Bayerns neuer Anführer

Robin Wigger
Sport1

Maodo Lo hatte einen klaren Plan.

Gut zwei Minuten vor dem Ende der EuroLeague-Partie des FC Bayern gegen Olympiakos Piräus lag der Ball in der Mitte des Feldes in den Händen des Point Guards, der den Korb fest im Blick hatte.

Per Handzeichen schickte Lo seine Mitspieler zur Seite und tief unter den Korb.

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Mehrere Crossover durch die Beine und Handwechsel vor dem Körper folgten, dann ein Step Back – und Lo stieg zum Dreier hoch. Nichts als Netz.


Im nächsten Angriff nutzte Lo auf der rechten Seite einen Block von Danilo Barthel und den dadurch freigewordenen Raum und versenkte einen weiteren Distanzwurf.

Als er eine halbe Minute später auch noch Greg Monroe unter dem Korb fand, lagen die Bayern plötzlich mit sieben Punkten in Front – und das spektakuläre Comeback vor den Augen der FCB-Frauen und 2014er-Weltmeister Miroslav Klose war perfekt.


Lo und Barthel übernehmen im Schlussviertel

Mit 85:82 rangen die Bayern den griechischen Riesen nieder, nachdem sie neun Minuten vor dem Ende noch mit zwölf Punkten zurückgelegen hatten. Es war der erste Sieg gegen Piräus überhaupt.

"Das vierte Viertel war ein gutes Finish. Wir haben schwierige Würfe getroffen, defensiv sind uns gute Stops gelungen", analysierte Danilo Barthel, der mit einem wilden Dreier bei ablaufender Shotclock die Aufholjagd endgültig eingeläutet hatte.


Der Kapitän markierte zehn seiner 18 Punkte im Schlussviertel, Lo überragte mit zwölf Zählern und fünf Assists (insgesamt 19 und 7).

Lob für Lo 

"Er spielt sehr viel besser als im letzten Jahr", lobte Dejan Radonjic seinen Point Guard, der am Sonntag wegen Muskelproblemen im Oberschenkel gegen Bayreuth gefehlt hatte, auf der Pressekonferenz nach dem Spiel (Tabelle der EuroLeague).

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Während seine Backups DeMarcus Nelson und Diego Flaccadori meist wacklige Leistungen zeigen, spielt Lo groß auf und übernimmt Verantwortung.

"Ich hoffe, dass er auf diesem Level weiter machen kann", sagte Radonjic. Mit 12,8 Punkten pro Partie ist Lo, im vergangenen Jahr noch Backup von Stefan Jovic, in der EuroLeague hinter Center Greg Monroe bester Werfer der Münchner.


Marko Pesic attestierte ihm zuletzt in der AZ eine "super Saison", der Geschäftsführer möchte den auslaufenden Vertrag des deutschen Nationalspielers unbedingt verlängern.

Richtungsweisende griechische Woche

Für die Bayern war der Sieg "sehr wichtig", wie Barthel betonte. Nach der krachenden Pleite in Valencia drohte bei einer weiteren Niederlage gegen Piräus der Absturz in den Tabellenkeller.

Stattdessen mischt der Deutsche Meister mit nun vier Siegen und fünf Niederlagen als Zehnter voll mit im Kampf um die Playoffs.

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Im zweiten Teil der "sehr richtungsweisenden" griechischen Woche können Barthel & Co. gegen Panathinaikos Athen am Freitag eine ausgeglichene Bilanz erreichen.

Bayerns zwei Gesichter

Gut für die Bayern: Es ist erneut ein Heimspiel. Denn während man im Audi Dome vier von fünf Partien für sich entschieden hat, gab es auswärts noch nichts zu holen.


Ein Umstand, der auch die Spieler beschäftigt.

"Man merkt einen deutlichen Energie-Unterschied, wenn wir zuhause spielen", meinte Barthel. Das Auftreten sei ein anderes. "Wir müssen einen Weg finden, dass wir das auch auswärts schaffen."

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