Schneider und Mayländer bei DTM-Finale mit Innovations-GT3

Heiko Stritzke
·Lesedauer: 2 Min.

Zwei Legenden steigen am kommenden Wochenende auf dem Hockenheimring wieder ins Cockpit eines Rennwagens. DTM-Rekordmeister Bernd Schneider und Formel-1-Safety-Car-Fahrer Bernd Mayländer werden in einem Mercedes-AMG GT3 vom Team Space Drive Racing Platz nehmen.

Es handelt sich dabei nicht um ein Fahrzeug von der Stange: Der AMG ist mit einem Steer-by-Wire-System ausgestattet, also einer elektronischen Lenkung. Es gibt keine mechanische Verbindung zwischen Lenkeinheit und Lenkgetriebe.

Das System von Schaeffler-Paravan kommt bereits seit Juni 2019 im GTC-Race zum Einsatz. Es debütierte an einem Audi R8 LMS GT3 von Markus Winkelhock. In diesem Jahr wurden weitere Fahrzeuge mit dem System ausgestattet: Ein Porsche 911 GT3 R vom Team75 Bernhard (Fittje/Jahn), ein Porsche 718 Cayman GT4 CS von W&S Motorsport (Riemer/Scheerbarth) und eben der Mercedes-AMG GT3.

Dieser wird normalerweise von Maximilian Götz und Patrick Assenheimer gesteuert. Götz allerdings ist beim GT-Masters in Oschersleben zugegen. Assenheimer hätte eigentlich bei der Nürburgring-Langstrecken-Serie (NLS, ehemals VLN) an den Start gehen sollen. Das Rennen wurde mittlerweile abgesagt. Zu dem Zeitpunkt standen Schneider und Mayländer allerdings schon als Ersatzfahrer fest.

"Ich bin fasziniert vom ersten Kilometer an, denn ich habe mich nicht auf die Lenkung einstellen müssen", sagt Mayländer nach einer ersten Testfahrt am Hockheimring. "Ich bin zuvor noch nie ein Fahrzeug ohne Lenksäule gefahren. Nach den ersten zwei Kurven ist man im System drin, dann weiß man wie es sich anfühlt."

Schneider hat bereits aus mehreren Testfahrten im Frühjahr Erfahrung mit dem Steer-by-Wire-AMG. "Es ist eine Innovation, die der Motorsport braucht, denn im Motorsport wird alles etwas schneller und dynamischer entwickelt. Es hat schon Vorteile auf der Rennstrecke. Wenn man über die Randsteine fährt, haben wir die Erfahrung gemacht, dass das Lenkrad einfach ruhiger in der Hand der Fahrer liegt ", so der 56-Jährige.

"Es hat sich [seit jenen Testfahrten] viel verändert. Der letzte Stand fühlt sich realistisch an, fast wie mit Lenksäule", sagt er. "Als ich damals rausgefahren bin, wusste ich schon nach einer halben Runde, dass ich Vertrauen zum System habe. Ich bin mir sicher, Steer-by-Wire ist die Zukunft."

Sowohl Schneider als auch Mayländer sind AMG-Markenbotschafter. Sie werden gemeinsam am Freitag das 60-Minuten-Rennen mit Fahrerwechsel bestreiten. Am Samstag stehen dann zwei 30-minütige Rennen auf dem Programm, das jeweils ein Fahrer bestreiten wird.

Mit Bildmaterial von Shaeffler Paravan.