Bayerns Lazarett lichtet sich: Endlich schöne Probleme

David KreislSports Editor
Yahoo Sport Deutschland

Mit Kingsley Coman und Thiago stehen dem FC Bayern wieder zwei Stammspieler zur Verfügung. Gerade, als sich Niko Kovac für eine Stammelf entscheiden hatte. Wohin mit den beiden?

Thiago (l.) und Kingsley Coman stehen den Bayern wieder zur Verfügung. Bild: Getty Images
Thiago (l.) und Kingsley Coman stehen den Bayern wieder zur Verfügung. Bild: Getty Images

Die Bayern haben schon wieder ein Problem. Dieses Mal ist es aber ausnahmsweise ein kleines. Und ein schönes, denn: Thiago und Kingsley Coman sind gesund und zurück in der Mannschaft.

Scrollen, um mit dem Inhalt fortzufahren
Anzeige

Warum das ein Problem ist? Nun, dafür braucht es einen Blick auf die vergangenen beiden Spiele der Münchner sowie die Aussagen von Coach Niko Kovac. Der stellte in seinem Schicksalsspiel gegen Benfica auf ein 4-2-3-1 um, ein System, das dank der Doppelsechs Wunder wirkte und das wacklige Team stabilisierte. Kovac, dessen Zukunft auch nach dem aktuell zwei Spiele anhaltenden Zwischenhoch alles andere als sicher ist, wird seine taktische Ausrichtung zumindest in naher Zukunft nicht ändern.

Und dann waren da noch die Aussagen des Kroaten, die Rotation sei beendet. “Ich habe für mich selbst entschieden”, sagte er vor dem 2:1-Sieg in Bremen, “dass ich schon ein Gerüst haben werde, wo der Großteil Fixstarter ist und der eine oder andere dementsprechend immer wieder reinkommt.”

Thiago und Coman: Comeback beim 2:1 gegen Bremen

Mit Thiago und Coman hat Kovac seit eben jenem Spiel wieder zwei Spieler zur Verfügung, die eigentlich nicht dafür vorgesehen sind, hier und da mal in die Mannschaft zu kommen. Bis zu seiner Verletzung im DFB-Pokal Ende Oktober war Thiago Bayerns bester Akteur, war Leader, entschied Spiele. Und Coman? Der fehlte verletzt schon seit dem ersten Spieltag, ist aber auf den Außen vom Potenzial her Bayerns größter Trumpf.

In Bremen feierten beide ihr Comeback. Coman länger als erwartet, nach dem Franck Ribery verletzt raus musste. Der Franzose zeigte, dass er das Sprinten und Dribbeln nicht verlernt hat – aber auch, dass er mehrere Monate kein Bundesligaspiel mehr bestritten hatte. Thiago kam wie geplant kurz vor Schluss, zeigte aber wie Coman auch: ich bin wieder fit. Bleibt die Frage: Wie geht Kovac mit seinen Rückkehrern um?

FC Bayern: das Restprogramm bis zur Winterpause

Datum

Uhrzeit

Wettbewerb

Heim

Auswärts

08.12.

15:30

Bundesliga

FC Bayern

1. FC Nürnberg

12.12.

21:00

Champions League

Ajax Amsterdam

FC Bayern

15.12.

15:30

Bundesliga

Hannover 96

FC Bayern

19.12.

20:30

Bundesliga

FC Bayern

RB Leipzig

22.12.

18:30

Bundesliga

Frankfurt

FC Bayern

Das Mittelfeld: Goretzka oder Thiago?

Interessant wird es vor allem bei der Besetzung der Mittelfeldzentrale. Joshua Kimmich und Leon Goretzka bildeten zuletzt die Doppelsechs und harmonierten stark. Kimmich hat noch keine Minute verpasst in der laufenden Spielzeit und es ist – trotz der Gerüchte um einen Rüffel von Kovac wegen Kimmichs forschem Auftreten den Führungsspielern gegenüber – unwahrscheinlich, dass der Nationalspieler weichen muss. Zumal Kimmich auch offensiv enorme Qualitäten mitbringt und sein einziger wirklicher Konkurrent auf der sechs der in dieser Saison abgetauchte Javi Martinez ist.

Ohnehin wäre Goretzkas spielgestaltende Position diejenige, die Thiago im System mit Doppelsechs zukommen würde. Sprengt Kovac seinen neuen, gut laufenden Maschinenraum? Will er Bayerns vermeintlich Besten einbauen, bleibt ihm wenig anderes übrig. Was natürlich ein herber Rückschlag für Goretzka wäre, der sich aktuell auf dem Weg zum Führungsspieler sieht. “Will man ein Führungsspieler sein, ist es erstmal ganz wichtig, dass die Leistung auf dem Platz unumstritten und konstant gut ist”, sagte der ehemalige Schalker bei Sport1.

Ganz außen vor bleibt (neben Martinez) vorerst auch Renato Sanches, der nach seiner Gala im Hinspiel gegen Lissabon nicht mehr voll überzeugen konnte – und dessen Position es im 4-2-3-1 gar nicht mehr gibt. Corentin Tolisso wird nach seinem Kreuzbandriss erst spät im Laufe der Rückrunde eingreifen können.

Der Angriff: Die neue Generation ist dran

Ein Weg, alle drei Spieler unterzubringen, wäre, Thiago auf die Zehn zu verschieben. Ein Position, die der Spanier schon des Öfteren bekleidet hat. Mit seiner Torgefahr, dem herausragenden Passspiel sowie seiner Ballbehauptung und -verarbeitung auf engem Raum gegen viele Gegenspieler machen Thiago zu einer starken Alternative hinter der Spitze.

Ob Kovac Müller aber dafür opfert, darf bezweifelt werden. Der Angreifer befindet sich gerade im Aufwind, ihm gelangen in den vergangenen drei Pflichtspielen zwei Tore und zwei Assists. Der 29-Jährige genießt sichtlich die Freiheiten auf seiner Position in Kovac’ neuem System.

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Always nice to come back to Bremen. Today, we take the 3 points home with us 👨🏾‍🍳 #SG22

Ein Beitrag geteilt von Serge Gnabry (@sergegnabry) am Dez 1, 2018 um 9:45 PST

Auf den Flügeln wird wohl ab sofort das angedachte Duo der Zukunft wirbeln. Kovac’ Fixstarter-Aussage hätte zwar Ribery und Arjen Robben Stammplätze zugesprochen, doch die einst beste Flügelzange der Vereinsgeschichte zeigt sich ihn ihrer (wohl) letzten Saison verletzungsanfälliger denn ja. Beerben soll die beiden ohnehin das Duo Coman und Serge Gnabry und eines haben die Pärchen schon gemeinsam: die enorme Verletzungsanfälligkeit.

Immerhin sind Coman und Gnabry im Moment beide fit. Der deutsche Nationalspieler steht bei Kovac nicht erst seit seinen zwei spielentscheidenden Toren hoch im Kurs, angesichts der Probleme der Routiniers (Ribery musste gegen Bremen nach 30 Minuten raus, Robben verpasste das Spiel wegen Kniebeschwerden) dürfte der Coach die neue Flügelzange als Stammspieler ansehen.

Das könnte Sie auch interessieren:


Lesen Sie auch