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Bayerns Spiel mit dem Feuer

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Bayerns Spiel mit dem Feuer
Bayerns Spiel mit dem Feuer

Jérôme Boateng, David Alaba und Javi Martínez? Nicht mehr da. Lucas Hernández und Alphonso Davies? Fehlen vorerst verletzt. (Alles zur Bundesliga)

Die Abwehr des FC Bayern ist momentan sehr ausgedünnt.

Zum Glück für den deutschen Rekordmeister sind derzeit zumindest noch zwei gestandene Innenverteidiger - Neuzugang Dayot Upamecano und Nationalspieler Niklas Süle - gesund und prinzipiell einzuplanen. Zu ihnen gesellen sich Tanguy Nianzou und Hoffenheim-Rückkehrer Chris Richards, die ihre dauerhafte Tauglichkeit für höhere Ambitionen aber erst noch nachweisen müssen. Und Benjamin Pavard, der in München allerdings primär als Rechtsverteidiger eingesetzt wird. (DATENCENTER: Spielplan der Bundesliga)

Möglicherweise aber verlieren die Münchner auch noch Süle in diesem Sommer.

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Der 25-Jährige wurde 2017 von der TSG Hoffenheim geholt und sollte sich mittlerweile eigentlich als Abwehrchef etabliert haben.

So jedenfalls war der Plan der Bayern vor vier Jahren. Doch Süle konnte sich, auch aufgrund von Verletzungen, nicht so entwickeln, wie es sich die Bosse an der Säbener Straße erhofft hatten.

Bayern: Zweifel an Süle werden größer

Die Zweifel sind inzwischen so groß geworden, dass ein Abgang des 1,95 Meter großen Verteidigers niemanden mehr so richtig überraschen würde.

Selbst Julian Nagelsmann, der ihn schon in Hoffenheim trainiert hatte, schließt einen Abschied des 32-maligen Nationalspielers nicht aus.

"Die Spieler müssen auch die Sichtweise des Klubs verstehen bezüglich der vertraglichen Situation", erklärte Nagelsmann in der Sport Bild und gab zu bedenken: "Nikis Vertrag läuft im nächsten Jahr aus, und er hat keine besonders glückliche letzte Saison gehabt."

Die Kritik, die der Trainer hier leicht versteckt äußert, begleitet Süle schon während seiner gesamten bisherigen Bayern-Zeit – und wird von anderen Wegbegleitern und Experten auch drastischer ausgedrückt.

"Wenn er absolut professionell arbeitet ..."

"Wenn er absolut professionell arbeitet und seine Lebensführung seinem Beruf anpasst, wird er ein Innenverteidiger von internationalem Top-Format", sagte sein ehemaliger Bayern-Trainer Jupp Heynckes jüngst in einem kicker-Interview. Subtext: Bislang arbeitet er weder absolut professionell, noch passt er seine Lebensführung seinem Beruf an.

Dass Süle nicht immer vollkommen austrainiert wirkt, ist auch Mario Basler aufgefallen. Der frühere Bayern-Profi stichelte Anfang Juli im EM Doppelpass auf SPORT1 gegen den Nationalspieler: Süle müsse sich entscheiden, "ob er einen Werbevertrag für ein Fast-Food-Unternehmen annimmt oder ein paar Kilo abnimmt und sich auf Fußball konzentriert".

Bei Joachim Löw musste Süle, dessen Gewicht von den Bayern offiziell mit 99 Kilogramm angegeben wird, vor der EM Sonderschichten einlegen. Nur so habe er die Chance, den Trainingsrückstand aufgrund einiger Verletzungen und einer Corona-Erkrankung aufzuholen.

Beim Turnier selbst kam er allerdings nur ganze 21 Minuten als Einwechselspieler gegen Portugal zum Einsatz.

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Statistiken sprechen für Süle

Dabei sprechen andere Zahlen eindeutig für den gebürtigen Frankfurter. In der vergangenen Saison gewann er laut Datendienstleister deltatre beispielsweise knapp 65 Prozent seiner Zweikämpfe. Damit stellte er nicht nur sämtliche Abwehrkollegen bei den Bayern in den Schatten, sondern auch Neuzugang Upamecano (61,1 Prozent).

Auch eine andere Statistik spricht für ihn. Nur neunmal – seltener als alle anderen Bayern-Verteidiger in der vergangenen Saison – war Süle bei seinen 20 Einsätzen zu einem Foulspiel gezwungen. Insgesamt sah er in 86 Bundesliga-Spielen für die Bayern nur sechs Gelbe Karten. Gesperrt fehlte er dem Rekordmeister noch nie.

Und selbst die Kritik an seiner körperlichen Verfassung wird von der Statistik widerlegt. Mit seinem Topspeed von 34 km/h liegt er vor Hernández (33,7), Alaba (33,0) und Benjamin Pavard (32,8).

Diese Werte wiederum lassen Zweifel daran aufkommen, ob es tatsächlich eine gute Entscheidung von Sportvorstand Hasan Salihamidzic wäre, Süle ziehen zu lassen. Nagelsmann hat den wuchtigen Abwehrmann auch noch lange nicht abgeschrieben.

"Niklas hat ein Riesenpotenzial und eine Riesenmöglichkeit, eine tragende Rolle zu spielen", sagte Nagelsmann bei Sky. "Er hat die Riesenchance, bei dem Trainer, der ihn kennt, Stammspieler zu werden. Am Ende wird es ein Zusammenspiel zwischen Trainerteam und ihm sein, dass man es so hinbekommt, dass er topfit ist." Dann würde Süle womöglich doch noch der Bayern-Abwehrchef, der er werden sollte.

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