BBL-Auftakt: Wer kann Bayern und ALBA gefährden?

SPORT1
·Lesedauer: 7 Min.

Mit dem Spiel zwischen Vizemeister MHP Riesen Ludwigsburg und der BG Göttingen (BBL: MHP Riesen Ludwigsburg - BG Göttingen am Freitag ab 20.30 Uhr im LIVETICKER) startet die easycredit Basketball-Bundesliga (BBL) in ihre 55. Spielzeit.

SPORT1 beantwortet alle wichtigen Fragen zur neuen Saison.

Wie beeinflusst Corona die BBL?

Nachdem die Saison 2019/20 wegen der weltweiten Corona-Pandemie Mitte März unterbrochen und dann im Juni bei einem Finalturnier in einer "Bubble" in München fortgesetzt wurde, steht der BBL erneut eine schwierige - wenn nicht sogar die bisher schwierigste - Saison bevor.

easycredit BBL: ALBA Berlin - Fraport Skyliners am Sonntag ab 15 Uhr LIVE im TV und im LIVESTREAM auf SPORT1

Wegen der seit einigen Wochen stark steigenden Zahlen an Neuinfizierten sind nach dem Beschluss der Ministerpräsidenten und Bundeskanzlerin Angela Merkel im November keine Fans in den Hallen zugelassen. Die Klubs hoffen, dass später auf eine Rückkehr der Kapazität auf 20 Prozent.

Die meisten Vereine sind in ihrer Finanzplanung stark von den Zuschauereinnahmen abhängig. Das machte sich in merklich geringeren Etats als noch in der Vorsaison bemerkbar. Für viele Vereine steht dennoch eine Saison am finanziellen Limit bevor.

Alleine eine Rückkehr zu einer Zuschauerkapazität von 20 Prozent wäre zum Überleben wohl nicht ausreichend. "Im Prinzip ist das auf Dauer wirtschaftlich zu wenig", sagte BBL-Geschäftsführer Stefan Holz. Zusätzlich sind Staatshilfen nötig, alle 18 Klubs haben die Coronahilfe für den Sport (maximal 800.000 Euro pro Klub) beantragt, sechs haben schon eine Zusage. Auch die Möglichkeit von der sogenannten 75-Prozent-Regel für den November zu profitieren, prüfen Liga und Klubs.

Ein weiteres Problem zeigte die bereits ausgespielte Pokal-Gruppenphase. Wegen Coronaerkrankungen von Spielern der Telekom Baskets Bonn, medi Bayreuth und ALBA Berlin und der daraus resultierenden Quarantäne mussten sechs Spiele abgesagt werden.

Auch zum Saisonstart der BBL fallen PArtien aus. Die Teams der Giessen 46ers und von medi Bayreuth befinden sich nach positiven Coronatests in Quarantäne. Die 46ers hätten am Samstag gegen den MBC aus Weißenfeld gespielt, Bayreuth wäre auf die Telekom Baskets Bonn getroffen.

Was ist neu in der BBL?

Die Ligastärke. In dieser Saison gehen wieder 18 Teams an den Start, in der vergangenen Saison waren es noch 17. Da es wegen des Abbruchs der Hauptrunde keinen Absteiger gab, wird das Feld durch Aufsteiger Niners Chemnitz aufgefüllt.

Dies bedeutet auch, dass es in dieser Saison wieder zwei Absteiger geben wird.

Wer sind die Favoriten der BBL?

Titelverteidiger ALBA Berlin und der FC Bayern München sind die Anwärter Nummer eins und zwei auf die Meisterschaft. Nach dem enttäuschenden Viertelfinal-Aus beim Finalturnier im heimischen Audi Dome ist in München kaum ein Stein auf dem anderen geblieben.

Mit Andrea Trinchieri hat jetzt ein in der BBL sehr bekannter Trainer das Sagen. Der frühere Bamberger Meistercoach macht aus den hohen Zielen der Bayern-Basketballer keinen Hehl. "Ich will einen Titel holen. Das gehört doch zur DNA des FC Bayern", sagte er in einem Interview im FC Bayern Magazin.

Mit Danilo Barthel (Fenerbahce Istanbul) und Maodo Lo (ALBA Berlin) verließen München zwei Nationalspieler. Ihre Abgänge wiegen schwer. Auch der Star der Vorsaison, Greg Monroe, gehört dem Kader nicht mehr an.

Diese Verluste sollen fünf US-amerikanische Neuzugänge auffangen. Alle haben bereits in Europa, teils bei EuroLeague-Klubs, Erfahrungen gesammelt. In den bisherigen EuroLeague-Spielen hinterließen vor allem Wade Baldwin (vorher Olympiakos Piräus) und Center Jalen Reynolds (Maccabi Tel Aviv) einen starken Eindruck.

Insgesamt umfasst der Bayern-Kader 17 Spieler, darunter neun Ausländer. Da in der BBL immer nur sechs auf dem Spielberichtsbogen stehen dürfen, müssen drei jeweils aussetzen. Kann Trinchieri den XXL-Kader gut handlen und seinen Stil an das Team vermitteln, ist sein neues Team reif für den Titel.

