gezogen worden.

Bayern geben leichte Entwarnung 

Nico Kovac gab kurz nach dem Abpfiff leichte Entwarnung. "Wir hatten die Situation schon im vergangenen Jahr am ersten Spieltag gegen Hoffenheim, wo er sich schwer verletzt hat", sagte der Coach im ZDF: "Wir hatten Befürchtungen, dass es wieder etwas sein könnte, aber Gott sei Dank ist es nur ein Tritt aufs Knie gewesen. Ich hoffe, dass nicht allzu viel passiert ist."

Einmal mehr musste sich der 47-Jährige Gedanken über die Größe seines Kaders machen: "Wir wissen auch, dass uns in der jetzigen Situation nicht allzu viel passieren darf."

Ein Einsatz am Samstag in Dortmund beim Supercup erscheint dennoch höchst fraglich.

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Der 23 Jahre alte Bayern-Akteur, der in der Vergangenheit bereits mehrfach von schweren Verletzungen geplagt worden war, krümmte sich vor Schmerzen, schlug mehrfach mit der flachen Hand auf den Boden und wurde nach einer Behandlungspause ausgewechselt. 

Zur Erinnerung: 2016 hatte sich der Flügelflitzer schon einmal am linken Knie verletzt, 2018 zweimal das Syndesmoseband im Knöchel gerissen. 


Kovac schont Stammspieler

Wegen muskulärer Probleme hatte Bayerns zweiter Außenbahnspieler Serge Gnabry gar nicht erst im Kader gestanden.

Teamkollege Sven Ulreich gewann dem Auftritt des deutschen Meisters dennoch Positives ab. "Wir haben ein gutes Vorbereitungsspiel gesehen. Die vielen jungen Spieler haben es gut gemacht, darauf kann Bayern stolz seien", sagte der Torwart im ZDF

Nach dem überzeugenden 6:1 gegen Fenerbahce Istanbul war das Spiel gegen Tottenham über weite Strecken ein Muster ohne Wert. Trainer Niko Kovac hatte in seiner Startformation Reservisten, drei Spieler aus der zweiten Mannschaft sowie zwei Spieler aus der U19 aufgeboten. Das Stammpersonal der Münchner, die bisher in der Vorbereitung überzeugt hatten, wurde für den Supercup geschont.

Arp und Davies gleichen aus für Bayern

Erik Lamela (19.) brachte Tottenham in Führung. Christian Eriksen (59.) erhöhte auf 2:0. Jann-Fiete Arp konnte verkürzen (61.). Für den 19 Jahre alten Zugang vom HSV war es der erste Treffer im Bayern-Dress. Alphonso Davies (81.) glich mit einem traumhaften Fernschuss aus.

"Ich bin sehr zufrieden mit ihm gewesen, auf beiden Positionen", sagte Kovac über Davies. "Er kann beide Positionen sehr gut bekleiden, hat eine sehr gute Technik und eine wahnsinnige Geschwindigkeit. Er ist ein Spieler, der den Unterschied machen kann. Er wird in diesem Jahr eine gute Entwicklung nehmen."


Kovac änderte im Vergleich zum Schützenfest gegen Fenerbahce sein Team gleich auf neun (!) Positionen, nur Süle und Torwart Manuel Neuer blieben in der Startelf. Erst im Laufe der zweiten Hälfte brachte Kovac andere Stars - und die sorgten vor 67.500 Zuschauern in der Allianz Arena für den Umschwung.

Der dritte Platz beim Audi Cup ging an Real Madrid. Die Königlichen um Nationalspieler Toni Kroos und Topeinkauf Eden Hazard gewannen nach zuletzt einigen Enttäuschungen gegen Fenerbahce Istanbul 5:3 (2:2). Karim Benzema (12., 27. und 53.) gelangen drei Treffer. Zudem waren Nacho (62.) und Mariano (79.) für die Spanier erfolgreich. Es war der erste Sieg für Real in der Vorbereitung.

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