Becker: Presse hart bis hämisch

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Becker: Presse hart bis hämisch
Becker: Presse hart bis hämisch

Das Urteil gegen Deutschlands einstiges Tennis-Idol ist gefallen: Boris Becker muss wegen diverser Finanzdelikte zweieinhalb Jahre in Haft.

Der spektakuläre Tiefpunkt einer großen Sportkarriere sorgt für weltweite Anteilnahme, bei vielen Fans für Mitleid - doch der quasi einhellige Tenor der professionellen Prozessbeobachter lautet, dass das Urteil wegen millionenschwerer Insolvenzvergehen zwar hart, aber nicht ungerechtfertigt ist.

Besonders den britischen Boulevard bewegte Beckers Schicksal. Fotografen und Reporter hatten sich schon vor dem finalen Akt am Southwark Crown Court an die Fersen ihres Lieblingsdeutschen geheftet und entdeckt, wo er die Tasche für seine letzten Habseligkeiten gekauft hat, dass er vor der Urteilsverkündung durch Richterin Deborah Taylor eine Kirche besuchte und Blumen kaufte.

„Sie haben keine Reue gezeigt. Sie sind gedemütigt worden, aber haben keine Demut gezeigt“, belehrte Taylor die gefallene Ikone, die von dem Urteil ebenso geschockt wirkte wie Freundin Freundin Lilian de Carvalho und Sohn Noah.

Der Tenor in den internationalen Medien fiel ähnlich harsch und teils auch hämisch aus. SPORT1 hat die Pressestimmen.

Urteil gegen Boris Becker - die Pressestimmen aus England:

The Sun: „Serving Time - Tennis-Star Boris Becker muss für zweieinhalb Jahre ins Gefängnis, nachdem er bei seiner Insolvenz 2017 Millionen von Pfund versteckt hatte.“

Daily Mail: „Boris Becker und ein Absturz wie kein anderer: Ein unstillbarer Appetit auf Frauen, Häuser, Autos und Luxusleben. Jetzt haben verhängnisvolle Geschäftsfehler und eine fatale Arroganz dazu geführt, dass der Wimbledon-Star eine zweieinhalbjährige Haftstrafe antreten muss.“

Italien:

Gazzetta dello Sport: „Becker wird die Welt nicht mehr durch ein Tennisnetz, sondern durch die Gitter eines englischen Gefängnisses beobachten. Das Wunderkind des Tennis hat sich als Erwachsener schwer getan. Skandale, Schulden und Bankrott: Beckers Ruf ist ruiniert.“

Corriere della Sera: „Am Tag des Gerichts trägt Boris Becker die Wimbledon-Krawatte mit den grünen und lila Streifen, Symbol einer glorreichen Zeit, die die Jahre und viele Fehler weggefegt haben. Skandale und Liebesaffären, Stürze und Auferstehungen: Beckers Leben auf der Achterbahn endet jetzt im Gefängnis.“

La Repubblica: „Der tiefe Fall Boris Beckers: Der König von Wimbledon landet im Gefängnis der Queen. So stürzt ein Phänomen ohne Gleichen des Tennis, das außerhalb des Spielfelds keine Ausgewogenheit gefunden hat. Die Wimbledon-Krawatte, die Becker vor Gericht trägt, gleicht einem Grabstein seiner fabelhaften Karriere aus Exzessen, Niedergang und Reue.“

Corriere dello Sport: „Fatales London für Boris Becker: Seine Laufbahn, die 1985 im Alter von 17 Jahren in Wimbledon begonnen hat, ist gestern im Justizpalast am Ufer der Themse zu Ende gegangen. Die Krawatte mit den Farben Wimbledons hat ihm kein Glück beschwert. In seiner Zelle wird Becker an die Strategie für den Neustart denken können. An Genie fehlt es ihm nicht.“

Il Messaggero: „Vom Rasen Wimbledons zur Strafanstalt: Boris Becker, das Tennistalent, das mit 17 Jahren Wimbledon erobert hatte, muss jetzt die schwierige Erfahrung des Gefängnisses machen. Sein Ruf ist zerstört. Zwei teure Scheidungen, der Unterhalt für vier Kinder und ein Leben aus Exzessen haben Beckers Stern verdunkelt.“

Österreich:

Der Standard: „Zum Glück für den 54-Jährigen sind weder Faulheit noch Dummheit Straftatbestände. Sonst hätte Becker mit deutlich längerem Freiheitsentzug rechnen müssen. [...] Dass er nun auch ein englisches Gefängnis von innen kennenlernen muss, hat gewiss tragische Züge. Verantwortlich für seine Demütigung aber bleibt der gescheiterte Geschäftsmann ganz allein.“

USA:

New York Times: „Das Urteil markiert einen verblüffenden Fall in Ungnade für Boris Becker. Sein Tennis-Talent, seine sprudelnde Persönlichkeit und seine geschäftlichen Ambitionen hatten ihm bis hierhin ein Vermögen eingebracht.“

Schweiz:

Neuer Zürcher Zeitung: „Das Strafmaß ist bekannt - Boris Becker muss zwei Jahre und sechs Monate ins Gefängnis. Ein britisches Gericht verurteilt das einstige Tennis-Wunderkind zu 30 Monaten Haft. Es ist der Tiefpunkt einer Karriere, die völlig aus dem Ruder gelaufen ist.“

Blick: „Die Entscheidung ist gefallen - Boris Becker muss ins Gefängnis! 2,5 Jahre muss der ehemalige Tennis-Star hinter Gitter. Der Prozess wegen Insolvenzverschleppung ist das Resultat von jahrzehntelangem Luxus-Leben, aber auch Unwissen und Misswirtschaft.“

Spanien:

Marca: „Das Schicksal des Boris Becker. Wie die Richterin Deborah Taylor in ihrer Urteilsbegründung argumentierte, habe der Schuldige seine Lektion eines ähnlichen Prozesses in Deutschland im Jahr 2002 nicht gelernt. Die Frage wird auch sein, ob er mit einem Einspruch Erfolg haben könnte.“

As: „Zweieinhalb Jahre Haft für die Nummer Eins der Weltrangliste in den 80er und 90er Jahren. Diesen Freitag wurde er direkt nach der Urteilsverkündung in die Haftzelle gesteckt. Das Leben war, was seine persönlichen Aspekte betrifft, ein Chaos. Er sieht auch optisch angeschlagen aus, das geht nicht spurlos an ihm vorbei.“

Mundo Deportivo: „Boris Becker hat es nicht verstanden, mit seinem Vermögen umzugehen. Jetzt muss er dafür zweieinhalb Jahre ins Gefängnis.“

VIDEO: Wegen Insolvenzverschleppung: Haftstrafe für Boris Becker

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