Borrell macht Druck: EU soll schnell Waffen an die Ukraine liefern

Borrell macht Druck: EU soll schnell Waffen an die Ukraine liefern

Angesichts des Bedarfs der Ukraine an Artilleriemunition in der Region um Bachmut müsse die Europäische Union ihre Lieferungen an das von Russland angegriffene Land beschleunigen, so der Hohe Vertreter der EU für Außen- und Sicherheitspolitik Josep Borrell. Ohne Hilfe könne sich die Ukraine, deren Existenz auf dem Spiel stehe, nicht verteidigen.

Kuleba: mehr Bedarf an Langstreckengeschossen

Bei einem Treffen der EU-Außenminister in Stockholm habe der ukrainische Außenamtschef Dmytro Kuleba mehr Unterstützung im Verteidigungskampf gegen Moskau gefordert. Die Ukraine benötige allein in und um Bachmut im Osten des Landes rund 1000 Granaten am Tag, so Borell nach der Zusammenkunft.

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"Die Ukrainer haben einen speziellen Bedarf. Die Russen schießen aus großer Distanz und deswegen müssen die Ukrainer die Möglichkeit haben, dieselbe Distanz zu überwinden", so Borrell.

Kuleba forderte die Verbündeten der Ukraine auf, das eigene Engagement zu überprüfen. "Anstatt zu fragen, wann die Gegegenoffensive beginnt, sollte sich jeder fragen, ob er genug getan hat, um diese Offensive und deren Erfolg möglich zu machen", so Kuleba.

Berlin und London wollen mehr Waffen und Munition schicken

Am Samstag hat die deutsche Bundesregierung angekündigt, die Ukraine mit zusätzlicher militärischer Hilfe im Wert von 2,7 Miliarden Euro versorgen zu wollen. Diese umfasse Panzer, Luftabwehrsysteme und Munition - eine Ankündigung, die von Borrell begrüßt wurde.

Auch die britische Regierung will mehr Waffen zur Verfügung stellen. Dabei handele es sich um Marschflugkörper vom Typ Storm Shadow, hieß es aus London. Moskau bezeichnete diese Entscheidung im Anschluss als "extrem gefährlich", weil diese Waffen eine Distanz von bis zu 500 Kilometer zurücklegen könnten.

Borrell: EU-Beitritt der Ukraine kein Thema bei Treffen mit Kuleba in Stockholm

Anlässlich des Treffen ins Stockholm, an dem auch Außenminister aus dem indopazifischen Raum teilnahmen, hatte Kuleba gesagt, er werde mit seinen Amtskollegen über "Munition für Langstreckenartillerie und die kurzfristigen Beitrittsgespräche" zur Europäischen Union sprechen.

Baldige Beitrittsgespräche seien bei seinem Gespräch mit Kuleba kein Thema gewesen", so Borrell. "Der Beitritt der Ukraine wurde beschlossen und der Prozess ist in Gang gesetzt", sagte er gegenüber Journalisten. Die Tatsache, dass die Ukraine nicht die Souveränität über ihr gesamtes Hoheitsgebiet zurückerlangt habe, sei kein Grund, den Beitrittsprozess zu verzögern. "Zypern wurde als Mitglied aufgenommen, ohne sein gesamtes Hoheitsgebiet wiedererlangt zu haben, und die Frage bleibt offen", erinnerte er. Die Insel ist in zwei Teile geteilt, wobei der Norden unter türkischer Herrschaft steht.

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