BMW in Zukunft wieder mit deutschem Fahrer? "Die Herkunft spielt keine Rolle"

Sebastian Fränzschky

Die Superbike-WM-Saison 2020 wird voraussichtlich ohne deutsche Beteiligung stattfinden. Markus Reiterberger verlor seinen Platz an Eugene Laverty. Sandro Cortese machte sich große Hoffnungen auf einen Platz im Ten-Kate-Team, scheint nun aber doch nicht zum Zuge zu kommen. Einzig und allein BMW bleibt der Serie aus deutscher Sicht erhalten.

Wäre es für BMW nicht reizvoll, einen deutschen Fahrer im Team zu haben? "Die Herkunft spielt keine Rolle", stellt Geschäftsführer Markus Schramm im Gespräch mit 'Motorsport.com' klar. Die Fahrerwahl der Münchner wird einzig und allein durch die Ergebnisse bestimmt.

Kann sich BMW vorstellen, Sandro Cortese in Zukunft eine Chance zu geben? "Das ist sehr stark abhängig von den Ergebnissen", kommentiert BMW-Motorsport-Direktor Marc Bongers.

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Ergebnisse sind für BMW wichtiger als die Herkunft

Mit Markus Reiterberger hatte BMW im vergangenen Jahr ein deutsches Zugpferd im Team, doch die Ergebnisse waren nicht ausreichend für ein zweites Jahr. "Es war sicher keine einfache Entscheidung. Wir haben länger darüber nachgedacht und diskutiert, weil eben Markus Reiterberger mit BMW verbunden ist und BMW mit Markus Reiterberger verbunden ist. Das steht außer Frage. Aber im Spitzensport zählen die Ergebnisse", erklärt BMW-CEO Schramm.

BMW-CEO Markus Schramm im Gespräch mit Redakteur Sebastian Fränzschky

BMW-CEO Markus Schramm im Gespräch mit Redakteur Sebastian Fränzschky <span class="copyright">BMW/Matteo Cavadini</span>
BMW-CEO Markus Schramm im Gespräch mit Redakteur Sebastian Fränzschky BMW/Matteo Cavadini

BMW/Matteo Cavadini

"Der Marketing-Effekt (eines deutschen Fahrers) steht für uns nicht im Vordergrund. Solche Überlegungen haben bei der Entscheidungsfindung keine Rolle gespielt. BMW ist ein Weltkonzern", betont Schramm. "Wir haben 100 Nationen in unserem Unternehmen beschäftigt."

"Wir reden nicht von 'Made in Germany' wenn wir von BMW reden sondern von 'Made by BMW'. So ist es auch in der Superbike-WM. Wir versuchen, das stärkste Team zusammenzubekommen und da ist die Nationalität absolut nicht entscheidend", begründet Schramm die Fahrerwahl.

Sandro Cortese sucht weiter nach einem Arbeitgeber für die Saison 2020

Sandro Cortese sucht weiter nach einem Arbeitgeber für die Saison 2020 <span class="copyright">LAT</span>
Sandro Cortese sucht weiter nach einem Arbeitgeber für die Saison 2020 LAT

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"Markus bleibt der BMW-Familie erhalten", verweist Motorsport-Direktor Bongers auf Reiterbergers Wechsel in die Asiatische Meisterschaft (mehr Infos). "Er hat wichtige Arbeit geleistet bei der Entwicklung des Superbikes. Er ist definitiv nicht weg vom Fenster."

Warum aus der IDM kein deutscher Nachwuchs kommt

Aktuell drängen aus der IDM keine Fahrer nach, die sich für die Superbike-WM qualifizieren. Superbike-Nachwuchs kommt hauptsächlich aus der BSB. Das liegt auch am Reglement in der Britischen Meisterschaft.

"Wir haben festgestellt, dass es extrem viele britische Fahrer in der Superbike-WM gibt. Die Britische Superbike-Meisterschaft ist eine sehr starke Serie, weil sie technisch sehr nah am WSBK-Reglement ist. In Deutschland wird auf Superstock-Niveau gefahren", vergleicht Bongers. "Es zeichnete sich in den vergangenen Jahren ab, dass die Fahrer aus Stockserien nicht ganz so gut zurechtkommen."

Mit Bildmaterial von LAT.

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