Bayerns kniffliges Sechser-Rätsel

Maximilian Lotz
·Lesedauer: 3 Min.

Nachdem zuletzt auch noch Leon Goretzka beim 1:1 bei Union Berlin angeschlagen ausgewechselt werden musste, stellt sich beim FC Bayern die simple Frage: Wer spielt jetzt eigentlich im defensiven Mittelfeld?

"Es gibt wie immer mehrere Optionen und da können Sie gerne rätseln", rief Trainer Hansi Flick vor dem Topspiel gegen den VfL Wolfsburg (Bundesliga: FC Bayern - VfL Wolfsburg, Mittwoch ab 20.30 Uhr im LIVETICKER) mit einem verschmitzten Lächeln zum Mitraten auf. Die Lösung des Sechser-Rätsels ist in der Tat knifflig.

Blitz-Comeback von Kimmich? Flick äußert sich

Immerhin eine positive Nachricht gab es im Hinblick auf die zuletzt arg gebeutelte Abteilung der defensiven Mittelfeldspieler zu vermelden: Joshua Kimmich ist nach seiner Meniskus-OP am Montag wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen.

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"Es müssen die Tage zeigen, wie die Entwicklung bei ihm ist, wie er das Training verkraftet. Es sind mehrere Parameter, die entscheidend sind. Am Ende werden wir das auch gemeinsam entscheiden, ob er dabei ist oder erst im Januar", sagte Flick mit Blick auf das nächste Topspiel am Samstag bei Bayer Leverkusen. (Service: Spielplan und Ergebnisse)

Und für das Spiel gegen die Wölfe? "So wie es heute ausschaut, nicht", betonte Flick am Dienstag. (Service: TABELLE der Bundesliga)

Ein Blitz-Comeback Kimmichs gegen Wolfsburg ist damit zwar nicht gänzlich ausgeschlossen, gilt aber dennoch als unwahrscheinlich. Zumal Flick bei seinem Mittelfeld-Anführer kein Risiko eingehen will, schließlich werden seine Dienste nach der kurzen Weihnachtspause im Januar dringend benötigt.

"Er sieht das Ganze so wie man es sehen muss, sehr sachlich", schilderte Flick den Stand der Dinge im Fall Kimmich. "Emotionalität ist dabei nicht so ein guter Ratgeber. Er muss in sich hineinhorchen und sehen, wie das Knie die Belastung verträgt. Die mentale Sache ist immer mit entscheidend. Die Dinge wägt er ab. Wir besprechen diese Dinge gemeinsam."

Goretzka und Martínez fallen gegen Wolfsburg aus

Da in Leon Goretzka der zweite Stamm-Sechser für das Duell mit den noch immer ungeschlagenen Wölfen wegen muskulärer Probleme definitiv ausfällt, schwinden Flicks Optionen zunehmend.

Javi Martínez, der sich beim 3:3 gegen RB Leipzig eine Muskelverletzung in der Leistengegend zugezogen hatte, absolvierte am Montag lediglich eine lockere Laufeinheit und steht damit ebenso wenig zur Verfügung wie Tanguy Nianzou, der wegen eines Muskelbündelrisses noch wochenlang pausieren muss. Tiago Dantas ist erst ab Januar spielberechtig, aktuell aber ebenfalls verletzt.

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Taktisch hat Flick verschiedene Optionen. Nach Kimmichs Verletzung im Topspiel beim BVB Anfang November wich Flick zuletzt auch mal von seiner favorisierten 4-2-3-1-Grundordnung ab und setzte auf ein 4-1-4-1 mit nur einem Sechser und zwei Achtern. Gegen die starken Wolfsburger wäre ein zweiter Sechser zur defensiven Absicherung womöglich die bevorzugte Variante.

Wer spielt neben Tolisso im Bayern-Mittelfeld?

Vieles spricht dafür, dass Corentin Tolisso, der auch in Berlin für den angeschlagenen Goretzka ins Spiel kam, von Beginn an auflaufen wird. Als zweiter Sechser hat Youngster Jamal Musiala die besten Karten. Zwar agiert der 17-Jährige eigentlich offensiver, überzeugte zuletzt aber auch in der Rolle des defensiven Mittelfeldspielers.

Mit Oktober-Neuzugang Marc Roca stünde noch ein klassischer, defensiv orientierter Sechser zur Verfügung. Der Spanier durfte in der Bundesliga allerdings erst eine Minute ran und wusste bei seinen beiden Startelfeinsätzen in der Champions League gegen Salzburg und Lok Moskau nicht restlos zu überzeugen. Nachwuchsspieler Angelo Stiller, der Anfang Dezember sein CL-Debüt feierte, wird eher in der Drittliga-Mannschaft gebraucht.

Auch ein Vorrücken von Abwehrchef David Alaba ins defensive Mittelfeld gilt als unwahrscheinlich, da eine solche Umstellung weitere Veränderungen nach sich ziehen würde und Flick generell kein Freund davon ist, seine Mannschaft mehr als nötig durcheinanderzuwirbeln. Gleiches gilt für eine mögliche Versetzung von Thomas Müller, der in dieser Saison ebenfalls dort schon ausgeholfen hat.

Des Sechser-Rätsels Lösung wird sich am Mittwoch gut eine Stunde vor dem Anpfiff zeigen, wenn die Aufstellungen bekannt gegeben werden.