Auch ALBA Berlin musste den Abgang einiger Schlüsselspieler verkraften. Landry Nnoko, Rokas Giedraitis und Martin Hermansson verließen die Hauptstädter. Der Stamm um Luke Sikma, Peyton Siva, Niels Giffey und Johannes Thiemann ist dem spanischen Star-Trainer Aito Garcia Reneses aber erhalten geblieben.

Mit Lo und Louis Olinde (Bamberg) hat sich ALBA zudem auf den deutschen Positionen hervorragend verstärkt.

"Bayern ist mit der Kraft und den vielen Spitzenspielern, die sie haben, ein Team, das es zu schlagen gilt, wenn man ganz vorne sein möchte. In einer sehr unvorhersehbaren Saison kann man eines sagen: Wer am Ende an der Spitze sein möchte, wird sich mit Bayern auseinandersetzen müssen - aber auch mit uns", schickte ALBA-Geschäftsführer Marco Baldi im Interview mit SPORT1 eine kleine Kampfansage Richtung München.

Auf welche Klubs gilt es noch zu achten?

Überraschungs-Vizemeister Ludwigsburg verlor mit Marcos Knight, Khadeen Carrington und Nick Weiler-Babb (FC Bayern) drei starke Spieler. Mit der Verpflichtung von Elias Harris gelang Trainer John Patrick noch ein Transfer-Coup. Wenn das stark umgebaute Team seinen unorthodoxen Spielstil verinnerlichen kann, ist es sicher wieder für eine Überraschung gut. Doch, ob es wieder zum Finale reichen wird?

Ratiopharm Ulm will den Rückenwind aus dem Finalturnier in die neue Saison mitnehmen. Urgestein Per Günther muss sich an gleich fünf neu verpflichtete US-Amerikaner gewöhnen. Prominentester Name ist Isaiah Wilkins, der Stiefsohn von NBA-Legende Dominique Wilkins. Mit Günther, Andreas Obst, Patrick Heckmann und vor allem Dylan Osetkowski ist Ulm auf den deutschen Positionen gut und tief besetzt.

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Beim einstigen Serienmeister Brose Bamberg ist der nächste größere Umbruch im Gange. Aus dem Team des Vorjahres ist alleine Christian Sengfelder übrig geblieben. Der neue Trainer Johan Roijakkers brachte mit Dominic Lockhart und Bennet Hundt gleich zwei Spieler mit aus Göttingen nach Franken. Eine Woche vor dem Saisonstart verstärkte sich Bamberg mit dem US-Amerikaner Devon Hall verstärkt. Der 25-Jährige stand zuletzt in der NBA als Teamkollege von Nationalspieler Dennis Schröder für Oklahoma City Thunder auf dem Parkett.

Auch auf die EWE Baskets Oldenburg gilt es wieder zu achten. Mit Rickey Paulding und Rasid Mahalbasic verfügen sie über genügend Erfahrung und Klasse, um wieder vorne mitzuspielen - trotz des schwachen Saisonauftakts mit dem Aus im Pokal.

Im Pokal haben Bonn und die BG Göttingen angedeutet, dass sie dieses Jahr überraschen können. Und die hochambitionierten Hamburg Towers möchten nach der enttäuschenden Aufstiegssaison unter ihrem neuen Trainer Pedro Calles auch um die Playoffs mitspielen. (Spielplan und Ergebnisse der BBL-Saison 2020/21)

Was sind die wichtigsten Eckdaten der BBL?

Saisonstart: 6.-8.11.2020
Ende der Hinrunde: 9.-10.2.2021
Ende der Hauptrunde: 8.5.2021
Beginn der Playoffs: 11.5.2021
Ende der Playoffs: 13.6.2021

Wer spielt im Europacup?

Vier Klubs sind in drei europäischen Wettbewerben vertreten. In der Königsklasse EuroLeague treten die Bayern und ALBA an. Bisher erreichte noch kein deutsches Team in der EuroLeague die Playoffs. Nach sechs Spieltagen stehen die Bayern bei vier Siegen, ALBA bei einem bei allerdings nur fünf Spielen. Im EuroLeague-Unterbau EuroCup ist ratiopharm Ulm am Start, in der Champions League Brose Bamberg.

Wer zeigt die BBL-Ligaspiele?

Der Pay-TV-Sender MagentaSport strahlt alle Partien LIVE aus.

SPORT1 überträgt auch in dieser Saison wieder bis zu 47 Livespiele aus der BBL im Free-TV, darunter in der Regel ein Spiel pro Spieltag in der Hauptrunde sowie bis zu 13 Duelle der Playoffs inklusive Spiel 3 und möglichem Spiel 4 und 5 der Finalserie.

Regel-Sendeplatz in der Hauptrunde ist dabei sonntags ab 15 Uhr. Den Auftakt auf SPORT1 macht das Duell zwischen Meister und Pokalsieger ALBA Berlin und den FRAPORT Skyliners am Sonntag, 8. November, LIVE ab 15 Uhr im TV auf SPORT1.

Nach dem ersten Saisonauftritt des Titelverteidigers steht am Freitag, 13. November, zur Primetime LIVE ab 20.15 Uhr im TV das erste Heimspiel von RASTA Vechta gegen s.Oliver Würzburg auf dem Programm.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)