Bizarres Kunstwerk: Riesen-Hand verstört Neuseeländer

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Riesenhand "Quasi" blickt schlecht gelaunt auf die Einwohner Wellingtons herab (Bild: City Gallery Wellington/Twitter)
Riesenhand "Quasi" blickt schlecht gelaunt auf die Einwohner Wellingtons herab (Bild: City Gallery Wellington/Twitter)

Ist das Kunst oder kann das weg? Das neuseeländische Wellington ist um eine Attraktion reicher: Die Skulptur „Quasi“ des Künstlers Ronnie van Hout thront seit Montag über den Dächern der Stadt und blickt von dort missbilligend herab. Die Reaktionen der Einwohner fallen gemischt aus.

Was ist fünf Meter groß, hat fünf Finger und ein Gesicht? Die Antwort lautet: „Quasi“. So heißt eine Skulptur des neuseeländischen Künstlers Ronnie van Hout, die nur aus einer Riesenhand, mit einem Gesicht darin, besteht. Und das blickt zu allem Überfluss auch noch ziemlich missbilligend aus seiner Handfläche heraus.

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Kein Wunder also, dass die ersten Reaktionen in sozialen Medien Quasi „angsteinflößend“ bis „gruselig“ hießen, als diese am Montag – mit dem Helikopter angeliefert – auf dem Dach ihrer neuen Heimat, der Kunstgalerie in Wellington, landete. Dort soll die Skulptur, so schreibt es der „Guardian“, für drei Jahre stehen.

Als Reaktion auf ein Erdbeben geschaffen

Van Hout schuf Quasi als Reaktion auf ein verheerendes Erdbeben, das im Jahr 2011 seine Heimatstadt Christchurch heimsuchte. Fünf Jahre später, am 9. Juni 2016, wurde die Hand auf dem Dach der dortigen Kunstgalerie installiert. Am 25. Februar dieses Jahres dann wurde sie wieder abgebaut und bekam eine „Maniküre“ und ein „Facelift“, weil der Skulptur Wind und Regen arg an ihrer exponierten Position zugesetzt hatten.

Diese Woche, in neuem Glanz erstrahlt, machte sich Quasi dann auf die Reise zu ihrem neuen Aussichtspunkt in Wellington. Denn auch die neuseeländische Hauptstadt wurde, im Jahr 2016, von einem starken Erdbeben getroffen. Das sogenannte „Kaikoura-Erdeben“ erreichte damals eine Stärke von acht auf der Mercalli-Skala, die bis zwölf reicht. Acht steht hierbei für „zerstörend“, zwei Menschen verloren damals ihr Leben.

Im Gedenken an diese Naturkatastrophe soll Quasi, die fortan über dem damals schwer beschädigten Civic Square, einem zentralen Platz der Stadt, steht, belebend wirken. Doch ob der Plan aufgeht – ganz einig sind sich die Einheimischen darüber noch nicht. So bezeichnen einige Nutzer auf Twitter Quasi als „alptraumhaften Fiebertraum“ oder „abscheulich bösartiges Wesen“. Andere wiederum sehen darin ein Aushängeschild für die Kunstszene der Stadt und glauben durchaus an eine Bereicherung.

Quasimodo als Inspiration

Quasi ist ein partielles Selbstporträt des Künstlers. Er hat Scans einer Hand und seines Gesichts benutzt, um die überdimensionierte Skulptur danach zu formen. Laut der Galerie in Christchurch solle Quasi wirken, als „hätte die Hand des Künstlers ein monströses Eigenleben entwickelt“. Doch damit nicht genug der Absonderlichkeiten, denn van Hout möchte mit seiner Skulptur aus Polystyrol und Harz auch an den Glöckner von Notre Dame, Victor Hugos Quasimodo, erinnern.

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