Die BBL hat eine große Chance verpasst

Robin Wigger
Sport1

Die easycredit BBL steht wieder im Rampenlicht: Wenige Tage vor dem Start des Finalturniers diskutieren sich unzählige Sportfans online die Finger wund (SPORT1 überträgt sechs Livespiele des BBL-Final Turniers ab dem 6. Juni im TV und Stream).

Ein super Zeichen für die Sportart und die deutsche Top-Liga, sollte man meinen.

Doch im Gegenteil: Mit unglücklichen Aussagen hatte Liga-Boss Stefan Holz für Wirbel gesorgt - und für einen unnötigen Imageverlust, der auch in den kommenden Wochen wie ein Schatten über dem Turnier liegen könnte.

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Statt dass der Fokus sportlich auf dem am Samstag beginnenden Finalturnier liegt, mit dem die Liga ihre Saison beenden wird, empörten sich Vereine, Spieler und Fans vielerorts.

Politische Botschaften, wie sie die Fußballer Weston McKennie, Marcus Thuram oder Jadon Sancho in der Bundesliga gegen Rassismus zeigten, sollen in der BBL keine Nachahmer finden, sagte Holz.

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Auch wenn die Liga anschließend zurückruderte und klarstellte, dass die Spieler in solchen Fällen keine Sanktionen zu befürchten hätten und Vielfalt und Toleranz selbstverständlich zentrale Werte der Liga seien, waren die ursprünglichen Aussagen in der aktuellen Situation nach dem gewaltsamen Tod von George Floyd das falsche Signal - auch wenn auch ein Geschäftsführer Fehler machen darf.

Natürlich soll das Basketballfeld nicht zur Bühne für Wahlkampf oder gar verstörende Ansichten missbraucht werden. Der Sport soll und muss im Vordergrund stehen.


Statements als große Chance

Aber es wäre doch eine große Chance gewesen, die neu gewonnene Aufmerksamkeit, die die BBL aufgrund der Coronapandemie ab Samstag hat, (pro)aktiv für den Kampf gegen Rassismus zu nutzen und sich nicht erstmal hinter Statuten zu verstecken.

Zumal damit erneutes Vertrauen bei den Spielern verloren ging, die sich bereits bei der Entscheidungsfindung des Finalturniers zu wenig beachtet gefühlt hatten.


Lobenswert, dass die Klubs und Profis wie Per Günther sofort Haltung zeigten und betonten, sich nicht den Mund verbieten zu lassen.

Hoffentlich lassen sie ihren Worten Taten folgen. Dass sie das können, haben die Nationalspieler bereits 2018 mit der #Wirsindmehr-Aktion gegen Rassismus unter Beweis gestellt.

Immerhin: Auch Holz stellte klar, dass die Liga sich zu Beginn des Turniers klar gegen Rassismus positionieren werde.

Doch warum eigentlich nur zu Beginn des Turniers?

Zeigen Liga-Verantwortliche, Klub-Bosse und Spieler nun gemeinsam klare Kante und wird das Turnier auch sportlich ein Erfolg, hat die BBL ihre Chance doch noch genutzt.

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