Nach Blamage: US-Center stichelt gegen LeBron und Co.

Sportinformationsdienst, SPORT1
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Das mediale Echo auf den krachenden K.o. des Teams USA fiel deutlich aus - und die Spieler, die es erlebten, fühlen sich zu Unrecht an den Pranger gestellt.

Das Viertelfinal-Aus des Teams um Startrainer Gregg Popovich und ein historisch schlechter siebter oder achter Platz bei der WM in China nagen am Selbstverständnis der Basketball-Supermacht.

"Das Leben geht weiter", hatte Popovich nach der 79:89-Pleite gegen Frankreich gesagt. Für den ursprünglichen Turnierfavoriten ging es am Donnerstag mit der zweiten Niederlage binnen 24 Stunden weiter - diesmal setzte es ein 89:94 (40:44) gegen Serbien.

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Schon vor dem letzten Platzierungsspiel gegen Polen am Samstag steht fest: Den bisherigen Tiefpunkt in der WM-Historie aus dem Jahr 2002 mit Rang sechs werden die USA in Fernost noch einmal unterbieten.

Myles Turner stichelt gegen daheimgebliebene Stars

Die große Frage, die die sportaffine Öffentlichkeit zwischen New York und Los Angeles schon jetzt bewegt, ist: Wie geht es weiter für das Aushängeschild des Basketball-Mutterlandes nach dem krassen Misserfolg? Kehren nach dem Ende der 58 Siege währenden Erfolgssträhne bei FIBA- und Olympiaturnieren zu den Sommerspielen in Tokio Superstars wie LeBron James, Steph Curry oder James Harden zurück?

"Von der WM bleibt vor allem ein Weckruf", schrieb ESPN: "Amerikas Topspieler müssen ihre Pläne für den kommenden Sommer überdenken. Die Welt ist mittlerweile voll von Nationalmannschaften, die ein zerrissenes amerikanisches Team entlarven können."

Auch in den ersten Reaktionen aus dem Team gibt es Kritik an den Daheimgebliebenen. "Wir ärgern uns selbst am meisten über das Ergebnis der WM", schrieb Center Myles Turner von den Indiana Pacers bei Twitter: "Aber wir haben von 1-12 so viele Opfer für die Nation gebracht - unsere Sommer, unsere Körper, unsere Mentalität."


Turner verkniff sich auch nicht zu betonen, dass andere dieses "Opfer" nicht gebracht haben: "Wir sind die, die die Herausforderung angenommen haben, die andere abgelehnt haben." Er werde gegen seine Teamkollegen "keine üble Nachrede akzeptieren", die anderen Nationen hätten sehr viel Talent.


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"B-Team ist Untertreibung"

Vor dem Start der Vorbereitung im August hatte es für Popovich Absagen gehagelt. Zu unattraktiv schien den Topspielern die WM ein Jahr vor Olympia, das eine stärkere Anziehungskraft ausübt. Zu groß war die Sehnsucht nach einer Pause vor dem Beginn der nächsten kraftraubenden Saison im Millionenzirkus in Übersee.

Übrig blieben am Ende zwölf NBA-Profis, die nicht zur absoluten Elite gehören. "Zu sagen, dies ist ein B-Team, ist eine Untertreibung", schrieb USA Today. In China spielt eher ein C-Team - und das reicht auf internationalem Level nicht mehr.


Erinnerung an ein anderes Tief

Die USA wirkten spätestens nach der Niederlage im Testspiel in Australien verwundbar, dann brauchte Popovichs Team in der Vorrunde eine Verlängerung gegen die Türkei, die das Turnier letztlich als 22. abschloss. Im K.o.-Duell war Deutschland-Bezwinger Frankreich angeführt vom überragenden NBA-Profi Rudy Gobert strukturierter, stärker. Das Level des europäischen Topteams war für einige US-Profis offenbar erstaunlich, dabei hatten die Amerikaner schon 2016 in Rio mit Kevin Durant, Kyrie Irving und Carmelo Anthony nur knapp (100:97) gegen die "Equipe Tricolore" gewonnen.

Nun räumte US-Profi Joe Harris ein, dass der Gegner die Partie von Beginn an dominiert hatte. Und Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron, laut eigenen Angaben ein "stolzer Anhänger" von "Les Bleus", kann auf das Halbfinale gegen Argentinien am Freitag hinfiebern.

Für Popovich, der in der NBA seit Urzeiten (1996) die San Antonio Spurs betreut, erinnert sein Start als Chefcoach dagegen schon jetzt an seine enttäuschende Zeit als Assistent beim Team USA. Zwischen 2002 und 2004 gab es für Platz sechs bei der WM und Olympia-Bronze kaum Applaus.

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