Blitz schlägt in Reals Herzen ein! Rodrygo auf Raúls Spuren

Patrick Hauser
Sport1

In seiner brasilianischen Heimat nennen sie ihn "O Raio", den "Blitz".

Und schnell wie ein Blitz hat er auch die Herzen von Real Madrid erobert. Rodrygo Silva de Goes, kurz Rodrygo. Ein Tor mit links nach vier Minuten, ein Tor per Kopf nach sieben und eines mit rechts in der Nachspielzeit.


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Bereits nach seinem zweiten Tor beim 6:0 gegen Galatasaray in der Champions League skandierten die Fans im Santiago Bernabéu den Namen des 18-Jährigen - es war der früheste Doppelpack der Geschichte in der Königsklasse. Mit 18 Jahren und 301 Tagen ist das Talent der zweitjüngste Real-Profi, der für die Königlichen in diesem Wettbewerb mehrfach traf. Jünger war in der Saison 1995/96 nur Klublegende Raúl, auch dem Ex-Schalker gelang im Alter von 18 Jahren ein Dreierpack (gegen Ferencvaros).

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Kroos traut Rodrygo Ära bei Real zu

Seine Gala feiert der Youngster, der in der kommenden Woche sein Länderspieldebüt für die Selecao geben soll, ganz bescheiden. Bei seinen Toren ging er in die Knie, hob beide Arme Richtung Himmel und verzichtete auf große selbstherrliche Gesten. Lediglich den Spielball nahm er mit als Erinnerung für seine Glanzleistung.

"Ich bleibe ruhig, deswegen laufen die Dinge. Mit Benzema ist alles einfacher. Er ist ein Genie, ein Zehner, der als Neuner spielt“, sagte Rodrygo hinterher wohltuend zurückhaltend und pries lieber seinen Sturmpartner.


Teamkollege Toni Kroos schwärmte bei Real Total seinerseits vom jungen Brasilianer: "Das ist beeindruckend, ich freue mich für ihn. Er spielt für sein Alter sehr gut, sehr klar, er ist das aber auch außerhalb des Rasens. Ich denke, selbst diese drei Tore werden ihn nicht verändern. Er kann hier aufgrund seiner Qualität mit Sicherheit 15 Jahre lang spielen."

"Rodrygo überholt die Zukunft"

Komplett euphorisiert sind die spanischen Gazetten, selbst die im Sommer gezahlte immense Ablöse von 45 Millionen Euro für ein unbekanntes brasilianisches Talent vom FC Santos wird nun mit anderen Augen gesehen.

"Rodrygo erleuchtet das Bernabéu und glänzt in der Champions League. Die Ablöse von 45 Millionen Euro scheint jetzt bereits wenig gewesen zu sein", schrieb die Marca. Die AS meinte gar, Rodrygo sei "vom Himmel gefallen. Rodrygo überholt die Zukunft."


Tatsächlich macht der Youngster seinem Spitznamen einmal mehr alle Ehre. Rodrygo begann - nachdem er in der Vorbereitung ein herrliches Freistoßtor gegen den FC Bayern schoss - die Saison in der zweiten Mannschaft. Als ihn Trainer Zinedine Zidane Ende September reif genug für die Profis hielt, erzielte er 95 Sekunden nach seiner Einwechslung gegen Osasuna sogleich das vorentscheidende 2:0.

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Rodrygo läuft Real-Stars den Rang ab

"Immer, wenn er eine Chance bekommt, macht er seine Sache gut", erklärte Zidane nun.

Tatsächlich hat Rodrygo auf der rechten offensiven Außenbahn bereits einige seiner prominenten Konkurrenten überholt. Seinem Kumpel Vinicius sowie Lucas Vazquez hat er schon den Rang abgelaufen, in der Hackordnung vor ihm steht lediglich noch der im Verein seit Jahren umstrittene und zuletzt verletzt fehlende Gareth Bale. Durch den Aufstieg des Teenagers sinken die Einsatzchancen von arrivierten Stars wie James Rodriguez oder Luka Jovic weiter.

"Rodrygo ist zehnmal besser als Vinícius. Viel besser. Er besitzt eine bewundernswerte Technik, sie ist Wahnsinn", meinte Rodrygos Landsmann Edmilson bei Cadena SER.


In sechs Einsätzen für die Profis kommt Rodrygo mittlerweile auf fünf Tore und eine Vorlage. Lediglich dem großen Alfredo di Stefano gelang nach so wenigen Einsätzen für Real ein Dreierpack.

Real-Fans feiern Rodrygo nach Dreierpack

Reals Nummer 27 lebt seinen Traum. Nach dem nie kompensierten Abgang von Cristiano Ronaldo, den bisher enttäuschenden Leistungen von Star-Neuzugang Eden Hazard und der monatelangen Krise Reals suchen die Zuschauer verzweifelt einen neuen Publikumsliebling. Die lauten "Rodrygo"-Rufe, die auch nach dem Schlusspfiff durch das altehrwürdige Stadion hallten, zeigen, dass der Brasilianer auf einem guten Weg ist.

Bei seinem ersten Besuch im Bernabéu im Dezember 2018 hatte das Talent noch gehofft, "dass das gesamte Stadion meinen Namen ruft - 'Rodrygo, Rodrygo' - und meine Tore bejubelt."

Nun geht sein Traum nach nicht einmal einem Jahr in Erfüllung - jetzt hat er eingeschlagen wie der Blitz.

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