Entscheidung im Fall Jatta gefallen

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Das Hamburger Bezirksamt-Mitte hat die Ermittlungen gegen Bakery Jatta eingestellt.

Dies bestätigte die Behörde am Montag auf Nachfrage von SPORT1. Damit ist die Aufenthaltserlaubnis des Profis vom Hamburger SV gesichert. 

"Das Bezirksamt Hamburg-Mitte hat die bereits vorliegenden und neue Unterlagen, die im Rahmen der Anhörung vorgelegt wurden, geprüft. Aus den dem Bezirksamt vorliegenden Unterlagen gehen keine belastbaren Anhaltspunkte hervor, die ausländerrechtliche Maßnahmen begründen würden", sagte Bezirksamtsleiter Falko Droßmann in einer Pressemitteilung: "Die aufgekommenen Zweifel an der Richtigkeit der Angaben haben sich im Rahmen der Anhörung nicht bestätigt."

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Das Bezirksamt hatte am 8. August bekannt gegeben, ein Anhörungsverfahren gegen den Zweitliga-Spieler einleiten zu wollen. 

Jattas Anwalt legt Beweise vor

Wie die Bild und die Sport Bild ebenfalls am Montag berichteten, hatte der Anwalt des 21-Jährigen - der für seinen Treffer beim 3:0-Sieg über Hannover 96 am Sonntag begeistert bejubelt wurde - beim Bezirksamt daraufhin offenbar neben einem gültigen Reisepass auch einen Auszug aus dem gambischen Geburtenregister mit Jattas Daten vorgelegt. 

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Auch die eidesstattliche Versicherung eines zuständigen Beamten sei bei dem Amt eingegangen.

Jattas Rechtsanwalt bezeichnete die Entscheidung des Bezirksamts als "sehr positive Nachricht. Das ist eine Erleichterung. Wir haben es allerdings auch nicht anders erwartet", sagte Thomas Bliwier dem SID: "Ich gehe davon aus, dass der Fall nun abgeschlossen ist und sich das Verfahren damit erledigt hat." 

Was wird aus dem Protest der Nürnberger?

Die Sport Bild hatte vor gut drei Wochen berichtet, Jatta habe bei seiner Einreise als Flüchtling im Sommer 2015 falsche Angaben bezüglich seiner Identität gemacht. Jatta sei in Wahrheit der Gambier Daffeh und zwei Jahre älter als angegeben.

Damals war Jatta als minderjähriger Flüchtling in Deutschland geduldet worden. Mit Erreichen der Volljährigkeit erhielt Jatta eine Aufenthaltsgenehmigung, weil er einen Profivertrag beim HSV unterzeichnet hatte und somit in einem gesicherten Arbeitsverhältnis mit entsprechendem Einkommen stand. 


Die Deutsche Fußball-Liga und der Deutsche Fußball-Bund stellten im Fall Jatta bisher keine Ermittlungen an.

Die Klärung des Sachverhalts liege bei den staatlichen Behörden, der für die internationale Freigabe eines Spielers zuständigen FIFA, und dem satzungsgemäß für die Entscheidung über Einsprüche gegen die Spielwertung zuständigen DFB-Sportgericht.

Für den 9. September ist dennoch eine Verhandlung eben jenes DFB-Sportgerichts angesetzt, in der über den Protest des 1. FC Nürnberg gegen die Wertung des 0:4 gegen den HSV am 2. Spieltag entschieden werden soll. Ob die neue Faktenlage auch Auswirkungen auf das Verfahren vor dem DFB-Sportgericht hat, war am Montag zunächst unklar.

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