"Traurig und enttäuscht": Reichmann reist ab

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"Traurig und enttäuscht": Reichmann reist ab
"Traurig und enttäuscht": Reichmann reist ab

Die deutschen Handballer gehen mit unveränderter Besetzung in die K.o.-Phase des olympischen Turniers - eine lapidar klingende Meldung, die für einen jedoch eine persönlich bittere Nachricht ist.

Eine Einwechslung des als Ersatzmann in Tokio weilenden Tobias Reichmann ist damit laut Reglement nicht mehr möglich, der Rechtsaußen wird am Dienstag die Heimreise antreten. Dies teilte der Deutsche Handballbund (DHB) am Montag mit.

Zum Viertelfinale gegen Ägypten am Dienstag (13.45 Uhr) kann Bundestrainer Alfred Gislason wieder 14 aus 15 Spielern auswählen. Reichmann, der nur bei einer Verletzung im Laufe der Vorrunde hätte nachrücken können, gehört nicht dazu.

Einzig verbliebener Reservespieler der DHB-Auswahl ist damit Torhüter Heinevetter, der aus Verletzungsgründen noch zu einem möglichen Medaillenspiel ins Team rücken könnte.

Reichmann: “Mir war klar, dass auf mich zukommt”

“Mir war klar, was auf mich zukommt. Natürlich bin ich traurig und enttäuscht, dass die Olympischen Spiele für mich so verlaufen sind - nah dran, aber doch nicht richtig dabei”, sagte 2016-Europameister Reichmann, der vor fünf Jahren in Rio mit dem deutschen Team die Bronzemedaille geholt hatte: “Unserer Mannschaft wünsche ich maximalen Erfolg und die Energie, in Tokio noch drei weitere Schritte zu gehen. Ich werde aus der Ferne die Daumen drücken.”

DHB-Sportvorstand Axel Kromer bedankte sich bei Reichmann dafür, dass er die gesamte Vorbereitung bestritten und sich in Tokio für den Notfall bereitgehalten hatte.

Zusammen mit Silvio Heinevetter hatte Reichmann in einem externen Hotel gewohnt und zumindest am Teamtraining teilgenommen.

“Beide haben großen Sportsgeist gezeigt. Das verdient riesigen Respekt”, sagte Kromer.

Immer wieder Turnier-Pech

Gerade bei Reichmann ist nicht selbstverständlich, dass er seinen persönlichen Bedürfnisse fürs Team hintangestellt hat - wenn man an seine Vorgeschichte zurückdenkt.

Bei der Heim-WM 2019 hatte der damalige Bundestrainer Christian Prokop nicht für den Startkader nominiert, Reichmann sorgte danach für Irritationen, indem er zu einem spontanen Urlaub in die USA aufbrach, begleitet von bissigen Social-Media-Posts (”Tschausen ihr Banausen”).

Dieses Thema ist längst abgehakt, bei der schon von Corona überschatteten WM in Ägypten im Winter war Reichmann dann aus anderen Gründen Pechvogel: Er verletzte sich zum Auftakt und musste die Heimreise antreten.

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