Die Borussia hat alles, um Meister zu werden!

Tobias Holtkamp
Sport1

Hallo Bundesliga-Freunde,

dritte Länderspielpause der Saison - und Tabellenführer, seit jetzt schon fünf Wochen, ist Borussia Mönchengladbach. Die meisten Siege, sieben aus den letzten acht Spielen, dazu Fußball, der Experten überzeugt und Fans begeistert, nicht nur die eigenen.


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Die Mannschaft spielt hochmodernen, variablen und wahnsinnig schnellen Offensivfußball, extrem athletisch. Und sie ist ihrem Gegner, das fällt mittlerweile auf, fast immer eine Idee voraus.

Man muss sich vielleicht noch dran gewöhnen, aber Deutschlands stärkste Borussia kommt aus Mönchengladbach. (Service: Bundesliga-Tabelle)

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Im Ernst, so viel steht fest Mitte November 2019: Borussia Mönchengladbach hat alles, um Deutscher Meister zu werden. Zum ersten Mal seit 1977, seit 42 Jahren.

Faktor Trainer: Rose kann Spitzenreiter

Da sind der Trainer und sein Kader. Eine Einheit. Am Borussia-Park erzählen sie, dass Marco Rose, 43, mehr ist als eben nur ein Trainer. Er ist Mentor für seine Spieler, Motivator für alle, die ihm bei der Borussia begegnen, und eine Art Manager im sportlichen Bereich, kommunikativ herausragend. Roses Denk- und Arbeitsweise ist ein Quantensprung zu allem, was sie in Mönchengladbach vorher hatten.


Sein Stamm an Mitarbeitern erinnert eher an die Topklubs der Premier League, Rose vertraut auf Bereichsleiter wie Taktikexperte Rene Maric, 26, der vor ein paar Jahren noch in Online-Blogs Spiele analysierte. Oder Alexander Zicker, 45, ehemaliger Top-Stürmer unter anderem beim FC Bayern, der sich schwerpunktmäßig um die Gestaltung offensiver Spielaktionen kümmert. Auch Ex-DFB- und Gladbach-Stürmer Oliver Neuville, 46, gehört zu Roses Team, genauso wie Patrick Eibenberger, 32, der als Athletiktrainer die Grundlagen für den explosiven Fußball schafft. Dem studierten Sportwissenschaftler und seinen Überzeugungen vertraut Rose blind.

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Wie man eine Tabellenführung verwaltet, argumentiert und nutzt, weiß Marco Rose aus Salzburg, wo er zuletzt zweimal Meister wurde. Den Druck, Spiele gewinnen zu müssen, als Trainer und auch dann, wenn es während einer Saison mal holpert, kennt er. So einen starken Kader wie in Mönchengladbach hatte Rose noch nie.

Faktor Sportdirektor: mutiger Eberl

Da ist der Sportdirektor. Max Eberl führt die Borussia seit über zwölf Jahren. Er gewann schon viele Spieler für den Verein, die zu Beginn nur Fachleute kannten, dann aber bald Leistungsträger waren - und von Eberl mit einigem Transferplus weiterverkauft werden konnten. Doch statt sich in der Komfortzone einzunisten, blieb Eberl mutig und offen für Veränderungen. Dieter Hecking, der ja nicht viel falsch machte und den Verein wieder nach Europa führte, durch Rose zu ersetzen, war so eine Entscheidung, die er oft erklären musste. Sie war zu 100 Prozent richtig.


Die Borussia erreicht gerade das nächste Level. Und Rose, den aus der Bundesliga auch Schalke und Wolfsburg gerne wollten, für Mönchengladbach zu begeistern, war wieder so ein kleiner, großer Sieg - auf Eberls Spielfeld.

Faktor Umfeld: wie im Rausch

Da ist das Umfeld. Borussia Mönchengladbach ist kein regionales Phänomen, der Verein hat, geschuldet den riesigen Erfolgen der 70er Jahre, den Zeiten von Netzer und Bonhof, nationale Strahlkraft. Überall gibt es Fohlen-Fans. Die letzten drei Monate haben das gesamte Umfeld in einen Rausch versetzt, Auswärtsspiele werden zu Pilgerfahrten, die Welle der Begeisterung scheint grenzenlos. Sie wird ihre Fußballmannschaft noch lange tragen, vielleicht bis in den Mai.

Faktor Konkurrenz: Bayern schwächelt

Und dann sind da noch die Bayern. Wenn sie mal stottern, wie oft ist das zu hören, dann müssen wir da sein. Aus Dortmund, aus Leipzig, von jedem der Jäger. Die Bayern haben gestottert, doch nur einer war da und hat geliefert: die Borussia. Am 7. Dezember kommt der FC Bayern zu ihnen, zum Topspiel der Mönchengladbacher Bundesliga-Saison.

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Am Borussia-Park sind sie sicher, diese Partie gewinnen zu können. Es klingt wie das Selbstverständnis eines Meisters. Und es steht ihnen.

Tobias Holtkamp, der Autor dieses Textes, war in der Chefredaktion von Sport Bild und Chefredakteur von transfermarkt.de. Heute berät er Sportler und Marken in ihrer inhaltlichen und strategischen Ausrichtung. Für SPORT1 schreibt Holtkamp ab sofort als Chef-Kolumnist die wöchentliche "Bundesliga-Kolumne".

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