BMW: Überarbeiteter M4 schon bei Young-Driver-Test im Dezember

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BMW wird schon beim Young-Driver-Test, der dieses Jahr von 11. bis 13. Dezember in Jerez stattfindet, erstmals mit dem überarbeiteten M4 für die kommende DTM-Saison ausrücken. Das hat BMW-Motorsportdirektor Jens Marquardt, der ursprünglich einen späteren Testtermin angepeilt hatte, im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com' bestätigt.

"Wir sind jetzt so weit", sagt Marquardt. "Wir haben zwar noch nicht alles für das Auto fertig, was wir uns an Maßnahmen für das nächste Jahr vorgenommen haben, aber die wesentlichen Teile, was Entkopplung und sowas angeht, können wir da erproben. Und deswegen werden wir das auf jeden Fall nutzen, weil du das Feedback kriegst, ob das alles so klappt, wie es die Simulationen gezeigt haben. Um dann wirklich zu sagen: Den Weg gehen wir."

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Seit dem Saisonfinale in Hockenheim arbeitet BMW daran, den M4 wieder zu einem Siegerauto zu machen. Marquardts bisheriger Eindruck? "Beim Engineering sind wir schon einen guten Schritt vorangekommen." Und auch die Arbeit mit den zwei Werksteams soll 2020 anders werden.

Warum der Young-Driver-Test für BMW so wichtig ist

Die Münchner haben seit dem Samstagrennen in Brands Hatch Mitte August in der DTM nicht mehr gewonnen und steckten vor allem im letzten Saisondrittel teilweise bittere Niederlagen ein. Auch beim Dream-Race war der Bolide laut Marquardt noch "komplett im alten Zustand", auch wenn Marco Wittmann am Sonntag starker Zweiter wurde.

Warum der Young-Driver-Test für BMW so wichtig ist? Es handelt sich dabei dieses Jahr um die einzige Testmöglichkeit bis zum ITR-Test, der nach Informationen von 'Motorsport-Total.com' kommendes Jahr in Monza stattfinden wird, ehe Ende April der Saisonauftakt in Zolder steigt.

2020 keine Herstellertests

Herstellertests, wie sie vergangene Saison im Zuge der Turboeinführung in Jerez und in Estoril stattgefunden haben, wird es diesen Winter nicht geben. "Es hätte keinen Sinn gemacht, den Young-Driver-Test mit dem alten Spec-Auto zu fahren", sagt Marquardt.

Aber inwiefern kann der BMW eigentlich überarbeitet werden, wenn die Entwicklung doch auch im Winter eingefroren ist? Das ist möglich, weil die Münchner 2019 bis Saisonmitte wegen der enormen Vibrationen Teile notdürftig verstärkt haben, um die Zuverlässigkeitsprobleme in den Griff zu kriegen.

Da man kurzfristig reagieren musste, hatte man keine Zeit für eine genaue Analyse und ging auf Nummer sicher: Die überarbeiteten Teile sorgten laut BMW für eine Gewichtszunahme von fünf bis acht Kilogramm.

BMW korrigiert die Fehler des M4

"Wenn du Vibrationen hast, dann gehst du auch mal einen Schritt weiter als im Optimalfall und machst Teile ein bisschen schwerer, weil du sagst: Ich mag das Teil jetzt über die Saison nicht zweimal anpacken, sondern ich packe es einmal an. Und dann muss es funktionieren", erklärt Marquardt.

Das wirkte sich zwar nicht auf das Gesamtgewicht aus, weil man ohnehin unter dem Mindestgewicht von 986 Kilogramm lag und dies mit Balancegewichten ausgleicht, dafür aber auf die Gewichtsverteilung. Deswegen fiel BMW im Laufe der Saison immer weiter zurück.

Warum man trotz eingefrorenen Reglements nachbessern darf

Das Problem: Das Reglement erlaubt es zwar trotz eingefrorener Entwicklung, aus Gründen der Zuverlässigkeit auf ein schwereres Teil umzurüsten, indem man einen Haltbarkeitsantrag an den Regelhüter DMSB stellt. Leichter machen kann man die Teile dann aber nur mehr, wenn sie das Gewicht der ursprünglich homologierten Version nicht unterschreiten und dies erneut beim DMSB.

Laut BMW wird die überarbeitete Version leichter sein als das Auto zu Saisonende, aber immer noch schwerer als zu Saisonbeginn, als die Teile den Vibrationen nicht standhielten.

"In erster Linie fokussieren wir uns darauf, unser Paket stabiler und zuverlässiger hinzukriegen, denn das war dieses Jahr nicht wirklich gut", stellt Marquardt klar, worauf man den Fokus legt.

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