Borger: „Die Athleten sollten an erster Stelle stehen“

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Borger: „Die Athleten sollten an erster Stelle stehen“
Borger: „Die Athleten sollten an erster Stelle stehen“

Der Einfluss der Sportlerinnen und Sportler im organisierten Sport bleibt auch mit Karla Borger an der Spitze das Kernthema im Verein Athleten Deutschland. Am Tag nach ihrer Wahl zur Präsidentin der unabhängigen Interessenvertretung erneuerte die Beachvolleyballerin die Kritik ihres Vorgängers Max Hartung am Vorgehen des Dachverbandes DOSB bei dessen Suche nach einer neuen Führung.

Auch sie interessiere, was der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) auf die Vorwürfe antwortet, die Athletinnen und Athleten seien kein Teil des Prozesses vor der Mitgliederversammlung am 4. Dezember in Weimar. Dort wählt der DOSB den Nachfolger von Alfons Hörmann als neuen Präsidenten. "Die Athletinnen und Athleten sollten an erster Stelle stehen, es ist sinnvoll uns einzubinden", sagte Borger am Sonntag: "Das ist bisher nicht geschehen, wie ich es mitbekommen habe."

Hartung hatte den Auswahlprozess der Kandidaten für das Spitzenamt mit Hilfe einer Findungskommission kritisiert. Bisher gelten Tischtennis-Funktionär Thomas Weikert und Stefan Klett, Vorsitzender des Landessportbundes NRW, als Anwärter für die Wahl. Beide haben sich aber offiziell noch nicht zu ihren Ambitionen bekannt. Im DOSB-Präsidium sind die Athletinnen und Athleten bisher nur durch einen Sprecher vertreten.

Borger will offenen Dialog mit DOSB

Borger stellt sich ein „konstruktives und vertrauensvolles Verhältnis“ zum DOSB vor, wie sie dem Deutschlandfunk sagte: „Wir wünschen uns einen offenen und unvoreingenommenen Dialog, dass man gemeinsam Ziele für Athletinnen und Athleten formuliert und eine klare Aufgabenverteilung findet.“ Das Verhältnis zwischen der Athleten-Vertretung und dem DOSB sei „keine Liebesbeziehung“ gewesen, sagte Geschäftsführer Johannes Herber am Sonntag, „aber es gibt auf der Arbeitsebene positive Ansätze“.

Der DOSB hatte sich gegen die Vereinsgründung im Jahr 2017 gestellt, weil er keine Notwendigkeit für eine Interessenvertretung außerhalb der bekannten Struktur sah. Mittlerweile sind die Athleten Deutschland aus der deutschen Sportlandschaft nicht mehr wegzudenken und nehmen auch immer häufiger Einfluss im politischen Berlin. Der Verein hat 1400 Mitglieder und finanziert sich zum Teil auch aus Steuergeldern.

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