Mattia Binotto: So steht er wirklich zu Mercedes-Teamchef Wolff

Stefan Ehlen
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Toto Wolff hat Aussagen von Mattia Binotto schon als "Bullshit" bezeichnet und in den Raum gestellt, ob die sportliche Talfahrt von Ferrari nicht vielleicht auf "Entscheidungen gewisser Teammitglieder" zurückgehe. Das legt nahe, dass sich Wolff und Binotto nicht grün sind, sich sogar regelrecht feindlich gegegenüber stehen.

Davon aber will Ferrari-Teamchef Binotto nichts wissen. Bei 'Sky Italia' sagte er, er könne keine Spannungen zwischen sich und Wolff entdecken. Sondern: "Rein sportlich betrachtet ist er mein Hauptgegner, der seit vielen Jahren gewinnt. Es ist aber kein Hass [zwischen uns]."

"Es gibt Respekt und den Wunsch, ihn zu schlagen, aber nicht, nur weil es Toto und Mercedes sind", sagt Binotto. "Es geht darum, Ferrari wieder an die Spitze zu bringen, denn da gehört Ferrari einfach hin."

Binotto beteuert: Ferrari steht zusammen

Derzeit aber mache Ferrari eine "schwierige Zeit" durch, beweise aber in dieser Krise wahre Größe, so der Teamchef weiter. "Wir stehen als Team geschlossen und arbeiten auf ein Ziel hin. Wir glauben an diesen Sport und an die Zukunft."

"Ferrari hat trotz der sportlich schwierigen Situation und aller Herausforderungen durch die Coronakrise ein solides Fundament, auf das wir aufbauen können."

Allerdings hat Ferrari auch ein großes Handicap, nämlich den im Vergleich zu schwachen Formel-1-Antrieb. Doch Binotto bleibt dabei: Ferrari sei 2019 nicht bei etwas Illegalem im Antriebsbereich erwischt worden und habe sich auch nicht unter der Hand mit dem Weltverband (FIA) auf eine Vertuschung geeinigt.

Ferrari-Version: Was mit dem 2019er-Antrieb geschah

"Niemand hat im vergangenen Jahr Protest gegen uns eingelegt", meint Binotto. "Was danach passiert ist, entstammte dem Wunsch der FIA, ihre Untersuchungen und Analysen fortzusetzen, als wir uns bereits auf die Entwicklung des 2020er-Autos konzentrierten."

Man habe schließlich eine "einfache Übereinkunft" erzielt, sagt Binotto. Sie laute: "Wir konzentrieren uns auf die Zukunft, aber wir wollen uns auch gegenseitig helfen, zu verstehen, was mögliche Grauzonen in den Regeln sein könnten." Wo Klarstellungen [in den Regeln] erforderlich gewesen seien, da habe es Klarstellungen gegeben.

"Die Vereinbarung an sich ist geheim, weil sie das auch sein sollte", erklärt Binotto weiter. "Hätten wir denn allen unseren Antrieb zeigen sollen? Das hat in der Formel 1 noch nie jemand gemacht. Und das wird auch in Zukunft nicht passieren."

Binotto: Ferrari hat nichts falsch gemacht

Es bleibe aus seiner Sicht dabei: Ferrari habe 2019 nichts falsch gemacht. Aber: "Es gab eine Grauzone in der Saison 2019, bis neue Direktiven gekommen sind. Diese Direktiven wurden auch mit unserer Hilfe definiert", meint Binotto. "Und diese Direktiven hatten einen Einfluss auf alle Antriebe, aber in größerem Maße auf unseren Antrieb."

Eben solche Aussagen hatte Wolff zuletzt als "Bullshit" bezeichnet. Begründung: "Es gibt klare Regeln für die Antriebsstränge."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.